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Organisation 6 Drucken
Betriebswirtschaftslehre - Organisation

1 Unternehmenskultur

1.1 7-S-Modell ->Erfolgsfaktoren für Unternehmen

  • Harte Faktoren
    • Strategie
    • Struktur
    • Systeme
    • Selbstverständnis
  • Weiche Faktoren
    • Spezialkenntnisse
    • Stammpersonal
    • Stil
    • Selbstverständnis

 

->Problem / Schwachpunkte westlicher Unternehmen waren die weichen Faktoren im Vergleich zu japanischen Unternehmen

1.2 Theorie Z von Ouchi

Typ A Unternehmen (amerikanisch)

Typ J Unternehmen (japanisch)

  • Hire an Fire
  • Schnelle Beförderung & Bewertung
  • Professionalismus, Spezialistenkarriere
  • Explizite Kontrollmechanismen
  • Individuelle Entscheidungen
  • Segmentierte Mitarbeiterorientierung
  • Lebenslanger Job
  • Langsame Karriere, kaum Leistungsbewertung
  • Breite Karrierewege
  • Implizierte Kontrolle
  • Kollektive Entscheidungen & Verantwortung
  • Gesamtheitliche Mitarbeiterorientierung

 

Typ Z Unternehmen (erfolgreiche westliche Unternehmen)

  • Geringe Fluktuation, lange Beschäftigung
  • Einvernehmliche Entscheidungen ->gleiche Interessen aller Mitglieder
  • Individuelle Verantwortung
  • Beurteilung und Beförderung in langen Zyklen
  • Keine formalisierten Verhaltensregeln
  • Karriere in verschiedenen Abteilungen möglich
  • Interpersonale Beziehungen ->ganheitliches Beziehungsgefüge

->Typ Z Unternehmen ähneln stark den Typ J Unternehmen ->Erfolgreiche Unternehmen in Amerika und Japan sind ähnlich

->es ergeben sich somit wesentliche Unternehmenstugenden

 

Wesentliche Unternehmenstugenden:

  • Primat des Handelns
  • Nähe zum Kunden
  • Freiraum für Unternehmertum
  • Produktivität durch Menschen
  • Sichtbar gelebtes Wertesystem ->Begründung der Unternehmenskultur
  • Bindung an das angestammte Geschäft
  • Einfacher flexibler Aufbau
  • Straff-lockere Führung

1.3 Was ist Unternehmenskultur

  • Wird als Schlüssel des unternehmerischen Erfolgs gepriesen
  • Unternehmenskultur umfasst nicht zwingend:
    • Architektur der Gebäude
    • Produktdesign
    • Freizeitveranstaltungen des Arbeitgebers
    • Gewinnbeteiligungsmodelle
    • Qualifizierung der Mitarbeiter
    • Nur spezielle nationale Modelle
    • Nicht nur bei gutsituierten Unternehmen
  • Unternehmenskultur ist eine ganzheitliche Unternehmensbetrachtung als Kultursystem
  • Merkmale:
    • Unsichtbare Steuergröße
      • Sie beeinflusst die Mitarbeiter unbewusst
      • Eine konkrete Beschreibung ist daher nur schwer möglich
    • Zusammenarbeit
      • Unternehmenskultur entwickelt sich aus der Zusammenarbeit
      • Aus Kooperation und Handeln werden erfolgreiche Lösungen gefunden
      • Mit der Zeit ergeben sich Orientierungsmuster was gut ist und was nicht, ohne dass es direkt bewusst ist ->=Unternehmenskultur
      • Somit hat Unternehmenskultur auch eine Entwicklungsgeschichte und entsteht nicht von heute auf morgen
      • Sie führt zu einem großteils einheitlichen Handeln
    • Situationsverständnis
      • Unternehmenskultur prägt die Reaktion in bestimmten Situationen
      • Die Ursprungsidee des Unternehmers steht hier in engem Bezug zu den Verhaltensweisen
  • Betrachtung des Unternehmens als Minigesellschaft
  • Unternehmenskultur soll den formalen Regelungsbedarf im Unternehmen reduzieren, da vieles bereits unbewusst gemacht wird
  • Ziel der Unternehmenskultur ist es, das Handeln des Unternehmens schlagkräftig in eine Richtung zu lenken ->der Arbeitnehmer soll sich mit dem Unternehmen und nicht nur mit seinem Job identifizieren

1.4 Aufbau der Unternehmenskultur

  • Grundlage der Unternehmenskultur sind Basisannahmen
    • Einstellung zur Umwelt (bedrohlich, bezwingbar)
    • Was ist Wahrheit (Aussagen des Chefs, wiss. Ergebnisse, Gewohnheit)
    • Natur des Menschen (gut oder schlecht, faul, verantwortungsbereit, vorgeformt oder veränderbar)
    • Menschliches Handeln (aktive Veränderung oder Impuls von außen, Arbeit = Schweiß oder Sitzen oder Kaffee trinken)
    • Faktoren für zwischenmenschliche Beziehungen (Alter, Herkunft, Erfolg, Emotionen, Privatbereich offen oder tabu, Wettbewerb oder Kooperation, Teamgeist oder Einzelkämpfer)

 

Aufbau der Unternehmenskultur ->3 Ebenen Modell

Image

 

  • Aus dem Grundgebilde der Basisannahmen bilden sich Normen und Standards:
    • Ungeschriebene Verhaltensrichtlinien und Verbote, die von den meisten getragen werden
    • Diese sind oft Grundlage für die Unternehmensphilosophie
    • Zusammen mit den Maximen und Ideologien bilden sie den Fokus für das Handeln ->dieser muß an neue Mitarbeiter vermittelt werden, z.B. mit Hilfe von Symbolsystemen (s.u.)
    • Geben Vorgaben für die Interpretation von Handlungen
  • Um Unternehmenskultur Außenstehenden, z.B. neuen Mitarbeitern, verständlich zu machen, haben sich Symbolsysteme herausgebildet
    • Sprache (Höflich, leger, umgangssprachlich, knapp, formal)
    • Helden & Rituale (Personen, die verehrt werden, z.B. die Gründer / Krisenmanager, Superverkäufer)
    • Legenden & Geschichten, die Unternehmenswerte wiedergeben
    • Feiern (Begrüßung von Mitarbeiten, Entlassung, Mitarbeiter des Monats Jubiläen)
    • Begrüßung neuer Mitarbeiter (Formulare ausfüllen oder Treffen am Arbeitsplatz)
    • Gestaltung der Firmenräume
    • Kleidung im Unternehmen

1.5 Kulturtypen

  • Kulturtypen können nach 2 Merkmalen eingeteilt werden:
    • Feedback ->Zeitraum bis zur Mitteilung des Aufgabenerfolgs
    • Risiko ->Risiko des Einzelgeschäftes
  • Es ergeben sich danach 4 Kulturtypen

Kulturtypen nach Deal / Kennedy

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Alles oder nichts-Kultur

  • Individualisten statt Teamgeist
  • Hohes Risiko und schnelles Feedback nötig
  • Temporeich, jugendliches Unternehmen
  • Unkonventionelle Sprache und Erscheinung
  • Wortschatz: „Cash cows“, „Yuppies“,...
  • Einsteiger müssen sich erst profilieren für Anerkennung
  • Erfolg ist alles (Ansehen, Macht, Einkommen)
  • Schonungslose Offenlegung von Misserfolgen
  • Aberglaube, z.B. an Glücksbringer, Horoskope,...
  • Gleichberechtigung von Mann und Frau

Brot- und Spiele-Kultur

  • Geringes Risiko und rasches Feedback
  • Außenorientierung
  • Freundliches und ansprechendes Auftreten
  • Unkomplizierte Teamarbeit
  • Keine ruhigen Minuten erlaubt
  • Viele Feste und Auszeichnungen (bester Verkäufer,...)
  • Geschichten über schwierige Kunden ->wer an diese verkauft, wird verehrt
  • Knappe Firmensprache voller Kürzel; Bilder aus der Sportwelt (Halbzeit, rote Karte,...)

Analytische Projektkultur

  • Hohes Risiko bei langsamen Feedback (z.B. Flugzeughersteller)
  • Konzentration auf die richtigen Entscheidungen
  • Zahlreiche Analysen und Prognosen
  • Wissenschaft ist Wahrheit
  • Hauptritual ist die Sitzung (mit fester Sitz- und Redeordnung)
  • Langfristige Orientierung ->langfristiger Aufstieg ->keine Blitzkarriere
  • Zähe Leute mit großer Idee sind die Helden
  • Korrekte Kleidung und Sprache
  • Keine Emotionen

Prozeßkultur

  • Häufige Randbedingungen ->wenig Risiko bei langsamen Feedback ->z.B. Scheckbearbeitung in der Bank
  • Konzentration auf den Prozeß, nicht auf das Gesamtziel
  • Perfekte Arbeit als Ziel
  • Detaillierte Dokumentation ->Mißtrauen und Absicherung
  • Helden sind diejenigen, die fehlerfrei arbeiten
  • Hierarchische Ordnung bestimmt Kleidung, Kontaktpartner, Privilegien, Umgangsformen, Gehalt, ...
  • Bei Beförderung statt mehr Gehalt Statussymbole (bessere Arbeitsplatz, Telefon,..)
  • Gerüchte und Intrigen bzgl. Beförderungen

 

  • Diese Typologien dienen nur der Vereinfachung / Grundorientierung und sind nicht als fest anzusehen

1.6 Wirkungen

1.6.1 Vorteile und Gefahren

  • Faktoren, die den Einfluß der Unternehmenskultur bestimmen:
    • Art und Richtung des Inhalts
    • Breite ->wieviele Mitarbeiter tragen die Kultur in sich
    • Tiefe ->wie stark sind die Mitarbeiter in der Kultur verankert
  • Ausgeprägte Unternehmenskultur ->Prägnante Ziele
  • Bereite Akzeptanz ->einheitliches Denken

 

Vorteile

Nachteile

  • Geringer Regelungsbedarf, da wenig Abstimmung nötig
  • Rasche Entscheidungsfindung durch gemeinsame Sprache
  • Motivation durch Begeisterung
  • Mangel an Flexibilität, da festgefahrene Strukturen
  • Geschlossenes System, da keine neuen Aspekte Einfluß finden ->keine Diskussionen mehr
  • Problem mit Veränderungen, z.B. Fusionen

1.6.2 Probleme bei Entscheidungsprozessen

Weltbild & Unternehmensphilosophie

  • Problemformulierung gestaltet sich schwierig
  • Durch festgefahrene Strukturen kann es zur Vereinfachung oder Verzerrung kommen

Rituale

  • Gruppendenken
  • Konformismus ->neue Ideen kommen nicht vor ->keine Problemdiskussion

Sprache

  • Schwierigkeit Alternativen zu formulieren, da man in einer festen firmeninternen Sprache steckt
  • Alternativen bleiben unformuliert

Heldengeschichten

  • Schränken Handlungsalternativen ein
  • Die in den Geschichten dargestellten Handlungsweisen werden als richtig dargestellt und verdrängen Alternativen

1.6.3 Konsequenzen für die Unternehmensführung

  • Ziel ist die Vermeidung der negativen Wirkungen
  • Das Unternehmen sollte korrigierend eingreifen, wenn sich solche Situationen einstellen
  • Prozeß der Neuorientierung oder Einführung von Interventionen
  • Meist beginnt der Ablauf mit einer Konfliktsituation, die dann zu einer Veränderung der Unternehmenskultur führt

 

Ablauf eines Kulturwandels

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  • Ziel ist die aktive Ingangsetzung von solchen Veränderungsprozessen
  • Dafür muss zunächst die Situation diagnostiziert werden ->was für ein Typ Kultur liegt vor (s.o.)
  • Danach muß die Kultur beurteilt werden bzgl. ihrer Veränderungsbedürftigkeit (sh. Probleme in Entscheidungsprozessen)
  • Bei den Maßnahmen muß die Angst der Mitarbeiter vor Veränderung berücksichtigt werden
  • Das Management kann jedoch nur die Anstöße gegen, da die Umsetzung den Mitarbeitern obliegt
 
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