- Ist eine Verlängerung der Zentralbankbilanz (s.o.)
- Kreditäre Geldschöpfung:
- Über Refinanzierungsinstrumente ->Z steigt
Aber: irgendwann wird der Kredit zurückgezahlt ->Z sinkt - Geschäft bedarf der Zustimmung der Zentralbank
- Geld wird gedruckt / bereitgestellt
- Ist eine Monetarisierung von Aktiva, d.h. die Zentralbank kauft Aktiva (Schuldscheine), die keine inländischen Zahlungsmittel sind, und bezahlt mit einer Forderung auf sich selbst (Bankguthaben & Sichteinlagen)
- Ankauf von Fremdwährungen
- Bilanzverlängerung
- Keine zwingende Rückgängigmachung, d.h. dauerhaft
- Ankauf von Devisen (1) und Kauf eines Grundstückes (2):
- (1): G steigt und ZE steigt
- (2): SO steigt und ZE steigt
- Geld im Kassenbestand der EZB ist kein Geld, d.h. der Kassenbestand taucht in der Bilanz nicht auf und es kommt somit immer zu einer Bilanzverlängerung!!
- Ziele der Banken: Rentabilität, Liquidität und Sicherheit
->Rentabilität steht jedoch teilweise im Konflikt mit den anderen Zielen - Giralgeld betrifft nur die Geschäftsbanken
- Idealbank betreibt alle Bankgeschäfte
- Bilanz
| Idealbilanz | - Kasse (BG)
- Guthaben bei Zentralbank (ZE)
- Nettoauslandsforderungen (D)
- Kredite (K)
- Sonstige Aktiva- sonstige Passiva (SO)
| - SENB
- Termineinlagen (TE) < 2 Jahre
- Spareinlagen (SPE) < 3 Monate
| | Entstehung von Giralgeld | Verwendung von Giralgeld | - Giralgeld entsteht durch die Ausleihung von Geld (Aktiva)
| Giralgeldschöpfung und Giralgeldvernichtung | |  | - Aktive Giralgeldschöpfung
- Immer Bilanzverlängerung
- Geldmenge steigt an, da SE steigen
- Bank erwirbt Aktiva (Kreditscheine), die kein inländisches Zahlungsmittel sind, und bezahlt mit einer Forderung mit sich selbst
- Einzahlung (1) und Umbuchung von Sparbuch auf Girokonto (2)
- (1) BG steigt und SE steigt ->Bilanzverlängerung
- (2) SPE sinkt und SE steigt
- beides passiv ->Effekt auf die Geldmenge ist von der Aktion abhängig (Bilanzverlängerung oder Passivtausch)
- Überweisung an eine andere Bank:
- SE sinkt ->Giralgeldvernichtung
- SE bei anderer Bank steigt ->Giralgeldschöpfung
- Und Zentralbankgeldtransfer zwischen den ZE-Konten
Beispiel für Giralgeldschöpfung durch Kreditausgabe: Mindestreserve (MR) ist 10%; ÜR = Überschussreserve; pG=passive Geldmehrung; aG=aktive Geldmehrung | Buchung | Vorgang | Bankintern | Weiterüberweisung | | 1 | A zahlt 1111 auf Girokonto ein | MR=111 ÜR=1000 SE steigt um 1111 ->pG | | | 2 | Kredit an B über 1000 á Konto | SE steigt um 1000 ->aG | An C | | 3 | Sofortige Überweisung von B an C | SE sinkt um 1000 und steigt dann wieder um 1000; MR=100; ÜR=900 | | | 4 | Kredit an D über 900 | SE steigt um 900 ->aG MR=90; ÜR=810 | | ->Die SE sind auf 1111+1000+900 angestiegen, obwohl nur 1000 eingezahlt wurden ->Giralgeldschöpfung ist möglich, bis die ÜR=0 ist - Die Zentralbanken können über die Mindestreserve die Giralgeldschöpfung z.T. steuern
- Giralgeldschöpfung aus einer ÜR bei einer MR von r%:
 - Barabhebungen verringern die Giralgeldschöpfungsmöglichkeiten, da ÜR sinkt
- Berechnung von k unter Berücksichtigung einer Barabhebungsquote c (in Prozent):
->(1/r ist der Geldschöpfungsmultiplikator) - Die Formel für K gilt auch bei mehreren Banken, da immer die Gesamtgiralgeldschöpfungsmöglichkeit betrachtet wird
- Kritikpunkte:
- Annahme der Kreditmaximierung der Banken ist aufgrund der anderen Ziele (s.o.) nicht realistisch ->u.a. sorgt auch das KWG (Eigenkapitalhinterlegungspflicht bei Krediten) für eine Beschränkung
- In k ist keine Rückzahlung der Kredite vorgesehen, d.h. die Schöpfungsmöglichkeiten sind eigentlich noch höher
- Nachfrage nach Krediten ist nicht immer gegeben (z.B. bei einer Investitionsfalle)
- c und r sind nicht konstant und c ist nicht durch die Zentralbank kontrollierbar
- ÜR unterliegen nicht der vollständigen Kontrolle der Zentralbank ->es existieren auch noch die freien Liquiditätsreserven (FLR)
- Zeitbedarf des Prozess ist unbekannt
- Es gibt eine Erweiterung der Theorie der exogenen Geldmenge (Cambrigde-Gleichung)
- Bargeldkoeffizient (BG/SE) ist von den Zahlungsgewohnheiten abhängig (Bare oder bargeldlose Zahlung)
- Depositenkoeffizienten (TE/SE) und (SPE/SE) sind vom Zinsniveau abhängig ->auch die Präferenzen der Geldhaltung sind hier von Bedeutung
- Mindestreserve wird von der Zentralbank gesteuert
- ÜR liegt weitgehend in der Entscheidungsbefugnis der Geschäftsbanken
- Geldschöpfung wird nicht nur durch die Banken (aktiv), sondern auch durch die Kunden (passiv) beeinflusst
- Da das Verhalten des Publikums (Barabhebungsquote) die Geldmenge mitbestimmt, kann der Multiplikator nur Näherungswerte geben
- Das Geldangebot ist somit endogen, da es nicht mehr von der Notenbank genau vorgegeben werden kann
- Klassik / Neoklassik
- Es gibt die Transaktionskasse LT
- Die Geldmenge ist exogen vorgegeben
- Die Transaktionskasse hängt nur vom Einkommen ab
- Keynes
- L = Transaktionskasse (LT(y)) + Spekulationskasse (Ls(i))
- Geldnachfrage ist somit vom Zins und vom Einkommen abhängig
- Monetaristen: Verhaltenskomponenten der Geldnachfrage (Neo-Quantitätstheorie)
- Idee der Post-Keynesianer (J. Tobin / W. Baumol)
- Wenn z.B. 300€ im Monat gebraucht werden würden, könnte man einen Teil immer so anlegen, dass pro Tag 10€ ausgezahlt würden ->Zinsgewinn durch kurzfristige Anlage
- Aber:
- Umwandlungskosten v.a. in Form von Informationskosten über Zinssätze
- LT=f(Y,k=Kassenhaltung, U=Umwandlungskosten, i=Zins)
- Optimaler Geldbetrag für Transaktionskasse ist umso höher,
- Je höher die fixen Umwandlungskosten
- Je höher das Einkommen
- Je niedriger das Zinsniveau für alternative Anlagen
- Nach Keynes gilt:
 - Es wurde bisher angenommen, dass entweder alles Geld oder gar keines in der Spekulationskasse gehalten wird („all or nothing“-Theorie)
- In dieser Weiterentwicklung soll gezeigt werden, dass es auch eine Teilinvestition in Wertpapiere geben kann („Sowohl als auch“-Theorie)
- Grundaussage: Es gibt nur noch Ertrags- und Risikoerwartungen ->Unsicherheit
- Grundeinstellung: der Ertrag muß überproportional steigen gegenüber dem Risiko ->d.h. eine Isonutzenkurve wird nach rechts steiler verlaufen (I1)
| LS – Darstellung im Portfolio Selection Modell | |  | - Wenn der Wertpapieranteil = 0 ist, dann ist folglich auch das Risiko aus den Wertpapieren = 0. Dieses Risiko steigt linear mit steigendem Wertpapieranteil (Gerade A)
- Der Bereich von 0 bis 100% Wertpapiere stellt zudem die Spekulationskasse Ls dar
- Der Ertrag ist, wenn man keine Wertpapiere hält = 0; mit steigendem Wertpapieranteil steigt dann auch der Ertrag (Gerade B1)
- Der Tangentialpunkt der höchsten Isonutzenkurve, die B1 berührt gibt das optimale Risiko R1 für den Haushalt an. Durch R1 ist gleichzeitig der Ertrag E1 und die Wertpapierhaltung Wepa1 definiert. Die Spekulationskasse ist dann der Bereich von Wepa1 bis zum maximalen Anlagebetrag
- Erhöhen sich die Zinsen, müssen die Wertpapiere einen höheren Ertrag abwerfen, um attraktiv zu bleiben ->Ertragskurve B1 wird zu B2
- Dadurch kann eine höhere Isonutzenkurve I2 erreicht werden.
- Der Tangentialpunkt von I2 und B2 definiert den Ertrag E2, das Risiko R2 und den Wertpapieranteil Wepa2 ->mit steigendem Zins ist der Wertpapieranteil gestiegen und somit die Spekulationskasse gesunken, wobei es kein „all-or-nothing“ gibt
- ->Es gilt somit weiter
, jedoch kann LS jeden Wert linear annehmen zum Zins. - Ziel: der Kassenhaltungskoeffizient k soll als verhaltensabhängiger Faktor dargestellt werden ->k wird dabei durch ein Bündel anderer Variablen ersetzt
- Geht zurück auf Milton Friedman
- Im keynesianischen Geldmarkt gilt:
 - Die Nachfrage nach Gütern setzt sich wiefolgt zusammen:
x1=f(p1, p2, ..., pn, Y, U) (pi=Preis der Substitutionsprodukte; Y=Einkommen; U=Nutzen) - Für die Geldnachfrage gilt analog:
=Preisniveauänderung ->bei positiver Änderung (Inflation) wird in Güter investiert, die noch nicht davon erfasst sind, d.h. deren Preise noch niedrig sind ->entspricht p1 bei der Güternachfrage- iB=Bondrendite; iD=Dividendenrendite; iGM=Geldmarktzins; P=Preisniveau= Repräsentant für realwirtschaftliche Güteranlage ->entsprechen den Substitutionsprodukten
- YP= permanentes Einkommen, d.h. ein dauerhaft erzieltes Einkommen ->Trendeinkommen; ist nicht mit dem laufenden Einkommen Y gleich, da dieses sich z.B. bei Arbeitslosigkeit sofort verändert, während der Trend erst mal weiter läuft
- W= Struktur des Einkommens, d.h. welcher Anteil kommt aus Vermögen (schnell liquidierbar) und welcher aus sonstigen Produktionsfaktoren und welcher aus Arbeit (schwer liquidierbar)
- U=Nutzen der Geldhaltung (psychologischer Faktor)
- Die Geldnachfrage hängt somit von vielen Faktoren ab
- Dividiert man obige Gleichung durch YP, und ersetzt alle anderen Variablen durch das Bündel z, so erhält man:
 - k(z) ersetzt den einfachen Kassenhaltungskoeffizienten durch psychologische und ökonomische Determinanten
- dieser Ansatz ist Basis der heutigen Geldpolitik
- d.h., die Notenbank kann M beschränkt steuern und L durch die Zinsen ebenfalls beeinflussen
|