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Mikroökonomie 6 Drucken
Volkswirtschaftslehre - Mikroökonomie

1 Das Konkurrenzgleichgewicht

1.1 Beschreibung des Konkurrenzmarktes / Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen eines Konkurrenzmarktes

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In der Realität gibt es diesen Idealmarkt / Konkurrenzmarkt nicht. Am nächsten kommt ihm die Börse. Der Idealmarkt gilt jedoch als Maßstab / Ankerpunkt z.B. bei Ermittlungen des Kartellamtes.

1.2 Einteilung des Marktes nach der Teilnehmerzahl

Nachfrage

Angebot

Einer

Mehrere/ wenige

Viele

Einer

Bilaterales Monopol

Beschränktes Monopol

Monopol

Mehrere/ wenige

Beschränktes Monopson

Bilaterales Oligopol

Oligopol

Viele

Monopson

Oligopol

Polypol = idealer Markt

Monopol: Die Nachfrage ist der Macht des Angebots kurzfristig unterworfen.
->Langfristig wird die Macht egalisiert durch Entwicklung von Substitutionsgütern

Oligopol: z.B. Automarkenangebot (wenige) -> Nachfrage (viele)
-> Autozuliefererangebot (viele) ->Automarken, die nachfragen (wenige)
->kommt am häufigsten vor

Monopson: viele Hersteller von sensiblen Waren (Rüstung) und ein Nachfrager (Staat)

Bilaterales Oligopol: z.B. 2-3 Anbieter für Langstreckenflugzeuge und wenige Luftfahrtgesellschaften als Nachfrager

Bilaterales Monopol: Preisbildung ist nicht durch die Mikroökonomie erklärbar ->nur Verhandlungssache

1.3 Wie entsteht der Preis?

Adam Smith:

  • Marktpreise entstehen „quasi“ automatisch ->“the invisible hand“
  • Herbeiführung eines Marktausgleich ->p*,y*=x*

Leon Walras:

  • Überschussnachfrage ->Unternehmen heben die Preise an
  • Überschussangebot ->Unternehmen senken die Preise
  • Auktionatormodell, da Unternehmen keinen Einfluß auf den Preis haben
    ->man kommt vom Durchschnittspreis Zug-um-Zug (par tatonnement) zum Marktpreis
  • Nach Feststellung des Marktpreises müssen Teile von Nachfrage und Angebot den Markt verlassen, da sie keinen akzeptablen Preis erzielt haben
  • Im Gegensatz zu Smith gibt es den Auktionator (Instanz) statt der „invisible Hand“

Sir F. Edgeworth:

  • Recontracting ->vorläufiges Abschließen/ Paraphieren von Verträgen mit der Möglichkeit den Vertrag noch abzuändern (noch keine Unterschrift)
  • Mit einem paraphierten Vertrag wird zum nächsten Händler gegangen, um dort einen eventuell besseren Vertrag zu paraphieren u.s.w. bis Angebot und Nachfrage den Marktpreis erreicht haben
  • Bei verderblichen Waren findet das Recontracting bereits vor der Ernte statt
  • Auch hier am Ende Marktaustritt einiger Teilnehmer, die den gewünschten Preis nicht erreicht haben
  • Theoretisch funktioniert das Modell ist jedoch vielfach nicht einsetzbar, da zu viele Marktteilnehmer existieren
  • Hier können sich die Teilnehmer so verhalten, dass automatisch ein Gleichgewicht gebildet wird. Bedingung: keine Koalitionen

1.3.1 Störungen des Gleichgewichts / Stabilität von Marktgleichgewichten

  • Bei typischen Angebots- und Nachfragefunktionen existiert immer ein stabiles Gleichgewicht
  • Bei einer untypischen Angebotskurve, z.B. im Arbeitsmarkt kommt man von einem instabilen Gleichgewicht (blau) nicht zum alten Gleichgewicht (unten in der Graphik) sondern zu einem neuen darüberliegenden stabilen Gleichgewicht (grün)
    Image
  • Walras-Stabilität:
    • Ein Ungleichgewicht der Menge (N>A oder A>N) wird durch eine Preisänderung beseitigt
    • Durch Anhebung des Preises sinkt die Nachfrage und umgekehrt, so dass sich das Marktgleichgewicht einstellt
    • Darstellung:
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    • Steigen alle Preise infolge von Angebotslücken, spricht man von einer Angebotslückeninflation
    • Es findet eine vertikale Bewegung zum Gleichgewicht statt
  • Marshall-Stabilität
    • Unterschiedliche Angebots- und Nachfragepreise werden über Mengenänderungen ausgeglichen
    • Ist die Nachfrage größer als das Angebot sind die Haushalte bereit einen höheren Preis zu zahlen, statt des vom Unternehmen vorgegebenen (pHH statt pU) ->das Unternehmen wird daher seinen Preis Anheben, was zu einer Erhöhung der Menge und zu einer Reduzierung der Nachfrage führt. pU und pHH rücken dadurch näher zusammen (pU steigt, jedoch sinkt der Preis den die Haushalte bezahlen pHH) ->bei steigender Menge sinkt der Preis pHH. Über die Korrektur der Menge wird so das Marktgleichgewicht erreicht
    • Darstellung:
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1.3.1.1 Höchstpreise

  • In bestimmten Ländern/ Branchen werden staatlich Höchst- und Mindestpreise vorgegeben (Lateinamerika, Agrarsektor der EU)
  • Darstellung von Höchstpreisen, z.B. um Inflation einzudämpfen:
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  • Erklärungen:
    • p*: Legt der Staat den Höchstpreis bei p* fest, hat dies keine Auswirkungen, da sich der Markt im Gleichgewicht befindet und die Walras-Stabilität gilt ->eventuelle Angebotslücke wird ausgeglichen
    • pH1: keine Auswirkungen, da das Marktgleichgewicht erreicht werden kann ->Walras-Stabilität
    • pH2: Schwarzmarkt entsteht durch die zusätzliche Nachfrage ->höherer Preis auf dem Schwarzmarkt, da hoher Preis ureigenstes Unternehmensziel

->Walras-Stabilität durch Höchstpreis unterbunden

1.3.1.2 Mindestpreise

  • vor allem im Agrarsektor, um sich gegen Konkurrenz außerhalb des Hoheitsgebietes zu schützen
  • Darstellung:
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  • Erklärungen:
    • o p*: Legt der Staat den Höchstpreis bei p* fest, hat dies keine Auswirkungen, da sich der Markt im Gleichgewicht befindet und die Walras-Stabilität gilt ->eventuelle Angebotslücke wird ausgeglichen
    • PM2: Gleichgewicht stellt sich ein, da das System Walras-stabil ist
    • PM1: Anpassung an das Gleichgewicht wird verhindert ->Staat muß den Preis garantieren
    • Nur die private Nachfrage kann sich das Produkt leisten, es bleibt eine Nachfragelücke durch den zu hohen Preis
    • Nachfragelücke: Aufkauf der Überschussproduktion durch den Staat ->Unternehmen ist zufrieden ->Nachfrager haben sehr viel bezahlt oder nichts bekommen
    • Staatsnachfrage ist durch Steuern finanziert ->Nachteil für Unternehmen und Haushalte
    • Möglichkeiten für den Staat:
      • Vernichtung ->Kosten
      • Einlagerung ->Kosten
      • Subvention der Ware und Anbieten auf einem anderen Markt (Ausland), da im eigenen Land durch Mindestpreis nicht möglich ->Subvention durch Steuern finanziert
      • ->diese Verhalten entsprechen dem EU-Agrarmarkt
 
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