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Mikroökonomie 9 Drucken
Volkswirtschaftslehre - Mikroökonomie

1.1 Wohlfahrtstheorie

  • Jeder pareto-optimaler Punkt enthält ein Wohlfahrtsoptimum
  • Darstellung:
    Image
  • A und B sind einzelne Nachfrager, die jedoch nur einen Preis unterhalb von p* zahlen können ->sie sind vom Markt ausgeschlossen
  • Der Anbieter E würde auch produzieren, jedoch zu einem Preis der oberhalb von p* liegt ->er wird ebenfalls vom Markt ausgeschlossen
  • Die Nachfrage C und D wären bereit pC bzw. pD zu zahlen, müssen jedoch nur p* aufbringen ->sie haben daher eine Ersparnis zu ihrem Maximalpreis
    ->Summer aller Ersparnisse der Nachfrage = Konsumentenrente
  • Der Anbieter F könnte seine Waren zum Preis pF anbieten, erzielt jedoch den höheren Preis p*
    ->er erhält einen Zusatzgewinn
    ->Summe der Zusatzgewinne aller Anbieter = Produzentenrente (Gewinn-Fixkosten aller Unternehmen)
  • Konsumentenrente und Produzentenrente ergeben zusammen eine Fläche:
    • Die Fläche ist nur im Marktoptimum ausgefüllt
    • Im Optimum p* sind Ersparnis und Gewinn den Teilnehmern voll zugeteilt
    • Im Optimum herrscht somit ein Wohlfahrtsoptimum ->G ist pareto-optimal

1.1.1 Wohlfahrtsbetrachtung im Angebotsmonopol

Definition des Marktes:

  • Ein Anbieter und viele kleinere Nachfrager
  • Der Monopolist hat keine Präferenzen ->es ist ihm egal, an wen er verkauft
    (Die Nachfrager haben ex definition keine Präferenzen, da nur ein Anbieter)
  • Völlige Markttransparenz
    ->Monopolist kennt die gesamtwirtschaftliche Nachfrage
    ->alle Nachfrager sind über die (Preis-)Strategie des Monopolisten gleichzeitig informiert
  • 2.3. Kriterium führen zur einem Einheitspreis
    ->der Monopolist kann keine Preisunterschiede machen zwischen den Nachfragern, da sonst diejenigen, die den niedrigeren Preis erhalten zu Zwischenhändlern würden

 

Beispiel:

  • ein Monopolist setzt 100 Stk. Ab zu einem Stückpreis von 10€
    ->Erlös = 100*10€ = 1000€
  • er könnte ein 101. Stück verkaufen, jedoch nur zu einem Preis von 9,95€
  • durch den Einheitspreis muß er alle 101 Stk. zum Preis von 9,95€ verkaufen
    ->Erlös= 101*9,95€ =1004,95€
    ->Erlös steigt, jedoch geringer als der Grenzerlös von 9,95€
    ->Im Monopol: GE(4,45€)<p(9,95€)

 

Vergleich Polypol und Monopol

Polypol


Monopol

P=konst

Y

E

E=y*p

P

Y

E

3

0

0

 

6

0

0

3

1

3

 

5

1

5

3

2

6

 

4

2

8

3

3

9

 

3

3

9

 

 

2

4

8

 

1

5

5

 

0

6

0

Pro Zeile kommt ein Nachfrager hinzu, der Preis beim Monopolisten wird jedoch auch auf die schon vorhandene Nachfrage angewendet.

 

Darstellung (Index M=Monopol; P=Polypol):
Image

  • der Monopolist kennt/ ahnt die Nachfrage bereits ex ante
  • Nachfragefunktion als Preis-Absatz-Funktion/ als vorausgeschätzte Nutzenfunktion
    ->p=a-by (hier: p=6-y)
  • Prohibitivpreis = Preis, ab dem die Nachfrage 0 ist ->Ordinatenschnittpunkt der Preis-Absatz-Funktion (p=a)
  • Abzissenschnittpunkt der Preis-Absatz-Funktion (PAF)/ Preisfunktion (P) bei der Sättigungsmenge (y=a/b)
  • Ertrag= y*p = y*(a-by) = ay-by2 ->GE=E’=a-2by
  • ->ab dem Maximum der E(M)-Funktion ist GE negativ
  • GE und Preis sind beim Monopolisten nur identisch, wenn der Monopolist nicht produziert (y=0); beim Polypolisten ist dies im Marktoptimum der Fall
  • Ziel des Monopolisten: Macht (Erhaltung des Monopols) und Gewinnmaximierung

 

Gewinnmaximum des Monopolisten:

  • G=E-K ->G’=E’-K’ ->E’=K’ (Bedingung 1. Ordnung)
  • G’’<0 für ein Maximum (Bedingung 2. Ordnung)
  • Darstellung 1:
    Image
  • Y* = Gewinnmaximale Produktionsstelle, da Anstieg von E und K identisch
  • Darstellung 2:
    Image
  • Gewinnmaximum beim Schnittpunkt von GK und GE (y*)
  • Lot senkrecht nach oben zur PAF-Funktion ergibt den Preis (C)
  • C=Cournot’scher Punkt = Preis, den die Nachfrage bereit ist zu zahlen bei y* und p* (Monopolpreis)
  • Ermittlung des Preises über die Preis-Absatz-Funktion, da der Absatz ja durch den Schnittpunkt von GE und GK gegeben
  • D wäre der Preis, der bei einem Polypol entstehen würden

 

Nach der Wohlfahrtstheorie gilt: Wettbewerb ist besser als das Monopol ->D ist besser als C für die Wohlfahrt.

 

Nachweis:

  • Unterstellung: der Monopolist hat die gleichen Grenzkosten wie alle Anbieter im Wettbewerb gemeinsam
  • Darstellung:
    Image
  • Zunächst wandelt der Monopolist Konsumentenrente in Produzentenrente um (Oranges-Feld)
  • Den Konsumenten geht sowohl der umgewandelte Teil (Orange) als auch die Hälfte des Blauen Feldes verloren
  • Die Produzenten gewinnen das Orange Feld hinzu und verlieren die Hälfte des blauen Bereiches
  • Insgesamt verkleinert sich jedoch die Summe von Konsumenten- und Produzentenrente im Vergleich zum Wettbewerb
    ->Dead-welfare-lost ->Wohlfahrtsverlust ->es liegen ungenutzte Ressourcen vor ->Monopol ist nicht pareto-optimal

1.1.1.1 Begründung von Staatsinterventionen

  • Wenn keine Gewinnerzielung möglich
  • Keiner ist bereit zu produzieren
  • Es gibt keinen Marktpreis
  • Sinkende Grenzkostenfunktionen
  • Z.B. Kühlhäusersubvention, um ganzjährige Versorgung mit Obst zu gewährleisten
  • Z.B. Verteidigung und Armee

1.1.1.2 Ziele des Monopolisten / Preisdifferenzierung

Ziele:

  • Konsumentenrente minimieren
  • Geschieht durch Preisdifferenzierung
    • Gleicher Preis bei unterschiedlicher Qualität
    • Unterschiedlicher Preis bei gleicher Qualität
    • Bedingung: Handel unter den Nachfragern nicht möglich

 

Preisdifferenzierung 1. Grades:

  • Monopolist versucht zusätzliche Konsumentenrente umzuwandeln ->Preisdifferenzierung bei gleichzeitigem Unterbinden des Produkthandels unter den Konsumenten
    ->z.B. Polaroid verkauft seine Sofortbildkameras in verschiedenen Ländern zu verschiedenen Nettopreisen, bei gleicher Qualität
  • Preisdifferenzierung 1. Grade = Ermittlung des „Reservationspreises“, d.h. des Preises, den jeder einzelne Nachfrager bereit ist zu zahlen
    ->jeder Nachfrager zahlt seinen maximalen Preis
  • Darstellung:
    Image
  • A zahlt pA; B zahlt pB u.s.w.
  • Bedingung für Differenzierung 1. Grades: Nur wenige Nachfrager
    ->Verhandlungen statt Marktpreisbildung

 

Preisdifferenzierung 2. Grades:

  • Segmentierung nach Nachfragergruppen ->gleicher Inhalt bei unterschiedlichem Preis
  • Z.B. bei Büchern: Einband oder Taschenbuch
  • Ermittlung von Cournotschichten:
    Image
  • Graphische Ermittlung:
    • Lot von C waagerecht auf GEM; dann senkrechtes Lot nach oben auf N
      ->Ermittlung der ersten Schicht
      ->es verbleibt eine geringe Restkonsumentenrente (kleines Dreieck innerhalb der gestrichelten Linie)
    • Von dort wieder waagerechtes Lot auf GEM und dann senkrechtes Lot auf N
      ->Ermittlung der 2. Schicht
    • Usw.
  • Findet z.B. bei Mineralöl statt, da in Berlin zu anderen Preisen als in München angeboten wird
  • Kommt oft auf Oligopolmärkten vor (z.B. bei Benzin)
    ->Barometrische Preisführerschaft ->Wechsel zwischen den Preisführern
    ->verändert einer die Preise ziehen alle nach

 

Preisdifferenzierung 3. Grades:

  • Zerlegung der Gesamtnachfrage in Teilmärkte
  • Nachfragefunktion:

Image

  • Man trennt die Gesamtnachfrage in einen elastischen Markt (Außenmarkt) und einen unelastischen Markt (Innenmarkt)
  • Darstellung der Einzelmärkte und ihren GE- und GK-Funktionen:

Image

  • Der Monopolist bedient zunächst den Markt, bei dem die Differenz zwischen GE und PAF am größten ist. Hier kann er den höheren Preis erzielen. Somit wird erst der Innenmarkt bedient, da der Preis bei C1 höher ausfällt als bei C2
  • Ab dem Preis, wo die GK-Funktion die Preisachse schneidet, beginnt der Wettbewerb
 
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