Ablauf der Personalbedarfsfeststellung | |  | ->Bruttobedarf: Vom Markt über Produkte über Konkurrenz über Kundenverhalten über Produktplanung (Aufbau, Logistik) zur Personalbedarfsplanung ->Selbst wenn der Bestand dem Bedarf entspricht, kann es zu Abbau und Beschaffung kommen, wenn z.B. die Qualität nicht stimmt und auch nicht erreicht werden kann | Personalbedarfsarten | |  | ->Nettobedarf = Ersatzbedarf + Zusatzbedarf = Soll – Ist in Zukunft ->Ersatzbedarf = Istbestand – Abgänge + Zugänge - Inhalte der Planung:
- Welche Qualifikationen sind in Zukunft benötigt
- Wie sieht die aktuelle Qualifikation aus
- Welche Maßnahmen sind nötig
- Vorgehen (theoretische Betrachtung, die in der Praxis nicht durchsetzbar ist)
- Ermittlung der Ist-Qualifikation inkl. der verborgenen Potentiale
- Ermittlung der absehbaren Änderungen (durch Weiterbildung, Fluktuation)
- Feststellung des qualitativen Soll
- Abgleich von Soll und Ist ->Planung von entsprechenden Maßnahmen (Schulungen, Arbeitsplatzwechsel, Freisetzung, Einstellung)
- Basis ist die Ermittlung einer geeigneten Bezugsgröße, die den folgenden Anforderungen genügt:
- Großer Einfluß auf den Personalbedarf
- Quantifizierbarkeit und Prognostizierbarkeit
- Vorhandene Annahmen über die zukünftige Entwicklung
- Beispiele: Zahl der Kundenkontakte, Bearbeitungszeit pro Kunde, Vertragsabschlußzahl, Posteingang, Bearbeitungsanfragen
- Bezugsgrößen werden oft durch Probieren getestet
- Methoden zur Bedarfsermittlung (mit steigender Genauigkeit der Methode aufgezählt):
- Schätzungen (interne Befragung oder extern) ->viel in KMU
- Statistische Verfahren (Regression, Trendextrapolation) ->geht nur bei gleichbleibenden Bedingungen
- Kennzahlen (Betriebsvergleich, Produktivität, Führungsspanne) ->Benchmarking
- Organisatorische Verfahren (Fortschreibung von Stellenplänen)
- Monetäre Verfahren
- Ausgangspunkt ist nicht der Bedarf, sondern ein Budget und eine Zielvorgabe
- Nutzung von Substitutionseffekten
- Wieviel Steigerung brauche ich bei einem Arbeiter mehr?
- Wie bringe ich das Personal zu 100% Leistung?
- Sehr ungenau bei der Planung
- Personalbemessungsmethoden
- Ermittlung von Arbeitsmenge und Arbeitszeit pro Arbeitsvorgang
- Anwendung arbeitswissenschaftlicher Methoden
- Zeitmessung bei den Vorgängen (Refa-Methode) oder Entnahme der Wert aus MTM-Tabellen (Tabellen mit Angaben zur Normalleistung für eine Vielzahl von Tätigkeiten)
- Geht nur bei gleichbleibenden Aufgaben „je doofer die Arbeit, desto besser ist sie planbar“
| Beispiel einer Personalbedarfsplanung: | | Ausgangsdaten: Produktionsmenge 200000 Personalbestand (Durchschnitt) 100 Gearbeitete Wochen 46 Stundenzahl pro Woche (Durchschnitt) 40 Gesamtstunden pro Mitarbeiter 1840 Gesamtstunden aller Mitarbeiter 184000 Produktion pro Stunde 1,087 | | Plandaten: Produktionsplanung 206000 Produktionssteigerung 5% Neue Produktivität 1,087*1,05=1,141 Erforderliche Stunden 300000/1,141 = 180543 | 1.1.3.1.1.1 Arbeitszeitverkürzung auf 38h pro Woche Gesamtstunden pro Mitarbeiter 1748 | | Bruttopersonalbedarf 180543 / 1748 = 103,29 | | Personalreservebedarf | | Feste jährliche Arbeitszeit: 365 Tage -52 Samstage -52 Sonntage -11 Feiertage =250 Arbeitstage | | Weitere Abwesenheit (z.T. Erfahrungswerte): Tariflicher Urlaub 30 Tage Unbezahlter Urlaub 1 Tag Weiterbildung 5 Tage Krankheit / Kuren 10 Tage Freistellung 1 Tag Sonstiger Urlaub 2 Tage Weitere Abwesenheit gesamt: 49 Tage = 19,6% von 250 Tagen ->Reservebedarf: 19,6% des Bruttobedarfs | | Personalbestandsveränderungen | |  | - Wichtig ist, bei Kündigungen die Gründe zu erfahren
- Bekanntheit der Kündigungsgründe kann Vorsorge möglich machen und schafft eine Planungsgrundlage
- Wichtig ist auch zu erfassen, welche Abteilungen eine besonders hohe Fluktuation haben und welche Qualifikationen das Unternehmen verlassen
- Ein wichtiger Grund für Kündigung kann auch Überqualifikation der Mitarbeiter sein ->die Mitarbeiter sind unzufrieden
- Grundsätzliche sich initiierte Personalbestandsänderungen besser planbar
- Der quantitative und qualitative Bedarf ist bekannt
- Aufgaben:
- Welche Aufgaben sind zu besetzen ->Stellen- bzw. Arbeitsplatzbeschreibungen
- Welche Organisationseinheit / Stelle hat Personalbedarf
- Anforderungen und Erwartungen an das Personal
- Anforderungsprofil erstellen
- Absprache mit den Führungskräften
- Ziel ist ein realistisches / erreichbares Anforderungsprofil ->ein regelmäßiger Abgleich des gewünschten mit dem möglichen (->Arbeitsmarktsituation) ist nötig
| Interne Personalbeschaffung | | Ohne Personalbewegungen | Mit Personalbewegungen | - Nutzung flexibler Arbeitszeitmodelle
- Mehrarbeit / Überstunden
- Verlängerung der Arbeitszeit (nur sehr begrenzt möglich)
- Urlaubverschiebung (für kurzfr. Ausgleich geeignet)
- Qualifizierung der Mitarbeiter
| - Versetzung durch Weisung oder Änderungskündigung
- Innerbetriebliche Stellenausschreibungen
- Personalentwicklung
| - Funktioniert eigentlich nur als kurzfristiges Instrument, wird jedoch auch mittelfristig eingesetzt
- Bei längerem Einsatz treten Demotivierung und Qualitätsverluste ein
- Vorteil ist, dass das Personal und seine Qualität bekannt sind
| - Interne Ausschreibungen werden oft externen vorgeschaltet, z.T. auch auf Verlangen des Betriebsrates
- Vorteil ist, dass den Mitarbeiter Perspektiven / Aufstiegchancen aufgezeigt werden
| | Externe Personalbeschaffung | | Passiv | Aktiv | - Arbeitsverwaltung / Arbeitsamt
- Eigenbewerbungen
- Bewerberkartei
- Personalleasing
->setzt Bekanntheit voraus | - Stellenanzeigen
- Internet, Medien
- College-Recruiting
- Personalberater
- Anwerbung durch Mitarbeiter
- Öffentlichkeitsarbeit
| | | Intern | Extern | | Vorteile | · Aufzeigen von Perspektiven für die Mitarbeiter · Geringere Kosten · Betriebskenntnis · Qualitätskenntnis · Keine Entgeltverschiebungen, wie bei externen · Schneller · Positionen für Nachwuchskräfte werden frei · Transparente Personalpolitik | · Größere Auswahl · Neue Impulse · Direkte und dauerhafte Lösung des Personalbedarfs · Informationen von der Konkurrenz | | Nachteile | · Weniger Auswahl · Hohe Fortbildungskosten · Enttäuschung von nicht ausgewählten Mitarbeitern · Starke kollegiale Bindungen · „Freundschaftsbeförderung“ für den langjährigen Mitarbeiter · weniger Kreativität mit der Zeit | · höhere Kosten · demotivierend für bereits bestehende Mitarbeiter · Neid durch höheren Lohn des neuen Mitarbeiters · Schlechte Auswirkung aufs Betriebsklima · Keine Betriebskenntnisse und Risiko in der Probezeit | ->Langfristig ist das Problem nur durch externe Beschaffung zu lösen | Bewerbungs-unterlagen | Testverfahren | Vorstellungs-gespräch | Assessment-Center | Biographische Fragebögen | | Analyse des Anschreiben Lebenslaufanalyse Zeugnisanalyse Referenzen Lichtbild Personalfragebogen Arbeitsproben | Leistungstests Intelligenztests Charakter- / Personönlichkeits-tests | Analyse des Ausdrucks-, Leistungs- & Sozialverhaltens | Arbeitsversuch in Laborsituation Festlegung der Bewertung Beurteilung durch Führungskräfte | Bestimmung der Auswahlkriterien Bewerber wählen zwischen Antwortalternativen Auswertung nach Punkte- oder Empirischen Verfahren | | Aussagefähigkeit einer Bewerbung (Vorschlag!) | | Hohe Aussagekräftigkeit | Mittlere Aussagekräftigkeit | Niedrige Aussagekräftigkeit | | Berufliche Aussagen Berufliche Erwartungen Inhalt des Lebenslaufs Notentrend in der Ausbildung Weiterbildungsreferenzen Arbeitszeugnisse Arbeitsproben | Form, Inhalt & Struktur des Anschreibens Form des Lebenslaufs Schulzeugnisse und Abschluß Ausbildungsdauer Personalbogen | Lichtbild Referenzen | | Ablauf und Ziele des Bewerbungsgespräches | | Abschnitt | Ziel | | Begrüßung / Einstieg / Unternehmensinfos | Einfühlen des Bewerbers | | Bisheriger Werdegang | Informationen / Redefluß des Bewerbers | | Bewerbungsmotiv | Infos über Vorabinformation des Bewerbers | | Qualifikation und Wissen | Selbstdarstellung des Könnens | | Eventualsituationen | Testen von Reaktionen / Verhalten | | Arbeitsbedingungen | Klärung der Konditionen | | Abschluß | | - Modern und preiswert ->gewinnt an Bedeutung
- Hauptzielgruppen: Hochschulabsolventen, Führungskräfte
- Branchen: IT, Multimedia, Dienstleistungen
- Möglichkeiten der Beschaffung:
- Firmenhomepage ->setzt hohe Bekanntheit voraus
- Jobbörsen
- Allgemein oder vertikal (->nur für bestimmte Branchen / Zielgruppen)
- Unecht oder echt (->mit Direktbewerbung)
- Kommerziell / nicht kommerziell
- Bewerberhomepages
- Directmailings
| Vorteile der Personalbeschaffung im Internet für... | | Unternehmen | Stellensuchenden | - Zielgruppenorientierung
- Bewerbungsqualität
- Zeitlich flexibel einsetzbar
- Lange Laufzeit
- Kommunikation per E-Mail mgl.
- Erreichbarkeit
- Kosten-Nutzen-Relation
| - Kostenlos
- Weltweit abrufbar
- Vergleichsmöglichkeit
- Direktbewerbung
- Einfache Handhabung
| - Komplexes (und teures) Auswahlverfahren ->max. 12 Teilnehmer +4-6 Beobachter + 2 Moderatoren
- Merkmale:
- Mehrfachbeurteilung
- Verhaltensorientierung
- Methodenvielfalt
- Anforderungsbezogenheit
- Bestandteile:
- Vorstellungsrunde
- Postkorbübung (Organisation eines Postkorbes in sehr kurzer Zeit)
- Präsentation / Kurzvortrag
- Gruppendiskussion
- Konstruktionsübung
- Mündliche / Schriftliche Einzelübungen
- Einzelinterview
- Feedback-Gespräch
- Vorteile eines Assessment-Centers:
- Prüfung der Kandidaten in einer Vielzahl von Situationen
- Überprüfung der sozialen Kompetenz
- Ausgleichsmöglichkeit zwischen den Aufgaben
- Kein rein subjektives Ergebnis
- Angenehme Atmosphäre
- Teilweise Identität der Mitarbeiterziele mit den Unternehmenszielen
- Problem: Das Unternehmen möchte den Mitarbeiter für eine Stelle qualifizieren, während der Mitarbeiter auch Qualifikationen in anderen Bereichen wünscht
- Personalentwicklung ist eine Investitionsentscheidung des Unternehmens
- Bereiche der Personalentwicklung
- Berufsausbildung
- Berufsfortbildung
- (Berufsumschulung)
- z.T. werden auch Unternehmens- / Bereichsentwicklung, Organisationsentwicklung und Unternehmenskultur mit aufgeführt, da bei Maßnahmen in diesem Bereich oft auch eine Veränderung / Weiterentwicklung der Mitarbeiter nötig ist, z.B. hin zu mehr Kundenorientierung
| Ziele des Unternehmens und des Mitarbeiters bei der Personalentwicklung | | Unternehmen | Mitarbeiter | - Wettbewerbsfähigkeit steigern
- Ausnutzung von Potentialen
- Unabhängigkeit vom Arbeitsmarkt
- Zufriedenheit / Motivation
- Senkung von Fehlzeiten / Fluktuation
| - Nutzung der Leistungspotentiale
- Karriere
- Einkommensverbesserung
- Fachlich höhere Kompetenz
- Soziale Fähigkeiten
| | Aufgaben der Personalentwicklung | |  | Instrumente zur Ermittlung des Personalentwicklungsbedarfs: - Erfolgsfaktorenanalyse
- Aufgaben- und Prozessanalyse
- Mitarbeiterbefragung
- Assessment Center / Testverfahren
- Beobachtung am Arbeitsplatz,...
| Methoden der Personalentwicklung | | On the Job | Off the Job | Weitere | | · Unterweisung · Anleitung durch Vorgesetzten · Job rotation · Übertragung von Verantwortung / Sonderaufgaben · Multiple Management · Trainee Programme · Einführungsprogramme | · Programmierte Unterweisung · Vorlesung · Konferenz · Rollen- / Planspiele · Gruppenarbeiten · Assessment Center · Bildungsurlaub · Fernunterricht | · Near the Job ->Mitarbeiter eines Bereiches bilden sich gemeinsam weiter ->Lehrwerkstatt ->sehr nahe am Job · Into the Job ->Einarbeitungs- / Einfühlungsseminare · Out of the Job ->Vorbereitung für den Ruhestand oder Hilfe bei der Suche nach einem neuen Job | - Grundlage ist das Berufsbildungsgesetz
- Duales System durch Betriebs- und Schulausbildung
- Ausbilder dient dem Azubi als Berater
- Ziel ist die Erarbeitung von Schlüsselqualifikationen
- 4-Stufen-Methode zum Erlernen von Fähigkeiten
- Vorbereitung
- Vormachen
- Nachmachen
- Selbstständiges Arbeiten
- Alternativ kann man Azubis auch nach dem Trial & Error – Prinzip arbeiten lassen ->Aus Fehlern lernt man
| Vor- und Nachteile verschiedener Lernmethoden im Betrieb | | Individuelles Lernen | Kollektives Lernen | - Berücksichtigung von Stärken und Schwächen
- Persönliche Betreuung
- Bessere Lenkung des Azubis
- Zeitintensiv
- Hohe Anforderungen an den Ausbilder
- Anreiz für den Ausbilder nötig
- Kontrolle der Leistung des Ausbilders
| - Schnellere Lösungsfindung
- Neue Ideenschöpfung
- Kooperation und soziales Verhalten werden gestärkt
- Effektive Wissensvermittlung
- Kostenersparnis
- Durchschnittsbetrachtung, d.h. keine Förderung des Einzelnen
| - Man unterscheidet CBT (Computer Based Training) und WBT (Web Based Training)
- Zeitnahe Vermittlung von Informationen möglich
- Hohe Wirtschaftlichkeit
- Multimedianutzung (Ton, Video, Animationen)
- Wichtige Aspekte bei der Entwicklung:
- Zielgruppe
- Lernertyp (autodidakt)
- Lernziel ->ist es überhaupt realisierbar
- Fachleute müssen bei der Entwicklung helfen
| Vorteile | Nachteile | - Kostenersparnis
- Zeitliche Flexibilität
- Kann vielen Mitarbeitern zugänglich gemacht werden
- Wiederholungsmöglichkeit
- Individueller, da man nur bestimmte Module wählen muß
- Durch Teletutoren oder Foren für Probleme auch bei Problemen geeignet
- Ortsunabhängigkeit
- Schnelle Aktualisierung möglich
| - Sehr komprimierte Wissensvermittlung ->nur wenig bleibt hängen
- Z.T. keine Rückfragen möglich
- Wenig soziale Integration ->Distanz zum PC
- Wenig Motivation / Forderungsanreiz
- Keine Kontrollmöglichkeit für erreichte Leistung, da z.T. Manipulationsmöglichkeiten
- Wenn es neben der Arbeit läuft, ist keine durchgängige Bearbeitung mgl.
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