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Geldwesen 1 Drucken
Volkswirtschaftslehre - Geldwesen

1 Die europäische Währungsunion

1.1 Historie vergangener Währungsunionen

1.1.1 Lateinische Münzunion (1860-1914 bzw. offiziell bis 1927)

  • Währungsverbund von Frankreich, Belgien, Schweiz, Italien und Griechenland
  • Währung war gold- und silbergedeckt (Bimetallstandard)
    ->Münzen konnten bei der Notenbank gegen Gold und Silber eingetauscht werden
  • Bedingung war ein fixer Wechselkurs von Gold und Silber und zwischen den einzelnen Währungen, da Italien und Griechenland ihre eigenen Währungen beibehalten haben
  • Ankerwährung war der franz. Gold- und Silberfranc
  • Gründe für den Zusammenbruch:
    • Politische Uneinigkeiten / Differenzen (1. Weltkrieg)
    • Mehr Gold- als Silberfunde in den USA ändern das Tauschverhältnis von Gold in Silber und damit den Deckungsstandard
    • Italien und Griechenland haben verstärkt Papiergeld drucken lassen ->Inflation ->die anderen Länder haben das Papiergeld nicht mehr angenommen
    • Es gab damals 5 Notenbanken, ohne das feste Ziel der Währungsstabilität

1.1.2 Skandinavische Münzunion (1872)

  • Dänemark, Norwegen und Schweden im Währungssystem
  • Alle Währungen wurden beibehalten, allerdings zu festen Wechselkursen
  • Alle 3 Währungen wurden in allen 3 Ländern als Zahlungsmittel anerkannt
  • Reiner Goldstandard, d.h. durch Gold gedeckt
  • Fehler:
    • Keine gemeinsame Währung
    • Dänemark und Norwegen haben unkontrolliert Papiergeld gedruckt ->Aufgabe der Stabilitätspolitik ->Inflation
    • Schweden hat die Fremdwährungen in Dänemark und Norwegen in Gold getauscht, womit Schweden das gesamte Gold hat und Norwegen / Dänemark kein Gold mehr hatten, d.h. auch keine Deckung mehr
  • Nach dem Zusammenbruch wurden die Währungen an das damals vorherrschende Pfund gebunden

1.1.3 Amerikanische Währungsunion

  • Vor dem Anschluß an die USA herrschten in den einzelnen Bundesstaaten oft eigene Währungen
  • Per Gesetz wurde der Dollar mit Anschluß an die USA eingeführt
  • Erfolgsgeheimnis: nur eine Notenbank (FED) und eine zentralistische Geldpolitik

1.2 Die Historie der europäischen Währungsunion

  • 1944 Weltwährungssystem von Bretton Woods:
    • Mitglieder umfassen die westlichen Industriestaaten und Südamerika
    • Ankerwährung war der goldgedeckte Dollar ->alle Partnerwährungen haben fixe Wechselkurse zum Dollar und untereinander
    • Mit der Zeit war ein starker Auf- bzw. Abwertungsbedarf der einzelnen Währungen ->zahlreiche Realignments
    • Problem: eine gemeinsame Währungspolitik wäre nötig gewesen, aber einige Länder (z.B. Frankreich) haben nicht mitgemacht
    • Zusammenbruch 1973:
      • Hoher Dollarbedarf im Ausland, da viele Geschäfte auf Dollarbasis gemacht werden ->Starke Geldmengenerhöhung
      • Finanzierung des Vietnamkrieges erfolgt durch Erhöhung der Geldmenge ->Inflation
      • Dollar war durch gestiegene Geldmenge nicht mehr goldgedeckt ->Vertrauensverlust und Loslösung der anderen Staaten
  • Mit dem Zusammenbruch des Weltwährungssystems kam in Deutschland der Plan zu einer Europawährung bis zum Jahr 1980 auf (Werner-Plan)
  • Einführung dieser Währung wurde durch die Ölkrise und den daraus resultierenden realwirtschaftlichen Probleme verschoben
  • Neuauflage des Werner-Plans 1989 als Delors-Plan, der eine dreistufige Währungsunion vorsieht
  • 1992: Mastricht-Vertrag mit den Konvergenzkriterien (monetäre Aspekte)
  • 1994: Vertrag von Amsterdam ->Real- und finanzwirtschaftliche Aspekte

 
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