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Geldwesen 2 Drucken
Volkswirtschaftslehre - Geldwesen

1.1 Die europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU)

1.1.1 Die Konvergenzkriterien

  • Gesamtneuverschuldung von Bund, Ländern und Gemeinden darf maximal 3% des BIP betragen
  • Gesamtverschuldung darf max. 60% des BIP betragen, bzw. es muß ersichtlich sein, dass ein Schuldenabbau wirksam betrieben wird (wie in Belgien und Italien)
  • Inflationsrate darf max. 1,5% über dem Durchschnitt der 3 preisniveaustabilsten Länder sein
  • Die Wechselkurse innerhalb des EWS (europäisches Währungssystem) müssen für 2 Jahre stabil gewesen sein (max. +/- 15%)
  • Langfristige Zinssätze dürfen max. 2% über denen der 3 preisniveaustabilsten Länder liegen ->Ersatz für ein Beschäftigungskriterium

1.1.2 Der Unterschied zwischen Währungsreform und Währungsunion

 

Währungsreform (z.B. 1949 Reichsmark gegen DM)

Währungsunion (z.B. 2002 DM gegen Euro)

Laufende Zahlungen

1:1

1,96:1

Geldvermögen (Lebensversicherungen, Wertpapiere)

10:1

1,96:1

Bankeinlagen

15,4:1

1,96:1

Staatsschulden

Gestrichen!

1,96:1

->Währungsreform=Staatsbankrott; Währungsunion = reine Umrechnung

1.1.3 Chancen und Risiken der Euro-Einführung

Chancen

Risiken

  • Vereinfachungen im Zahlungsverkehr
  • Geringere Transaktionskosten
  • Wegfall von Währungsrisiken
  • Vereinfachung der Buchführung
  • Angleichung der Mitgliedsstaaten
  • Preistransparenz
  • Mehr Wettbewerb ->mehr Innovationsdruck ->mehr Beschäftigung
  • EZB-Politik steht u.U. im Gegensatz zu einzelnen Länderinteressen
  • Inflation durch Ausnutzen der Umstellung
  • Keine Währungspuffer mehr
  • Sehr kreative Buchführung, um Konvergenzkriterien zu erfüllen (z.B. rechnete Italien Schwarzarbeit ins BIP ein, um die prozentuale Staatsverschuldung zu senken)
  • Sparmaßnahmen
  • Weicher Euro
  • Durch Zinsanhebungen aufgrund von Inflation negative Beschäftigungseffekte
  • Wirtschaftsstarke Regionen profitieren, während schwache Regionen Nachteile haben ->mehr Transfers nötig
  • Migrationsbewegungen können zu sozialen Konflikten führen
 
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