bankstudent.de

wirtschaftsstudium.online

Startseite arrow Skripte arrow Buchführung / Bilanzierung arrow Grundlagen Buchführung 1-3
Alle Skripte als PDF
Die bankstudent.de BWL-CD
Die bankstudent.de BWL-CD
EUR11,99
EUR9,99
Du sparst: EUR2,00
bestellen

Hauptmenü
Login





Passwort vergessen?
Noch kein Benutzerkonto?
Registrieren

Grundlagen Buchführung 1-3 Drucken
Buchführung / Bilanzierung - Grundlagen der Buchführung 1

1 Die Bilanz

Die Bilanz (ital. Bilancia=Waage) bildet immer die Grundlage der Finanzbuchhaltung.

1.1 Der Aufbau einer Bilanz

Aktiva

Bilanz zum 31.12.20..

Passiva

Anlagevermögen (AV)

Eigenkapital (EK)

Umlaufvermögen (UV)

Fremdkapital (FK)

Bilanzsumme

Bilanzsumme





 

Die Aktiva-Seite wird auch Vermögensseite genannt.

Die Passiva-Seite wird entsprechend als Kapitalseite bezeichnet.

Die goldene Bilanzregel lautet: EK-AV >= 0

Im Gegensatz zum Inventar, bei dem die Differenz aus Vermögen und Schulden das Reinvermögen ergibt, bezeichnet man in der Bilanz die Differenz aus Aktiva und Fremdkapital als Eigenkapital.

 

Die Gliederung der Aktiva in einer Bilanz erfolgt von oben nach unten einer Rangordnung, in welchem Maße die Positionen liquide sind, wobei die liquidesten Mittel ganz unten stehen. Meist sind dies Bankguthaben.

Bei der Gliederung der Passiva geht es um die Laufzeit der Verbindlichkeiten, wobei nach unten die Laufzeit abnimmt, weshalb Lieferverbindlichkeiten meist am Ende der Aufstellung stehen.

 

Die Bilanz gibt darüber Auskunft, woher das Kapital eines Unternehmens kommt (Passiva-Seite) und wo es eingesetzt wurde (Aktiva-Seite).

 

Die Inventur dient als Kontrolle zur Bilanz und ist in der Regel vor der Bilanzaufstellung zu tätigen. Hier werden dann eventuelle Abweichungen in der Bilanz korrigiert.

 

Die Bilanz stellt eine wichtige Informationsquelle für die Gläubiger dar und ist daher für jedes Unternehmen vorgeschrieben. Die Bilanz ist zudem das erste Konto der Finanzbuchhaltung. Bei einem Geschäftsvorfall müssen sich stets zwei Werte (Konten) der Bilanz ändern, damit die Bilanzsumme gleich bleibt. Man unterscheidet dabei vier Arten von Geschäftsvorfällen:

  1. Aktiv-Tausch, d.h. es werden 2 Konten auf der Aktivseite durch den Geschäftsvorfall verändert. Die Bilanzsumme bleibt in diesem Fall gleich.
  2. Passiv-Tausch, d.h. es werden zwei Konten auf der Passivseite durch den Geschäftsvorfall verändert. Auch hier bleibt die Bilanzsumme gleich.
  3. Aktiv-Passiv-Erhöhung: Sowohl auf der Aktiv-, als auch auf der Passivseite wird ein Kontowert erhöht. Die Bilanzsumme erhöht sich daher (Bilanzverlängerung)
  4. Aktiv-Passiv-Minderung: Sowohl auf der Aktiv-, als auch auf der Passivseite wird ein Kontowert verringert. Die Bilanzsumme verringert sich daher auch (Bilanzverkürzung)

Jeder Geschäftsfall berührt stets 2 Posten in der Bilanz => doppelte Buchführung

1.1.1 Bestandskonten

Auf Bestandskonten werden die Wertveränderungen der einzelnen Posten der Bilanz über das Jahr festgehalten. Es gibt Aktiv- und Passivkonten. Man nennt diese Konten auch Vermögens- und Kapitalkonten. Ein solches Konto sieht wiefolgt aus:

Soll

Haben

 

 

 

 

1.1.2 Buchungsregeln für Bestandskonten

  1. Die Anfangsbestände (AB) werden bei Eröffnung des Kontos am Anfang des Jahres auf der Seite eingetragen, auf der sie in der Bilanz stehen (links oder rechts).
  2. Erhöhungen der Anfangsbestände werden auf der gleichen Seite des Kontos wie die Anfangsbestände gebucht. Bei einer Buchung ist stets das zweite von dem Geschäftsvorfall berührte Konto als Gegenkonto zu notieren.
  3. Minderungen werden auf der entgegengesetzten Seite wie die Erhöhungen gebucht.
  4. Für das Schlussbilanzkonto (SBK), welches am Ende des Jahres zur Bilanzaufstellung eröffnet wird, wird bei jedem Konto jeweils eine Abrechung gemacht, wobei auf jedem Konto auf der Soll- und der Haben-Seite der gleiche Betrag stehen muß. Um dies zu erreichen, wird auf der kleineren Seite der fehlende Betrag zum Ausgleich gutgeschrieben. Als Gegenkonto wird das SBK angegeben. Im SBK-Konto werden alle SBK-Buchungen auf den Bestandskonten genau auf der entgegengesetzten Seite, wie in den Bestandskonten gebucht. Als Gegenkonto wird das jeweilige Bestandskonto angegeben.

1.1.3 Beispiel

3 Bestandskonten für Waren und Kasse und Kredit. In der Kasse sind am Anfang des Jahres 1000 EUR, es existieren Waren im Wert von 5000 EUR und es besteht ein Kredit in Höhe von 6000 EUR. Die Konten werden wie folgt eröffnet:

Kasse Waren

Soll

Haben

AB 1000,00

 

 

 

Soll

Haben

AB 5000,00

 

 

 

 

Kredit

Soll

Haben

 

AB 6000,00

 

 

Da die Kasse und die Waren auf der Aktivseite der Bilanz stehen, werden die Anfangsbestände hier links gebucht. Beim Kredit ist es genau umgekehrt, da dieser auf der Passivseite der Bilanz steht.

Es werden nun Waren im Wert von 2000 EUR in Bar an einen Kunden verkauft.

Kasse Waren

Soll

Haben

AB 1000,00

 

Waren 2000,00

 

Soll

Haben

AB 5000,00

Kasse 2000,00

 

 


Kredit

Soll

Haben

 

AB 6000,00

 

 

Der Kassenbestand hat sich im 2000,- EUR erhöht, während der Warenbestand um 2000,-EUR geschrumpft ist (Aktivtausch). Das Unternehmen beschließt nun, mit dem Geld aus der Kasse 1000,-EUR des Kredites zu tilgen.

Kasse Waren

Soll

Haben

AB 1000,00

Kredit 1000,00

Waren 2000,00

 

Soll

Haben

AB 5000,00

Kasse 2000,00

 

 


Kredit

Soll

Haben

Kasse 1000,00

AB 6000,00

 

 

Hier ist sowohl der Kassen- als auch der Kreditbetrag verringert worden (Aktiv-Passiv-Minderung). Jetzt soll der Abschluß des Jahres gemacht werden. Es wird ein neues Konto, das SBK, eingerichtet.

Kasse Waren

Soll

Haben

AB 1000,00

Kredit 1000,00

Waren 2000,00

SBK 2000,00

3000,00

3000,00

Soll

Haben

AB 5000,00

Kasse 2000,00

 

SBK 3000,00

5000,00

5000,00


Kredit SBK

Soll

Haben

Kasse 1000,00

AB 6000,00

SBK 5000,00

 

6000,00

6000,00

Soll

Haben

Kasse 2000,00

Kredit 5000,00

Waren 3000,00

 

5000,00

5000,00


Alle Konten wurden so ausgeglichen (saldiert), da jeweils der selbe Betrag im Haben und im Soll stehen. Die SBK- Buchungen wurden dann im SBK-Konto verbucht und zwar jeweils auf der entgegengesetzten Seite, wie im Bestandskonto.

Beim Abschluß der Konten müssen dann noch die End-Beträge unter Soll und Haben doppelt unterstrichen werden und die Freiräume mit eine „Buchhalternase“ gefüllt werden.

 

Buchhalternase:

Image
Image Image


Damit sind die Konten geschlossen und aus dem SBK kann die Bilanz erstellt werden.

Die Buchung von Bestandskonten und die Erstellung des SBK kann man wie folgt schematisch darstellen:

Image


 
< zurück   weiter >