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Personalwesen 5 Drucken
Betriebswirtschaftslehre - Personalwesen

1 Personalfreistellung

->Personalfreistellung ist der Abbau von Personalüberkapazitäten

->Kündigung ist dabei nur eines von vielen Mitteln

 

Ursachen der Personalfreisetzung

  • Konjunkturelle, strukturelle Entwicklungen
  • Saisonale Schwankungen
  • Technologische Veränderungen
  • Planungsfehler
  • Neuorientierung oder Restrukturierung
  • Stilllegung
  • Standortverlagerungen
  • Fehlende Leistungsbereitschaft

 

Maßnahmen der Personalfreisetzung

Produktions- und Ablaufplanung

  • Mehr Lagerhaltung
  • Vorziehen von Aufgaben
  • Produktdiversifikation
  • Mehr Marketing

->insgesamt eher kurzfr. Maßnahmen

Arbeitszeitverkürzende Maßnahmen

  • Abbau von Mehrarbeit / Überstunden
  • Kurzarbeit
  • Urlaubsplanung
  • Umwandlung in Teilzeitstellen

Indirekte Maßnahmen

  • Einstellungsstop
  • Auslaufen von Zeitverträgen
  • Abbau von Leiharbeit

Direkte Maßnahmen

  • Pensionierung
  • Aufhebungsverträge
  • Entlassungen

Qualitative Maßnahmen

  • Personalentwicklung
  • Arbeitsorganisatorische Maßnahmen

->Vorbeugen durch Produktionsplanung, Arbeitsgestaltung und Personalpolitik

2 Vergütung

2.1 Ziele und Faktoren der Entlohnung

  • Motivation der Mitarbeiter bestimmt die Effizient der betrieblichen Leistung
  • Faktoren:
    • Lohndifferenzierung durch Arbeitsbewertung
      • Nach Schwierigkeit der Arbeit
      • Fachkönnen (geistig und körperlich)
      • Belastung (geistig und körperlich)
      • Verantwortung
      • Arbeitsbedingungen
    • Leistungsbewertung
      • Zählen, Messen oder Wiegen der Arbeitsleistung
      • Qualität und Höhe der Arbeitsergebnisse entscheidet
      • Kein fester Merkmalskatalog
    • Sozial orientiert ->Differenzierung nach Bedürftigkeit

2.2 Tarifverträge

  • Legen Mindeststandards fest
  • Löhne, Gehälter, Arbeitsbedingungen, Arbeitszeit, Urlaub, Kündigungsfristen
  • Werden zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeberverbänden geschlossen
  • Man unterscheidet Haus- und Firmen-Tarifverträge sowie Flächentarifverträge
  • Greifen in den freien Arbeitsmarkt ein, indem sie verbindliche Regelungen vorgeben
  • Rechtlicher Anspruch auf Tariflohn besteht nur für Gewerkschaftsmitglieder
  • Funktionen:
    • Schutzfunktion ->für Angestellte vor Willkür
    • Verteilungsfunktion ->Angestellte sollen über Löhne am Erfolg teilhaben
    • Gestaltungsfunktion ->Beteiligung an der Regelung von Arbeitsbedingungen
    • Kartellfunktion ->einheitliche Wettbewerbsbedingungen
    • Friedens- und Ordnungsfunktion ->Während der Laufzeit der Verträge keine Streiks
    • Koordinierungsfunktion ->Lohnkonflikt wird von den Betrieben wegverlagert
    • Entlastungsfunktion ->Staat wird von der Lohnpolitik entlastet

2.3 Lohnunterschiede

  • Art und Höhe der Tätigkeit -> höchster Lohnbestandteil
  • Kompetenz / Qualifikation ->wird selten extra vergütet
  • Qualität und Leistung ->wird bei Akkord oder Provisionen vergütet
  • Sozialgerechtigkeit ->Problematisch, wenn Einstiegsgehalt vom Alter abhängig
  • Marktwert ->Vergütung problematisch, da der Lohn so über dem Lohn bestehender Mitarbeiter liegen kann

2.4 Lohnbestandteile

  • Lohn = Nettolohn + Abzüge = Bruttolohn + Erfolgsbeteiligung
  • Bruttolohn = individueller Leistungslohn + betriebliche Sozialleistungen
  • Individueller Leistungslohn = Grundlohn + individueller Teil

2.5 Variable Vergütung / Anreizsysteme

2.5.1 Anreizsysteme

Schematische Darstellung von Anreizsystemen

Definition von Anreizsystemen

Image

Unter Anreizsystemen versteht man die Summe aller im Wirkungsverbund bewusst gestalteten und aufeinander abgestimmten Stimuli, die bestimmte Verhaltensweisen auslösen bzw. verstärken und das Auftreten unerwünschter Verhaltensweisen mindern.

 

Funktionen von Anreizsystemen:

  • Aktivierungsfunktion ->Motivation, Leistungspotential und Leistungsbereitschaft des Mitarbeiters sollen gesteigert und ausgeschöpft werden
  • Steuerungsfunktion ->Steuerung des Mitarbeiterverhaltens, insb. bezüglich der Unternehmensziele. Negatives Verhalten kann durch negativen Anreiz vermieden werden
  • Veränderungsfunktion ->Steigert die Bereitschaft, an Umstrukturierungen am Unternehmen mitzuwirken

 

Anreizsystemarten

Materielle Anreizsysteme (=Entgeltsysteme)

Immaterielle Anreizsysteme

Obligatorisch

Fakultativ

  • Festgehalt
  • Sozialleistungen
  • Zulagen
  • Zusatzleistungen
  • Erfolgsbeteiligung
  • Kapitalbeteiligung
  • Variable Vergütung
  • Personalentwicklung
  • Kommunikation
  • Organisation
  • Rahmenbedingungen

2.5.2 Entgeltformen

 

Zeitlohn

Leistungslohn

Erfolgsbeteiligung

Akkordlohn

Prämienlohn

Entlohnung

Leistungsunabhängig

Nach Arbeitsdauer

Leistungsabhängig

Nicht nach Arbeitsdauer

Grundlohn + Prämie durch Mehrleistung

Tariflicher Arbeitslohn + Erfolgsanteil

Merkmale

-Lohn und Arbeitszeit sind konstant

-Variable Lohnstückkosten

-u.U. Leistungszulage

-Effektivlohn variabel

-Lohnstückkosten konst.

-Zeitakkord oder Stückakkord

-Stundenverdienst steigt bei Mehrleistung

-Prämie kann für quantitative oder qualitative Mehrleistung gezahlt werden

-lineare oder progressive Prämie

-Leistungsbeteiligung

-Ertragsbeteiligung

-Gewinnbeteiligung

-Auszahlung des Erfolgsanteils oder Kapitalbeteiligung

Vorteile

-keine Qualitätsunsich-erheit durch Hast

-garantierter Lohn

-einfache Abrechnung

-lohnabh. Leistungs-anreiz für AN

-Kalkulationssicherheit durch konstante Stückkosten

-gesteigerter Output

-sicherer Grundlohn

-Leistungsanreiz

-AN haben Interesse am Unternehmens-erfolg

-Gefühl der Partnerschaft

-AN ist Kapitalgeber

-Leistungsanreiz

Nachteile

-keine Leistungsanreize

-AG trägt alleiniges Risiko für geringere Produktivität

-evntl. Gesundheitliche & techn. Schäden

-erhöhter Ausschuß

-geringere Qualität

-nur bis zu einem bestimmten Grad möglich

-Anreiz bleibt nicht konstant hoch

-z.T. Zwang zur „Vermögensbildung“

-Abhängigkeit

2.5.3 Probleme variabler Vergütung von Vertriebsmitarbeitern

Problemquellen

  • Der Mitarbeiter arbeitet provisionsbezogen, d.h. er verkauft das Produkt mit der höchsten Provision
  • Kundenbelange gehen unter
  • Kurzfristiges Denken ->kein Aufbau langer Kundenbindungen
  • Gefahr der Manipulation / Beeinflussung
  • Konkurrenzkampf um Kunden zw. den verschiedenen Vertriebsmitarbeitern
  • Wenn nur der Vertrieb variabel bezahlt wird, kann Neid in anderen Abteilungen aufkommen und die Unterstützung ausbleiben

 

Lösungsmöglichkeiten

  • Provisionen für bestimmte Produktgruppen einheitlich gestalten, so dass alle Produkte beim Verkauf für den Mitarbeiter gleichwertig sind
  • Kundenzufriedenheit als Gehaltsfaktor
  • Zuweisung von festen Vertriebsgebieten
  • Mitarbeiter, die nicht im Vertrieb arbeiten mit am Erfolg teilhaben lassen
  • Teile der variablen Vergütung immateriell auszahlen

 


 
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