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Organisation 8 Drucken
Betriebswirtschaftslehre - Organisation

1 Changemanagement

  • Traditionell ist Organisation ein planerisches Problem
  • Auswahl der optimalen Lösung als Hauptproblem und Umsetzung nur als Umsetzungsproblem
  • Die Umstellung der Organisation erfolgt dann zu einem bestimmten Zeitpunkt mit einer gewissen Toleranzzeit für die Umstellung der Mitarbeiter
  • Die traditionelle Denkweise hatte folgende Probleme:
    • Schleppender Umstellungsprozeß
    • Boykott von Lösungen
    • Viele nachträgliche Veränderungen
    • Exaktere Planung verschärfte diese Probleme noch
  • Daher Entwicklung einer Theorie zum Wandelproblem

1.1 Widerstand gegen Änderungen

  • Funktion von Organisationen hängt von deren Akzeptanz bei den Mitarbeitern ab
  • Ziel ist die Lösung der emotionalen Sperren
  • Hauptgründe für Widerstand:
    • Angst vor Sicherheitsverlust ->neues wird als unsicher und undurchschaubar gesehen
    • Befürchtung von Bedürfnisbefriedigungsverlusten ->Kompentenz- / Prestigeverlust, sozialer Verlust
  • Ablehnung kann sich in Fernbleiben, Trödeln oder Gerüchtebildung äußern

1.1.1 Widerstände aus der Person

  • Menschen neigen zum Wunsch, Gewohntes beizubehalten
  • Routine als Wunsch ->keine Veränderung
  • Verhaltensfixierung ->man hat nur noch das Bedürfnis die jetzige Tätigkeit weiter zu führen und nicht eine andere auszuüben
  • Es wird immer mit der jetzigen Situation verglichen ->zu große Abweichung führt zur Ablehnung
  • Cognitive Strukturen ->Abwehr von Kritik an der jetzigen Organisation durch Substitution zum Schutz der bisherigen Stimuli ->Schwierigkeit der Umsetzung neuer Organisationen
  • Frustrations-Regressionseffekt ->Veränderung macht alte Verfahren nutzlos ->dies führt zu Frustration ->Festklammern der Mitarbeiter an diesen Verfahren

1.1.2 Widerstände aus der Organisation

  • Regeln der Organisationskultur sorgen für Widerstand
  • Bestehende Normen haben eine Beharrungstendenz
  • Privilegien lassen sich nur schwer beseitigen
  • Bestimmte Praktiken (z.B. Karriereweg) können neuen Organisationen entgegenstehen
  • Nicht-hier-erfunden-Syndrom ->Ablehnung von Ideen, die von außen kommen

1.2 Studien zum Umgang mit Widerständen (Kurt Lewin)

  • Betreffen hauptsächlich die personenbedingten Widerstände

 

Faktoren für den Abbau von Widerständen

Ausmaß der aktiven Teilnahme

(Beteiligung, Gruppendiskussion und Kooperation)

  • Statt Vorträgen über die Vorzüge ist es besser eine Diskussion zu führen
  • Erörterung der Ablehnungspunkte
  • Erlebbarkeit des Wandels und seiner Notwendigkeit (Katharsis)
  • Miterarbeitung des Konzeptes durch Mitarbeiter
  • Frühzeitige Information

Motivation und Entscheidung

  • Aufbau der Motivation zur Zustimmung, da diese nicht von Beginn an vorausgesetzt werden kann ->Auflockerungsphase / Auftauphase
  • Zwischendrin Beruhigungsphasen
  • Herbeiführung der Entscheidung durch die Mitarbeiter, z.B. durch Abstimmung
  • Gemeinsamer Beschluß

Individuum und Gruppen

  • In Gruppen ist die Entscheidung nicht mehr Sache der Einzelperson, sondern es wirken zusätzlich Gruppenkräfte
  • Die Gruppe vollzieht Wandelprozesse schneller als das Individuum

Erwartungen

  • Ankündigung des Feedbackverlangens

->Ablauf: Auftauen (unfreezing) -> Verändern (moving)-> Stabilisieren (refreezing) ->insgesamt ein zyklischer Verlauf

  • Auftauphase:
    • Aufgeben eines alten Gleichgewichtszustandes
    • Entwicklung von Änderungsbereitschaft
    • Infragestellung alter Gewohnheiten, Diskussion neuer Ideen
    • Prozeß von innen ->Fehleranalyse, neue Mitarbeiter
    • Prozeß von außen ->sinkender Börsenwert / Marktanteil, öffentliche Kritik am Unternehmen
  • Stabilisierungsphase:
    • Vermeidung von Rückschlägen, d.h. Rückfall in die alte Organisation
    • Herstellung eines neuen Gleichgewichtszustandes

 

Verlauf von Veränderungsprozessen

Image

1.3 Organisationsentwicklung

1.3.1 Gruppendiskussion als Trainingsmethode

  • Ziel ist die Überwindung von Vorurteilen
  • Erkenntnis der Wirkung des offenen Feedbacks im Lernprozeß
  • Einrichtung sogenannter T-Gruppen in Trainingsveranstaltungen
  • Ablauf einer T-Gruppe:
    • Unstrukturierter Beginn
      • Einzelne Gruppenmitglieder exponieren ihre Meinung
      • Ziel ist die Erreichung neuen sozialen Raums und neuer Verhaltensweisen
    • Einübung der neuen Verhaltensmuster
    • Feedback

 

Feedback-Regeln

  • Verhalten beschreiben ->nicht Personen bewerten
  • Situationsbezogen, nicht verallgemeinernd
  • Dinge ansprechen, die der Betroffene auch ändern kann
  • Negatives und Positives hervorheben
  • Auf gegenseitiges Verstehen ausgerichtet

 

  • Aus den T-Gruppen entwickelte sich die Organisationsentwicklung
  • Survey-Feedback
    • Setzt bei Organisations- und Führungsdiagnose an
    • Ergebnisse werden allen betroffenen Organisationsmitgliedern bekannt gemacht
    • In verschiedenen Gruppensitzungen werden Veränderungsnotwendigkeiten herausgefiltert
  • Organisationsentwicklung kann durch einen Change-Agent durchgeführt werden

 

Schlagwörter der Organisationsentwicklung

Geplanter Wandel

Wohldurchdachte Herbeiführung der Veränderung

Ganzheitlicher Ansatz

Langfristige Umgestaltung des gesamten Systems

Anwendung sozialwissenschaftlicher Theorien

Wirkungsvermutung des Wandelprozesses auf Basis sozialwissenschaftlicher Theorien

Struktur und Verhalten

Struktur und Verhalten sollen verändert werden

Intervention durch Spezialisten

Konzipierung und Steuerung durch Spezialisten

1.3.2 Schema erfolgreicher Wandelprozesse

  • Basis ist immer eine aktive Einbindung der Betroffenen in den Prozeß

 

Phasen erfolgreicher Wandelprozesse

1. Phase

  • Schaffung von Veränderungsbereitschaft
  • Auftauphase
  • Bereitschaft war am größten, wenn bereits Krisensignale deutlich wurden

2. Phase

  • Externe Berater, um neue Sichtweisen hervorzubringen
  • Wandelberater (change Agents) ->am besten, wenn sie die neue Sichtweise entwickeln und nicht gleich fertig präsentieren

3. Phase

  • Informationssammlung zum Veränderungsprozeß durch alle Beteiligten
  • Zeigen, dass Ideen von „unten“ berücksichtigt werden

4. Phase

  • Problemlösungen für konkrete Probleme werden entwickelt
  • Wichtig sind die externen Berater
  • Überwindung von Blockaden und Finden von Lösungen, die allen gerecht werden

5. Phase

  • Experimentierphase
  • Funktionstüchtigkeit und Akzeptanz der Lösungen wird geprüft
  • Wichtig ist die Möglichkeit, Entscheidungen rückgängig machen zu können

6. Phase

  • Verbreitung der positiven Resultate
  • Kontinuierliche Mitarbeiterinformation
  • Neue Strukturen werden langsam zur Selbstverständlichkeit

 


 
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