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Organisation 5 Drucken
Betriebswirtschaftslehre - Organisation

1 Projektmanagement

  • Ziel ist es Projekte so zu steuern, dass das Risiko minimiert wird
  • Früher war Projektmanagement nur Kosten- und Terminüberwachung
  • Heute fasst man es als ganzheitlichen Ansatz auf, mit Systemengineering und Termingestaltung als Schwerpunkten
  • Projektarbeit ist eine Organisationsform ->teilautonome Einheiten, Neugestaltung von Wertschöpfungsprozessen, Qualitätszirkel
  • Hauptsächlich in Bauunternehmen, Banken und Dienstleistungsunternehmen und der öffentlichen Hand ->trägt einer zunehmend instabileren Umwelt Rechnung
  • Unterscheidung zwischen internen und externen Projekten
  • Typische interne Projekte: Investitionen, Entwicklungsvorhaben / Produktentwicklung, Organisationsveränderungen
  • Ziele: Kundenorientierung und Wettbewerbsfähigkeit
  • Externe Projekte: dienen ausschließlich der Leistung am Kunden, d.h. eine Leistung für den Kunden wird im Projekt erbracht
  • Der Projektmanagementbegriff ist in DIN 69901 definiert
  • Man unterscheidet grundsätzlichInvestitionsprojekte, F&E-Projekte, Organisationsprojekte
  • Reines Projekt: Mitarbeiter arbeiten nur im Projekt
  • Gemischtes Projekt: Mitarbeiter arbeitet nur parallel im Projekt ->Entstehen einer Matrixorganisation ->Konfliktpotential
  • Projektmanagement ist auch Führungs- und Organisationsaufgabe ->Managementaufgabe

Merkmale von Projekten

Zielvorgabe

Quantitatives / qualitatives Ziel, dass während des Projektes noch verfeinert wird

Endlichkeit

Projekt endet mit Zielerreichung

Ressourcenbegrenzung

Es gibt ein festes Budget

Einmaligkeit

Abgrenzung von anderen Aufgaben / Projekten

Komplexität

Organisation wird durch Aufgabenvielfalt bestimmt

Organisationsform

Temporäre teilautonome Sekundärorganisation parallel zur betrieblichen Primärorganisation

Interdisziplinarität

Fachübergreifende Projektteilnehmer

 Managementaufgaben im Projektmanagement

Projektleitung

Ist Institution (Entscheidungsgremium) und Funktion (beraten)

Qualifikation

Soziale und kommunikative Fähigkeiten sind gefordert

Ressourcenmanagement

Beschaffung, Koordinierung und Überwachen der Ressourcen

Kommunikation

Sorgt für den Informationsfluss

Rückkopplung

Vergleich der Arbeitsergebnisse mit der Zielvorgabe ->Abweichungsanalyse

Instrumente

EDV zur Datenverwaltung, Termin- und Kostensteuerung

Teamarbeit

Flexibilität und Kompromissbereitschaft von allen Mitwirkenden

Einordnung von Projekten

Branche

Projektart

Aufgaben

Methoden / Instrumente

Industrie

Handel

Dienstleistung

Öffentliche Hand

F&E

Investition

Organisation

Standortänderung

EDV-Einführung

Ausbildung

...

Projektplanung
Ziele, Struktur, Vorgehen

Steuerung
Kosten, Termine, Ressourcen, Leistung

Dokumentation

Projektstrukturplan

Abweichungsanalyse

Trendanalyse

Projektdatenbanken

Netzplantechnik

EDV

Darstellung eines Projektablaufes

Image

  • Aufgaben der Projektführung: Vermitteln und Vereinbaren von Zielen, Teamgeist, Schaffen von Anreizen, konfliktarme Problemlösungen, Coaching
  • Regelgrößen im Prozeß: Informationsfluß, Zeit, Ressourcen, Kosten, Leistung
    ->dies sind auch die entsprechenden Managementaufgaben (Informationsmanagement, Zeitmanagement,...)
  • Mittelbare Aufgaben des Projektmanagement: Analyse & Beeinflussung der Projektumgebung; Optimale Projektorganisation; Teambildung; Risikomanagement; Wissenssicherung
  • Es gibt keine Mindestgröße für ein Projekt
  • Da viele Projekte im Unternehmen parallel laufen nennt man die Koordination aller Projekte Multiprojektmanagement ->Prioritätensetzung ->es müssen immer die wichtigen Projekte laufen ->Unternehmensziel im Auge behalten
  • Vorschläge für interne Projekte kommen oft von den Mitarbeitern selbst

1.1 Aufgaben im Projektmanagement

1.1.1 Projektplanung

  • Zieldefinition und Aufgabenformulierung dienen als Ausgangspunkt
  • Als Parameter dienen Zeit, Inhalt und Ressourcenbeschränkungen
  • Als Randbedingungen stehen Schnittstellen zu anderen Projekten und zum Umfeld (Unternehmen, Staat, Umwelt,..)
  • Hierarchische Gliederung der Struktur für Transparenz
  • Objektstrukturplan / Projektstrukturplan->Zeigt die Teilaufgaben mit ihren Arbeitspaketen zur den einzelnen Projektfaktoren und vermittelt einen Überblick über den Gesamtumfang ->z.B. Tätigkeiten für die Errichtung der Fabrikhalle
    • ->Gleiches wird für das Produkt gemacht (Produktstrukturplan) ->enthalt Baureihen, Systeme und Baugruppen
    • ->Gleiches wird für die Phasen des Projektes gemacht (Phasenstrukturplan) ->Grundlagen, Konzept, Vorplanung, Feinplanung, Ausschreibung, Lieferung, Ausführung, Inbetriebnahme, Abnahme
  • Arbeitspaketbeschreibungen werden in Form einer Jobliste angefertigt
  • Arbeitspaketbeschreibung ist Grundlage für den Terminplan ->stellt alle Arbeitspakete in einem Zeitplan dar (Balkenplandiagramm / GANTT-Diagramm)

 

Balkendiagramm / GANTT-Diagramm

Image

 

Hierarchische Planung

Image

 Objektstrukturplan 
 Image 

->für jedes der gelben Kästchen wird wieder ein Organigramm gemacht, was die Unteraufgaben verdeutlicht

Aufbau einer Arbeitspaketbeschreibung

Nummer

Vorgangsnahme

Verantwortlich

Dauer

Anfang

Ende

Puffer

Vorgänger

Nachfolger

...

...

...

...

...

...

...

...

...

 

· In der Planung erfolgt durch die Zuteilung von Arbeitspaketen auch die Kalkulation der Ressourcen und des Zeitplanes

· Arbeitsschritte dafür:

o Abhängigkeitenermittlung zwischen den Aufgaben

o Darstellung der Arbeitspakete in einem Netzplan oder vernetzten Balkenplan

o Optimierung des Netzplanes hinsichtlich Zielkorridor, Wirtschaftlichkeit und Ressourcenverfügbarkeit

· Vorteile des Netzplanes sind das Erkennen logischer Zusammenhänge und von Abhängigkeiten

 

Darstellung eines Netzplanes ->Schaltplandarstellung

Image

1.1.2 Projektführung / Projektüberwachung / Projektsteuerung / Projektcontrolling

Projektführung

Projektüberwachung

Steuerung / Controlling

· Aufteilung in Lenkungs- und Entscheidungsgremium

· Aufgaben sind:

o Planung und Koordinierung

o Zielakzeptanz fördern

o Moderation bei Konflikten

o Optimierung

o Coaching

· Wiederkehrende Ist-Analyse des Projektstatus

· Vergleich mit Sollstand ->Korrekturmaßnahmen

· Permanente Abweichungsanalyse

· Aussagen über die Wahrscheinlichkeit und den Grad der Einhaltung der Projektziele

· Koordinierung von Führung / Durchführung und Überwachung

· Überwachung von:

o Leistungsdifferenzen (Abweichungen von Mengengerüst)

o Kostendifferenzen (Abweichungen vom Planbeschaffungswert)

o Zeitdifferenzen (Abweichungen vom Zeitplan)

1.1.3 Projektumwelt

  • Ganzheitliche Betrachtungsweise
  • Projektplanung unter Berücksichtigung von: Technologien, Ökonomie, Rechtslage, Sozialen Gesichtspunkten, Politik und Verwaltung
  • Die dabei möglichen Risiken sollten vorher identifiziert und wenn möglich quantifiziert werden ->Berücksichtigung in der Planung

1.1.4 Projektorganisation

  • Für das Projekt wird eine extra Organisation benötigt, da die lineare Betriebsorganisation nur bedingt geeignet ist ->Aufbau einer Sekundärorganisation
  • Straffe, hierarchieunabhängige Besetzung ->Besetzung nach fachlicher Qualifikation
  • Verantwortung und Kompetenzen sollten im Einklang stehen
  • Sekundärorganisation sollte im Einklang mit der betrieblichen Primärorganisation stehen
  • Austausch zwischen den Organisationen ->Informationsfluß ->Konfliktvermeidung durch Steuerungskreis / Lenkungsausschuß
  • Kern ist immer das Projektteam mit dem Projektleiter ->Mitarbeiterverflechtung von Primär- und Sekundärorganisation ->dabei können sich auch die Hierarchien umkehren

1.1.5 Teambildung und Coaching

  • Förderung der Kundenorientierung und Teambildung
    • Vertrauen
    • Zusammenhalt ->gemeinsames Ziel
    • Leistungsbereitschaft und Effizienz
  • Ausgleich fehlender sozialer Kompetenz bei Projekt- / Teamleitern durch Qualifikation und Coaching

 

Phasen der Teambildung

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1.1.6 Risikomanagement

  • Ziel ist die Früherkennung von Projektrisiken ->Ermöglichen von rechtzeitigen Gegenmaßnahmen
  • Aufgaben: Risikofindung, Risikobewertung, Risikobeherrschung

 

Problemfelder des Risikomanagements

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1.1.7 Projekthandbuch und Projektdokumentation

  • Im Vorfeld des Projektes werden Aufgaben und Abläufe dokumentiert, um Anhaltspunkte für den späteren Ablauf zu haben
    ->Unterstützt die Zielorientierung
  • Zusammenstellung von: Richtlinien, Vorschriften, Projektinfos, Rahmenbedingungen, Arbeitsanweisungen, Konzepten
  • Die Zusammenfassung kann in einem Projekthandbuch erfolgen
  • Inhalte des Projekthandbuches:

Ziele

Projektgegenstand

Struktur & Ablauf

Organisation

Verträge

Kosten- und Terminplan

Qualitätsmanagement

Berichtswesen

1.1.8 Leistungsvergabeverfahren und Vertragsmanagement

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Generalübernehmer

  • Ein Unternehmer liefert alles zu Festpreis & Termin
  • Er ist i.d.R. nicht Hersteller aller Leistungen
  • Hat die Gesamtverantwortung

Generalunternehmer

  • Generalübernehmer, der auch Hersteller ist

Vergabe nach Gruppen

  • Bestimmte Leistungsgruppen werden jeweils von einem Lieferanten übernommen

Einzelvergabe

  • Jede Leistung wird einzeln vereinbart

->der Aufwand für das Projektmanagement nimmt von oben nach unten zu und die Herstellungskosten ab

 

  • Wichtige Punkte bei Vertragsabschluß:

· Vollständigkeit der Verträge

· Terminvorgabe und Koordination mit anderen Verträgen

· Risikoabsicherung / Risikoabschätzung

· Genehmigungen

· Gefahrenübergang

· Haftung / Garantie

· Clearingvereinbarungen

  • U.U. müssen Vertragsänderungen vereinbart werden, die dann jedoch auch mit dem Erstvertrag und dem Projekt konform sein müssen
  • Prüfung der Leistung vor Vertragsende
  • Claim-Management ->Dokumentation von Ansprüchen und Forderungen aus Leistungsstörungen

1.2 Methoden der Projektplanung und Projektkontrolle

1.2.1 Terminplanung, Terminkontrolle, Abweichungsanalysen, Meilensteintrendanalyse

Terminplanung & -kontrolle

Abweichungsanalyse

Meilensteintrendanalyse

· Projektstrukturierung als Basis

· Entwicklung der Ablaufstruktur

· Planung nach Ressourcenverfügbarkeit, kritischen Punkten, Rahmenbedingungen

· Vorwärtsrechnung ->spätere Stufen werden später detailliert àTerminunsicherheit

· Rückwärtsrechnung ->Feste Zeitvorgaben, die dann auf die Teilprojekte verteilt werden

· Tatsächliche Leistung im Vergleich zur Sollleistung

· Positive oder negative Abweichung möglich

· Durch den Netzplan können Abweichungen leicht in den Zeitplan eingearbeitet werden und die Folgen gemessen

· Festlegung von wichtigen Zwischenzielen

· Aus den Abweichungen können Trends für die Erreichung abgeleitet werden

· Früherkennung von Maßnahmen

1.2.2 Kostenmanagement

Kostenkontrolle

Zielkostenmanagement

Wirtschaftlichkeitskontrolle

· Ausgangspunkt = Budget

· Beobachtung von Preis-Mengen-Verschiebungen

· Aufstellung von Ergebnisprognosen ->Grundlage für Gegenmaßnahmen des Managements

· Ist an die Buchhaltung angelegt

· Dynamischer als Kostenkontrolle

· Zielkostenvorgabe, die niedriger als der marktübliche Preis ist

· Kosten müssen noch Gestaltungsspielraum bieten

· Zielkostenerreichung bedeutet einen Kostenvorteil im Wettbewerb

· Wirtschaftlichkeit = (Investitionskosten / Verkaufspreis)

· Entwicklung der Gesamtrendite für das Projekt über den gesamten Projektlebenszyklus

1.2.3 Projektmanagementsysteme / Software

  • Unterstützungsfunktion
  • Umsetzung der Netzplantechnik, Risikoanalyse, Kostencontrolling und Expertensystemen
  • Themengebiete: Ablauf & Termine, Ressourcen & Kosten, Projektberichte
  • Risiken:
    • Software kann nicht das ganze Projekt steuern
    • Software muß den Ansprüchen genügen und gleichzeitig ein gutes Kosten-Leistungs-Verhältnis bieten
    • Verständnis der Software erforderlich

1.3 Fazit

  • Immer mehr Übergang zur Projektorganisation
  • Stärkere Forderung nach Interdisziplinarität
  • Starke Führungsqualitäten erforderlich

 
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