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Mikroökonomie 11 Drucken
Volkswirtschaftslehre - Mikroökonomie

1 Wettbewerbspolitik

  • Ein statisches Marktgleichgewicht kann nur eine Momentaufnahme sein
  • In der Regel gibt es ein dynamischer Marktgleichgewicht, durch neue Produkte, steigende Anbieterzahlen, andere Preise, Sättigung
  • Wettbewerbsanalyse ist somit dynamisch
  • Wettbewerb:
    • Such- und Informationsprozeß
    • Wechsel von Vorstoß/ Innovation und Nachahmung
    • Handelsfreiheit
    • Konkurrenz ohne eine dominierende Marktmacht
      • Wettbewerb um Geschäftsbeziehungen mit Inaussichtstellung möglichst günstiger Konditionen
      • Rivalitätsbeziehung

1.1 Probleme der vollkommenen Konkurrenz

Annahme

Problem

Polypolistische Marktstruktur

Einzelne Anbieter sind zu klein und da Bündnisse verboten sind finden Innovationen nicht statt.

Sinkende Skalenerträge sind aufgrund der kleinen Unternehmen nicht möglich

Homogene Güter; nur Mengenanpassung

Allein das Streben jedes Anbieters, seine Produkte zu verkaufen lässt heterogene Güter entstehen. Bei Mengenanpassung würde Preiswettbewerb verhindern.

Markttransparenz; hohe Anpassungsgeschwindigkeit

Voraussicht und Reaktionen ohne Zeitverlust sind nicht möglich. Würde Wettbewerb verhindern, ad jeder alles über den anderen weiß und dieser wiederum weiß, dass der andere es weiß.

Keine Präferenzen

Existieren immer

Folge: Wettbewerb ist bei vollkommener Konkurrenz nicht möglich.

1.2 Probleme des Wettbewerbs

Merkmal

Problem

Ausleseprozess

Führt zum Marktausschluß von Unternehmen und somit auch zu Arbeitslosigkeit. Leistungsschwache Nachfrager sind zudem auch vom Markt ausgeschlossen.

Wettbewerblich ist dies gewollt, sozialpolitisch jedoch nicht.

Wettbewerbsdruck

Wettbewerbsdruck soll zu Innovationen führen, kann jedoch auch dazu führen, dass absprachen stattfinden um somit Druck abzubauen. Diese würde Innovation verhindern. (Wettbewerbsbeschränkungen)

Fazit: ein optimaler Wettbewerb ist nicht erwünscht. Vielmehr geht es um eine optimale Wettbewerbsintensität.

1.3 Funktionen des Wettbewerbs

  1. Freiheitsfunktion
    ->Austauschprozesse erhöhen (Auswahl an Anbietern und Zulieferern hoch)
    ->keine Marktmacht
  2. Kontrollfunktion
    ->die Nachfrage kontrolliert ständig das Angebot
    ->Bewertung und ggf. Ausschluß von Produkten
  3. Verteilungsfunktion
    ->Markt-Leistungsbezogene-Einkommensverteilung
    ->Wert des Inputs wird als Lohn gezahlt und kann konsumiert werden
  4. Konsumentensouveränität
    ->langfristig nachfrageorientierte Angebotszusammensetzung
    ->Anbieter können nur kurzfristig gegen die Nachfrage Produkte anbieten
  5. optimale Allokation
    ->bestmögliche Verteilung der Güter
    ->keine überschüssige oder zu teure Produktion
  6. Technischer Fortschritt/ Innovation; Anreizfunktion
    ->durch Konkurrenz und den damit verbundenen Druck soll der Innovationsprozeß gefördert werden
    ->Ziel der kostengünstigen Produktion
  7. Auslesefunktion
    ->Anpassung auf die Marktsituation muß flexibel möglich sein
    ->inflexible Anbieter und Nachfrager ohne Einkommen müssen den Markt verlassen

1. und 2. sind gesellschaftliche/ außerökonomische Funktionen.

3.,4. und 5. sind statische Funktionen

6. und 7. sind dynamische Funktionen

 

Ziel des Wettbewerbes ist der Ausschluß ineffizienter Wettbewerber und eventuell eine effiziente Wiedereingliederung.

1.4 Die optimale Wettbewerbsintensität

  • Faktoren
    • Anbieterzahl
    • Marktunvollkommenheit
      • Steigt sie, steigt die Produktheterogenität und es fällt die Markttransparenz
    • Wettbewerbsintensität
  • Man unterscheidet zwischen potentieller und effektiver Wettbewerbsintensität
    • Bei sehr sehr vielen Anbietern (Polypol) herrscht fast kein Wettbewerb, da niemand groß genug ist, um ernsthaft Druck auszuüben
    • Gibt es nur 2 Anbieter (Duopol) ist die potentielle Wettbewerbsintensität sehr hoch, da sich beide versuchen zu bekämpfen
      Die effektive Wettbewerbsintensität ist jedoch niedrig, da beide Anbieter irgendwann beginnen werden Absprachen zu treffen.
    • potentielle Wettbewerbsintensität (rot+orange)= theoretisch ohne Absprachen
    • effektive Wettbewerbsintensität (orange)= Einbeziehung von Absprachen
  • als funktionsfähige Wettbewerbsintensität ergibt sich somit ein „weites Oligopol“
  • hier ist die Marktunvollkommenheit relativ niedrig und die effektive Wettbewerbsintensität relativ hoch.
  • Darstellung:

Image

  • Vereinfachte Darstellung:

Image

  • Gesucht ist der funktionsfähige Wettbewerb ->workable competition

1.5 Das Marktphasenkonzept

  • Ermöglicht Beschreibung des vorhandenen Wettbewerbs
  • 3 Phasen
    • market structure test (1. Marktphase)
      • Zahl der Marktteilnehmer ->Oligopol, Polypol, Monopol (ex definition kein Wettbewerb)
      • Homogenität der Produkte
      • Marktphasen (neues Produkt, Stars, cash-cows ->Produktzyklus)
      • Konjunktursituation
    • Market conduct test (2. Phase ->Verhaltenstest)
      • Spirit of competition ->Wieviel Wettbewerbsgeist herrscht vor
      • Wie oft werden die Aktionsparameter (Preise, Rabatte, Qualität, Service) eingesetzt
    • Market performance (3. Phase)
      • Technischer Fortschritt
      • Outputmenge
      • Qualität der Produkte
      • Kosten und Gewinne
      • Preise
      • Verfügbarkeit
  • Alle Punkte der Phasen entfalten Wechselwirkungen untereinander
  • Daher schwer festzustellen, von welchem Punkt eine Entwicklung ausgeht
  • ->dies ist der Kritikpunkt an diesem Modell

Gegenmodell: J.K. Galbraith ->Countervailing marketpower

  • Modell der gegengewichtigen Marktmacht
  • Grundaussagen:
    • wird Wirtschaft frei laufen gelassen, kommt es zur Konzentration und Monopolbildung
    • Nachfrager sollen sich wie die Anbieter konzentrieren und somit eine Gegenmacht bilden
    • Staatliche Förderung der Gegenmacht
    • Nachfrager können einen Anbieter in kurzer Zeit beseitigen, wenn sie gemeinsam agieren

1.6 Wettbewerbsrecht und Wettbewerbspolitik in Deutschland

GWB-Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen

UWG-Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb

  • Grundgesetz der Ordnungspolitik ->Rahmen des Erlaubten
  • Antikartellpolitik
    • Kartellverbot
    • Preisbindungsverbot ->Hersteller schreibt Verkaufspreise für die Händler vor
    • Verbot abgestimmter Verhaltensweisen ->Kollusion und Preisführerschaft
    • Geldbußen
    • Ausnahmen ->Strukturkrisenkartelle, Normierungskartelle
  • Fusionskontrolle
    • Untersagung von Fusionen bei Entstehung/ Verstärkung einer Marktbeherrschung (idR. bei 33% Marktanteil)
  • Missbrauchsaufsicht für marktbeherrschende Unternehmen
    • Untersagung des Machtmissbrauchs
    • Abschöpfung des Mehrerlöses
  • Alles, was unsittlich, unlauter, unbillig ist, ist verboten
  • Rabattgesetz
  • Zugabeverordnung (Produktzugaben zum eigentlichen Produkt)
  • Patentrecht ->zeitlich begrenzter Schutz gegen Nachahmung
  • Lizenzrecht
  • Warenzeichenrecht ->®
  • Gebrauchsschutzrecht

1.7 EU-Wettbewerbsrecht

  • Es gibt keine geregelte Kontrolle
  • Schaffung von Präzedenzfällen
  • Prüfung von großen Fusionen
  • Prüfungsverfahren:
    Image
  • Im Zuge der Globalisierung werden auch die Wettbewerbsbehörden zu Global Playern und entscheiden auch in Fällen in den die EU als Betroffener des Weltmarktes agiert

1.8 Wettbewerbsrecht in den USA

  • Basiert auf Sherman Act von 1890 (Kartellverbot) ergänzt durch merger guidelines (Fusionsrichtlinien und Entflechtung/ Zerschlagung von Trusts)
  • Die Preisdifferenz bei gleichen Produkten muß durch Kostendifferenzen belegt sein
 
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