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Geldwesen 3 Drucken
Volkswirtschaftslehre - Geldwesen

1 Organisation des Geldwesens

1.1 Grundlagen

1.1.1 Entstehung und Funktionen des Geldes

  • Funktionen:
    • Allgemein akzeptiertes Tauschmittel und Zahlungsmittel für Transfers ->Standardisierung des Tausch- und Zahlungsverkehrs
      ->Geld muß ein dauerhaftes und nicht verderbliches Gut sein
      ->muß ein knappes Gut sein
    • Rechenmittel und Wertmaßstab ->Absolute statt relativer Preise
    • Wertaufbewahrungsfunktion
  • Alles was diese Funktion erfüllt und gleichzeitig unter den Geldmengenbegriff fällt, ist Geld
  • Knappheit = Geldumlauf darf nicht größer oder kleiner sein als Produktion
  • Entstehung des Geldes:
    • Waren- und Sachgeld
    • Metallgeld und Stangengeld ->daher kommt der Begriff „sich eine Scheibe abschneiden“ ->entspricht Münzen
    • Gravierung von Münzen (Münzherr und Münzer) ->Später auch Wertprägung
    • Quittungen von Münzwechslern waren erste Banknoten ->da es Namenspapiere sind, ist der Transport nicht so gefährlich wie bei Münzen
    • Recht der Banknotenausgabe wird später pro Land auf eine Institution beschränkt und Deckung der Währung ->erstmals Geldmengensteuerung möglich

1.1.2 Begriffe

Wirtschaftssubjekte

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Geleldmengenbegriffe der EZB

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->Repo = Wertpapiere mit Rückkaufsvermerk der Notenbank und Lfz. <2 Jahre
->Die Notenbank hat den größten Einfluß auf M1, jedoch ist die Menge M3 konstanter
->in M1 ist nicht der Barbestand der Banken enthalten
->M3 2002: 5,375 Billionen Euro

 

Problem bei M1:

  • Wird nur M1 betrachtet, erhöht eine Umschichtung von Spareinlagen in Sichteinlagen die Menge M1, ohne das die Notenbank Kontrolle darüber hat

 

Ermittlung der Preisniveaustabilitätsziele:

  • Preisniveaustabilität = Geldmenge sollte der realen Produktion entsprechen
  • Es findet jedes Jahr eine Geldmengenzielvereinbarung statt
  • Es gilt M=L (Geldangebot = Geldnachfrage)
  • Cambridge-Gleichung: M= k* P * Y (k=Kassenhaltungskoeffizient ->Verhaltensfaktor)
  • Quantitätsgleichung: M*v = P*Y ->Image
  • Wachstumsgleichung (aus * wird + und aus / wird -): WM= WP + WY - Wv
  • WY = Produktionspotential / Wirtschaftswachstum
  • WP = tolerierte Inflation (2%) + importierte Inflation z.B. durch Rohstoffpreise
  • Wv = Veränderung der Geldumlaufgeschwindigkeit ->durch elektronische Zahlungsmittel z.Z. –0,1% p.a.)
  • Geldmengenwachstumsgleichung in Euroland 2002 (fiktiv) :
    WM= 3,4% + 1% - (-0,1%) ->3,4% = 2% Toleranz + 1,4% importiert
  • Problem: eine Punktlandung wie sie die EZB versucht ist nur schwer zu erreichen. Dies führt jedoch zu Vertrauensverlust. Die Bundesbank hatte früher einen Zielkorridor vorgegeben
  • Auswirkungen von Geldmengenerhöhung:
    • Bei aktiver Verwendung des Mehrgeldes: P steigt und Y steigt
    • Bei inaktiver Verwendung: v sinkt, da Geldhortung
    • D.h. die Bevölkerung kann in die Ziele der EZB eingreifen

 

Der Währungsbegriff:

  • Bewertung der Geldeinheit
  • Geldverfassung, d.h. Staat und Notenbank sollen das Geldwesen organisieren ->Ordnungspolitik
  • International gesehen, wenn man unterschiedliche Währungen austauscht

 

Kredit ist die zeitweilige Überlassung von Kaufkraft gegen Gebühr

1.2 Die Notenbanken

1.2.1 Organisation der Notenbank

 

EZB

FED

Bundesbank

Direktorium (Board)

  • 6 Mitglieder
    (Präsident, Vize + 4 Mitglieder)
  • operatives (ausführendes) Organ
  • delegiert idR. die Geschäfte an die nationalen Notenbanken
  • dezentrale Bankenpolitik
  • 7 Mitglieder
  • Beschluß der Mindestreserve und Diskontsatz
  • Führt Offenmarktgeschäfte aus
  • Bankplatz NYC
  • 8 Mitglieder
  • Beschließt über Offenmarktgeschäfte und Devisentransaktionen
  • Führt o.g. Geschäfte aus
  • Bankplatz FFM

Rat

  • Direktoriumsmitglieder + 12 Mitglieder aus den Mitgliedsstaaten
    ->Rat kann das Board überstimmen
  • Bestimmt Richtlinien der Geldpolitik
  • Boardmitglieder +12 Personen, davon jedoch nur 5 Stimmberechtigt
    ->Rat kann Board nicht überstimmen
  • Beaufsichtigt Politik des Board
  • Direktoriumsmitglieder + 9 Präsidenten der Landes-zentralbanken
  • Bestimmt Richtlinien der Geldpolitik

Organisation im ESZB (Europäisches System der Zentralbanken)

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  • Die EZB unterliegt der Rechtssprechung des europäischen Gerichtshofes
  • Keine Wahlmöglichkeit der Mitglieder durch die Bevölkerung
  • Unabhängigkeit der EZB:
    • Institutionell
      • Kein Dritter, insb. Regierungen hat Weisungsbefugnis
      • Notenbank darf z.B. keine Kredite an Staat geben
    • Personell ->Amtszeit der Direktoren beträgt 8 Jahre ohne Wiederwahl- und Abwahlmöglichkeit
    • Funktional -> eindeutige Zielhierarchie, d.h. Preisniveaustabilität als oberstes Ziel, d.h. Binnenwert des Euro geht vor dem Außenwert
    • Operational ->Wahl und Einsatz der geldpolitischen Instrumente bestimmt die Notenbank
    • Finanziell ->Zeichner des Kapitals sind die 12 Notenbanken ->ABER: die nationalen Notenbanken gehören den Staaten
  • Gewinne der EZB werden an die nationalen Notenbanken gemäß ihrem gezeichneten Anteil ausgeschüttet (Deutschland ca. 23%)
  • Die Münzen werden durch den Staat geprägt, der sie dann an die EZB verkauft ->Münzgewinn für den Staat

1.2.2 Ziele und Aufgaben der EZB

  • Preisniveaustabilität ->wenn gewährt: Unterstützung der Wirtschaft als weitere Aufgabe
  • Beratung der Organe der EU in allen monetären Fragen, z.B. Beratung der Finanzminister bei Festlegung von festen Wechselkursen
  • Geldversorgung im Euro-Raum garantieren
  • Devisengeschäfte durchführen / Währungsreserven inklusive Goldreserven verwalten
  • Funktion des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs garantieren
  • Bankenkontrolle
 
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