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Grundlagen Buchführung 1-4 Drucken
Buchführung / Bilanzierung - Grundlagen der Buchführung 1

1.1 Buchungssatz

Die einzelnen Geschäftsvorfälle werden vor der Buchung auf den Bestandskonten im Hauptbuch noch im Grundbuch (Journal) eingetragen. Ein Grundbuch hat folgende Form:

 

Grundbuch

Geschäftsvorfälle

Buchungssatz

Soll

Haben

 

 

 

 

Buchungssatz (Kontierung): Hier werden dem Geschäftsvorfall die betroffenen Konten der Bilanz zugewiesen. Dabei werden von einem Beleg stets 2 oder mehr Konten berührt, wobei eines immer im Haben gebucht wird und eines im Soll. Die Summe der Haben und Sollbuchungen bei einem Beleg müssen dabei identisch sein. Ein Buchungssatz besteht immer auch mindestens 2 Zeilen. In der ersten Zeile erscheint das Konto, das auf der Sollseite verändert wird durch den Geschäftsvorfall. Die zweite Zeile dient der Aufführung des Kontos, das im Haben verändert wird. Dabei ist zu beachten, wo die Beträge bei Aktiv- bzw. Passivkonten gebucht werden (->Buchungsregeln).

Beispiel:

Es wird ein Darlehen von 200 TEUR aufgenommen und das geliehene Geld geht auf dem Bankkonto ein. Das Darlehen ist ein Passiv-Konto (Verbindlichkeit). Hier werden Erhöhungen auf der Haben-Seite gebucht. Der Kontostand erhöht sich ebenfalls. Da dies jedoch ein Aktivkonto ist, wird die Erhöhung auf der Soll-Seite gebucht. (Buchungsregel: Erhöhungen immer auf der Seite der Anfangsbestände). Damit sieht das Grundbuch wie folgt aus:

Grundbuch

Geschäftsvorfälle

Buchungssatz

Soll

Haben

Darlehen aufgenommen und an Bank ausgezahlt

Bank

an Darlehen

200

 

200

 

 

 

 

Jetzt werden 200 TEUR von der Bank abgehoben und in die Kasse gelegt. Da beide Aktivkonten sind, wird die Erhöhung des Kassenguthabens im Soll und die Verringerung des Bankguthabens im Haben gebucht. Das Grundbuch sieht dann so aus:

Grundbuch

Geschäftsvorfälle

Buchungssatz

Soll

Haben

Darlehen aufgenommen und an Bank ausgezahlt

Bank

Darlehen

200

 

200

Auszahlung von Bank 200 TEUR. Geld in Kasse

Kasse

an Bank

200

 

200

Wichtig ist stets, dass das Konto im Buchungssatz zuerst auftaucht, welches im Soll gebucht wird. Anstelle des „an“ im Buchungssatz kann auch ein Schrägstrich, wie oben dargestellt, gemacht werden.

 

Es gibt zwei Arten von Buchungssätzen:

1. einfacher Buchungssatz: 2 Konten werden berührt

2. zusammengesetzter Buchungssatz: mehr als 2 Konten werden berührt, wobei gilt, das die Summe der Sollbeträge gleich der im Haben ist. Ein Beispiel wäre, wenn eine Rechnung von 6000 EUR mit einem Scheck über 2000 EUR und 4000 EUR in Bar beglichen wird. Das Grundbuch würde hier folgenden Eintrag aufweisen:

Grundbuch

Geschäftsvorfälle

Buchungssatz

Soll

Haben

Bezahlung Rechnung (6000,-)mit Scheck (4000,-) und bar (4000,-)

Verbindlichkeiten

an Bank

Kasse

6000,-

 

2000,-

4000,-

Hier verringern sich die Verbindlichkeiten. Da dies ein Passivkonto ist, werden die 6000,- Mark im Soll gebucht. Bank und Kasse verringern sich, werden jedoch im Haben gebucht, da es Aktivkonten sind.

 

Bei den Buchungssätzen wird beim Geschäftsfall meist mit angegeben, um was für einen Beleg es sich handelt. Dafür gelten folgende Abkürzungen:

KB = Kassenbeleg

BA = Bankauszug

ER = Eingangsrechnung (vom Unternehmen noch zu bezahlen)

AR = Ausgangsrechnung (an das Unternehmen zu bezahlen)

SB = sonstige Belege

PA = Postbankauszug

 

Bei Belegbuchung wird zudem auf jedem Beleg ein Stempel gemacht aus dem folgende Angaben hervorgehen: Berührte Konten, Werte für Soll und Haben, Grundbuchnr. (Journalnr.), Datum und Unterschrift des Buchenden.

 

Folgender zeitlicher Ablauf ist bei einer Bilanz einzuhalten:

  1. Bilanz am Jahresanfang erstellen
  2. Bestandskonten eröffnen (mit Anfangsbeständen)
  3. Kontieren/ Buchungssätze im Grundbuch
  4. Buchen auf Bestandskonten (Hauptbuch)
  5. Konten abschließen (Saldieren)
  6. Schlussbilanzkonto erstellen

 
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