| Mikroökonomie 2 |
| Volkswirtschaftslehre - Mikroökonomie | |||||||||||
1 HaushaltstheorieAls vereinfachtes Modell wird angenommen:
Man unterscheidet 2 Arten von Gütern:
1.1 Ziele der Analyse1. Welchen maximalen Konsum kann ein Haushalt erreichen? 2. Welchen maximalen Nutzen erzielt der Haushalt? 3. Koordination bzw. Kombination von 1. und 2. 4. Können mehrere optimale Verbrauchspläne kombiniert werden? 1.1.1 Budgetlinien / BilanzgeradenDer Konsum ist abhängig von:
Bei der Qualität wird eine gleiche für alle Güter angenommen. Beispiel:
Ökonomische Interpretation der Geraden:
Alle Punkte innerhalb des Dreieckes stellen mögliche Konsumverhalten dar. Steuern auf nur eines der beiden Güter würde zu einer Preissteigerung dieses Gutes führen und damit zu einer Drehung der Bilanzgerade nach innen um den Schnittpunkt des nicht betroffenen Gutes mit seiner Achse. Dies geschieht ceteris paribus (=alle sonstigen Bedingungen sind konstant) Eine Einkommenserhöhung, die eine Konsumsummenerhöhung mit sich bringt, führt ceteris paribus zu einer Parallelverschiebung der Geraden nach außen. Eine Einkommensverringerung analog nach innen. 1.1.1.1 Rationierung von Gütern:
Ab einer Menge 12,5 steigt der Konsum x1 nicht weiter an, d.h. das Gut ist rationiert auf 12,5. Rationierung wirkt auf den Preis. Wird der Preis konstant gehalten bildet sich ein Schwarzmarkt, auf welchem ein höherer Preis existiert. 1.1.2 Nutzenmaximum / IndifferenzkurveBei einer Indifferenzkurve ist jeder Punkt auf der Kurve gleichwertig. Das heißt, alle Güterkombinationen auf der Kurve haben den gleichen Nutzen. Bei der Wahl zwischen diesen Kombinationen würde man ein neutrales Verhalten zeigen. Axiomatische Konstruktion der Indifferenzkurve: Axiome (Nutzen =U):
Konstruktion:
Zur Ermittlung der weiteren Punkte bedarf es empirischen Tests. Bei Gleichwertigkeit ist ein Punkt der Kurve gefunden. ->Untersuchung, Befragung und Beobachtung von Testmärkten/ Testverbrauchern notwendig (nach P. Samuelson und R.D. Allen ->revealed preferences) Es gilt: E=F=G=P
1.1.3 NutzenfunktionDer Nutzen ist abhängig vom Verbrauch der Güter x1 und x2. -> U=f(x1,x2) Diese Funktion ergibt im Raum ein Gebirge, dass mit zunehmendem x1 und x2 wächst, bzw. im Ursprung seinen Tiefpunkt hat. Durch Partialanalyse erhält man den Nutzen eines Gutes, wobei das zweite Gut konstant bleibt (x1 oder x2 konstant setzen). Desweiteren lässt sich durch Konstantsetzen von U eine Kurve ermitteln, die alle gleichwertigen (indifferenten) Kombinationen von x1 und x2 enthält, die denselben Nutzen haben. ->Die Indifferenzkurve ist eine Nutzenfunktion mit konstantem U Das Nutzengebirge:
1.1.3.1 Die Gossen´schen GesetzeGraph der partiellen Nutzenfunktion nach x2 ->x2 = konstant
Nutzenplafond = angestrebter Grenznutzen, der jedoch nie erreicht wird
1.1.3.2 Die partielle Nutzenfunktion für ein konstantes NutzenniveauEs ergibt sich beim Konstantsetzen von U eine Indifferenzkurve = eine Linie gleichen Nutzenniveaus.
Gründe für die Form der Kurve:
1.1.4 Der optimale VerbrauchsplanDer Verkaufsplan ist eine Kombination aus Bilanzgerade und Indifferenzkurve in einem Diagramm:
1.1.4.1 Analytische BerechnungErmittlung eines Extremwertes unter Nebenbedingungen nach dem Langrange-Multiplikationsverfahrens: Funktion: U = f(x1,x2) = x12*x2 (Beispiel) Nebenbedingung: c=x1*p1 + x2*p2 (c=60; p1=4; p2=1) Umstellung der Nebenbedingung (eine Seite=0): 0=c - x1*p1 - x2*p2 = 60 – 4 * x1 - x2 Langrangefunktion:
Alternativ kann man auch in das 2. Gossen´sche Gesetz einsetzen und dann nach einer Variablen umstellen, und diese dann in die Nebenbedingung einsetzen:
1.1.5 Die allgemeine NachfragefunktionWovon hängt der Verbrauch von x1 und x2 ab? x1=f(p1, p2, c) x2=f(p1, p2, c) Kreuzpreis: Wie verändert sich die Nachfrage von x2, wenn der Preis für x1 steigt und umgekehrt. Kreuzpreis kann nur bei substituierbaren Gütern ermittelt werden. 1.1.5.1 Betrachtung ceteris paribus (1 Variable, Rest konstant)Fall 1: Einkommen veränderlich
x1 und x2 können nicht beide fallen, da bei mehr Einkommen der Konsum nicht zurückgehen kann. 1. Möglichkeit: x1 wächst überdurchschnittlich gegenüber c ->überlegenes Wachstum ->superiore Güter
Vor allem bei Luxusgütern 2. Möglichkeit: x1 wächst unterproportional gegenüber c ->(relativ) inferiores Gut
3. Möglichkeit: x1 fällt bei steigendem c ->absolut inferiores Gut
Hauptsächlich, wenn aufgrund des höheren Einkommens ein Gut durch ein anderes ersetzt wird. Beispiel:
Für die zweite Variante erscheint das angezeigt Optimum ökonomisch nicht sinnvoll. Aus diesem Grund geht man auf der Bilanzgerade entlang, bis man den I. Quadranten wieder erreicht. Somit ergibt sich als neuer Wert: x1=0 und x2=20. Dieser Wert ist zwar kein Optimum, jedoch eine second-best-Lösung (Randlösung).
Somit müssen mathematisch errechnete Optimumverbrauchspläne nicht immer ökonomisch sinnvoll sein. In solchen Fällen muß nach einer bestmöglichen Lösung gesucht werden. 1.1.5.2 Konstruktion der Nachfragefunktion in Abhängigkeit vom Einkommen:
Bild:
Fall 2: Ein Preis veränderlich
1.1.5.3 Konstruktion der Nachfragefunktion in Abhängigkeit vom Preis:
Sollte sich die Nachfrage nach einem Gut bei steigendem Preis nicht nach unten verändern, liegt ein Indiz auf eine Monopolstellung des Produktes vor, d.h., dass das Produkt nicht substituiert werden kann. 1.1.5.4 Giffen-GüterBei diesen Gütern steigt trotz höherem Preis die Nachfrage nach dem Gut. Dies betrifft nur absolut inferiore Güter (weniger präferierte / minderwertige Güter ->Gegenteil: superiore Güter)). Beispiel: Ein Reisender muß eine Strecke von 1800km mit dem Zug zurücklegen. Dafür stehen ihm 450,-EUR zur Verfügung. Er präferiert dabei die 1. Klasse gegenüber der 2. Klasse. Die erste Klasse ist jedoch zu teuer, um damit die gesamte Strecke zurücklegen zu können. Somit sucht er die optimale Kombination mit der er den größtmöglichen Teil in der 1.Klasse zurücklegen kann. Lösung: Nun tritt folgender Fall ein: Die Bahn erhöht die Preise für die zweite Klasse um 5 ct. auf 0,2 EUR pro Kilometer. Daraus ergibt sich eine neue Optimum-Berechnung: Lösung: Trotz der Erhöhung des Preises für die 2. Klasse steigt die Nachfrage danach. Graphisches Schema von Giffen-Gütern:
1.1.5.5 Einkommenseffekt und SubstitutionseffektWird der Preis eines Gutes erhöht, wird der Haushalt zunächst versuchen, seinen Konsum an x1 durch ein x2 zu substituieren. Es findet eine Bewegung vom Ursprungspunkt vor der Preiserhöhung (A) zum Punkt B statt, wo zwar mehr x2 konsumiert wird, und x1 teilweise ersetzt wird. Dies bezeichnet man als Substitutionseffekt. Der Konsument hat mit Punkt B jedoch seine ursprüngliche Bilanzgerade verlassen ->er verbraucht mehr Geld als er besitzt. Daher wird er eine niedrigere Bilanzgerade wählen (Einkommenseffekt). Hier können 3 Fälle eintreten:
1.1.6 Aggregation von NutzenfunktionenVergleich des Verbrauchs zweier Haushalte von einem Gut:
Graphische Konstruktion der Gesamtnachfrage:
Prohibitivpreis = Preis, bei dem keine Nachfrage mehr am Markt ist. Sättigungsmenge = maximale Nachfrage, die am Markt auftritt. In der Betriebswirtschaftslehre bezeichnet man die Nachfragefunktion als Preis-Absatz-Funktion. Die Aufstellung nach der obengenannten Methode funktioniert nur bei privaten, nicht bei öffentlichen Gütern. Die Gesamtnachfragefunktion verläuft immer flacher als die Einzelnachfragefunktion. Grundsätzlich sinkt mit steigendem Preis die Gesamtnachfrage. 1.1.6.1 Mögliche EffekteBisher wurden die Nutzenvorstellungen als unabhängig voneinander betrachtet (independente Nutzenfunktionen). In der Regel werden Nutzenvorstellungen jedoch von außen beeinflusst (interdependente Nutzenfunktionen).
4. und 5. sind durch Haushaltstheorie nicht bearbeitbar ->sie treten bei jedem emotionalen Handeln auf (sehr häufig). |
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