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Grundlagen Buchführung 1-6 Drucken
Buchführung / Bilanzierung - Grundlagen der Buchführung 1

1.1 Warenkonten

Der Verkauf von Waren ist der erfolgswirksamste Geschäftsvorfall für einen Betrieb. Der Verkauf ist dabei mit einem Umsatzerlös verbunden, der bereinigt um den Einkaufspreis den Rohgewinn (Warengewinn) ergibt.

Beispiel: Ein Mantel wird zu 1000,- EUR (Einkaufspreis=EK-Preis) eingekauft und an den Kunden für 2000,-EUR (Verkaufspreis=VK-Preis) verkauft. Der Rohgewinn ist nun der Differenz zwischen EK-Preis und VK-Preis, d.h. 1000,- EUR. Dieser bewirkt eine Erhöhung des EK. Als Wareneinsatz bezeichnet man in diesem Zusammenhang den Einkaufspreis der verkauften Ware.

Um den Kauf und Verkauf der Waren zu organisieren führt man in der Buchhaltung drei Konten ein:

  1. Warenbestandskonto (WB)
    Dieses Konto beinhaltet nur den AB an Waren und den Schlussbestand lt. Inventur per 31.12. Der Schlussbestand lt. Inventur wird dann auf das SBK-Kto verbucht.
  2. Wareneingangskonto (WE)
    Auf diesem Konto werden die Wareneinkäufe verbucht, zu den EK-Preisen. Dies ist ein Aufwandskonto ->Erfolgskonto
  3. Warenverkaufskonto (WV)
    Dies ist das eigentliche Umsatzkonto. Hier werden die Warenverkäufe gebucht zu VK-Preisen.

Der Saldo auf dem Wareneingang- und Warenverkaufskonto wird beim Abschluß auf das GuV-Konto gebucht. Die Differenz zwischen Warenaufwand und Warenverkauf ist der Rohgewinn.

Als Reingewinn bezeichnet man am Ende den Rohgewinn abzüglich aller übrigen Aufwendungen und zuzüglich aller weiteren Einnahmen. Eine Bestandserhöhung der Waren ist erfolgt, wenn der AB am 01.01. einen niedrigeren Wert als der Schlussbestand lt. Inventur aufweist (Schlussbestand>AB). Das bedeutet, dass in der Geschäftsperiode mehr Waren eingekauft wurden, als verkauft worden sind.

1.1.1 Buchungen auf Warenkonten

  1. Anfangsbestand am 01.01. wird in das Bestandskonto im Soll eingetragen (da Aktivkonto)
  2. Alle Einkäufe während des Jahres werden auf dem Wareneingangskonto gebucht (im Soll) ->EK-Preise buchen
  3. Alle Verkäufe werden im Warenverkaufs-Konto gebucht. ->VK-Preise buchen
  4. Eintragung des Schlussbestandes lt. Inventur im Haben im Warenbestandskonto (Gegenkonto ist SBK).
  5. Saldieren des Warenbestandskontos (Gegenkonto ist Wareneingang) ->Wareneingangskonto korrigieren
  6. Saldieren des WE- und des WK-Kontos (Gegenkonto ist GuV) ->Wareneinsatz ermitteln
  7. Restliche Konten abschließen und Schlussbilanz

 

Beispiel:

Warenbestand Wareneingang

Soll

Haben

AB 10000,-

 


 

Soll

Haben

 

 

 

 

Warenverkauf

Soll

Haben

 

 

 

 

 

 

 

 

Es werden nun Waren im Wert von 10000,- EUR bar gekauft und Waren für 20000 EUR bar verkauft. Der Restbestand am Ende des Jahres ist 5000 EUR.

Warenbestand Wareneingang

Soll

Haben

AB 10000,-

SBK 5000,-


 

Soll

Haben

Kasse 10000

 

 

 

 

Warenverkauf

Soll

Haben

 

Kasse 20000,-

 

 

Nun wird das Warenbestandskonto mit Gegenkonto WE saldiert. Dieses nennt man vorbereitende Abschlussbuchung (hier: WE an WB). Danach werden WE- und WK-Konto saldiert.

 

Warenbestand Wareneingang

Soll

Haben

AB 10000,-

SBK 5000,-

 

WE 5000,-

10000

10000,-

Soll

Haben

Kasse 10000

GuV 15000

Bestand 5000

 

15000

15000

 

Warenverkauf GuV

Soll

Haben

GuV 20000

Kasse 20000

20000

20000

Soll

Haben

WE 15000

WV 20000

EK 5000

 

20000

20000

 

 

 

 
Nach Abschluß aller Konten weißt die GuV einen Gewinn von 5000,- EUR aus.


 
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