- Ziel ist es Projekte so zu steuern, dass das Risiko minimiert wird
- Früher war Projektmanagement nur Kosten- und Terminüberwachung
- Heute fasst man es als ganzheitlichen Ansatz auf, mit Systemengineering und Termingestaltung als Schwerpunkten
- Projektarbeit ist eine Organisationsform ->teilautonome Einheiten, Neugestaltung von Wertschöpfungsprozessen, Qualitätszirkel
- Hauptsächlich in Bauunternehmen, Banken und Dienstleistungsunternehmen und der öffentlichen Hand ->trägt einer zunehmend instabileren Umwelt Rechnung
- Unterscheidung zwischen internen und externen Projekten
- Typische interne Projekte: Investitionen, Entwicklungsvorhaben / Produktentwicklung, Organisationsveränderungen
- Ziele: Kundenorientierung und Wettbewerbsfähigkeit
- Externe Projekte: dienen ausschließlich der Leistung am Kunden, d.h. eine Leistung für den Kunden wird im Projekt erbracht
- Der Projektmanagementbegriff ist in DIN 69901 definiert
- Man unterscheidet grundsätzlichInvestitionsprojekte, F&E-Projekte, Organisationsprojekte
- Reines Projekt: Mitarbeiter arbeiten nur im Projekt
- Gemischtes Projekt: Mitarbeiter arbeitet nur parallel im Projekt ->Entstehen einer Matrixorganisation ->Konfliktpotential
- Projektmanagement ist auch Führungs- und Organisationsaufgabe ->Managementaufgabe
| Merkmale von Projekten | | Zielvorgabe | Quantitatives / qualitatives Ziel, dass während des Projektes noch verfeinert wird | | Endlichkeit | Projekt endet mit Zielerreichung | | Ressourcenbegrenzung | Es gibt ein festes Budget | | Einmaligkeit | Abgrenzung von anderen Aufgaben / Projekten | | Komplexität | Organisation wird durch Aufgabenvielfalt bestimmt | | Organisationsform | Temporäre teilautonome Sekundärorganisation parallel zur betrieblichen Primärorganisation | | Interdisziplinarität | Fachübergreifende Projektteilnehmer | | Managementaufgaben im Projektmanagement | | Projektleitung | Ist Institution (Entscheidungsgremium) und Funktion (beraten) | | Qualifikation | Soziale und kommunikative Fähigkeiten sind gefordert | | Ressourcenmanagement | Beschaffung, Koordinierung und Überwachen der Ressourcen | | Kommunikation | Sorgt für den Informationsfluss | | Rückkopplung | Vergleich der Arbeitsergebnisse mit der Zielvorgabe ->Abweichungsanalyse | | Instrumente | EDV zur Datenverwaltung, Termin- und Kostensteuerung | | Teamarbeit | Flexibilität und Kompromissbereitschaft von allen Mitwirkenden | | Einordnung von Projekten | | Branche | Projektart | Aufgaben | Methoden / Instrumente | | Industrie Handel Dienstleistung Öffentliche Hand | F&E Investition Organisation Standortänderung EDV-Einführung Ausbildung ... | Projektplanung Ziele, Struktur, Vorgehen Steuerung Kosten, Termine, Ressourcen, Leistung Dokumentation | Projektstrukturplan Abweichungsanalyse Trendanalyse Projektdatenbanken Netzplantechnik EDV | | Darstellung eines Projektablaufes | |  | - Aufgaben der Projektführung: Vermitteln und Vereinbaren von Zielen, Teamgeist, Schaffen von Anreizen, konfliktarme Problemlösungen, Coaching
- Regelgrößen im Prozeß: Informationsfluß, Zeit, Ressourcen, Kosten, Leistung
->dies sind auch die entsprechenden Managementaufgaben (Informationsmanagement, Zeitmanagement,...) - Mittelbare Aufgaben des Projektmanagement: Analyse & Beeinflussung der Projektumgebung; Optimale Projektorganisation; Teambildung; Risikomanagement; Wissenssicherung
- Es gibt keine Mindestgröße für ein Projekt
- Da viele Projekte im Unternehmen parallel laufen nennt man die Koordination aller Projekte Multiprojektmanagement ->Prioritätensetzung ->es müssen immer die wichtigen Projekte laufen ->Unternehmensziel im Auge behalten
- Vorschläge für interne Projekte kommen oft von den Mitarbeitern selbst
- Zieldefinition und Aufgabenformulierung dienen als Ausgangspunkt
- Als Parameter dienen Zeit, Inhalt und Ressourcenbeschränkungen
- Als Randbedingungen stehen Schnittstellen zu anderen Projekten und zum Umfeld (Unternehmen, Staat, Umwelt,..)
- Hierarchische Gliederung der Struktur für Transparenz
- Objektstrukturplan / Projektstrukturplan->Zeigt die Teilaufgaben mit ihren Arbeitspaketen zur den einzelnen Projektfaktoren und vermittelt einen Überblick über den Gesamtumfang ->z.B. Tätigkeiten für die Errichtung der Fabrikhalle
- ->Gleiches wird für das Produkt gemacht (Produktstrukturplan) ->enthalt Baureihen, Systeme und Baugruppen
- ->Gleiches wird für die Phasen des Projektes gemacht (Phasenstrukturplan) ->Grundlagen, Konzept, Vorplanung, Feinplanung, Ausschreibung, Lieferung, Ausführung, Inbetriebnahme, Abnahme
- Arbeitspaketbeschreibungen werden in Form einer Jobliste angefertigt
- Arbeitspaketbeschreibung ist Grundlage für den Terminplan ->stellt alle Arbeitspakete in einem Zeitplan dar (Balkenplandiagramm / GANTT-Diagramm)
| Balkendiagramm / GANTT-Diagramm | |  | | Hierarchische Planung | |  | | Objektstrukturplan | |  | | ->für jedes der gelben Kästchen wird wieder ein Organigramm gemacht, was die Unteraufgaben verdeutlicht | Aufbau einer Arbeitspaketbeschreibung | | Nummer | Vorgangsnahme | Verantwortlich | Dauer | Anfang | Ende | Puffer | Vorgänger | Nachfolger | | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | ... | · In der Planung erfolgt durch die Zuteilung von Arbeitspaketen auch die Kalkulation der Ressourcen und des Zeitplanes · Arbeitsschritte dafür: o Abhängigkeitenermittlung zwischen den Aufgaben o Darstellung der Arbeitspakete in einem Netzplan oder vernetzten Balkenplan o Optimierung des Netzplanes hinsichtlich Zielkorridor, Wirtschaftlichkeit und Ressourcenverfügbarkeit · Vorteile des Netzplanes sind das Erkennen logischer Zusammenhänge und von Abhängigkeiten | Darstellung eines Netzplanes ->Schaltplandarstellung | |  | | Projektführung | Projektüberwachung | Steuerung / Controlling | | · Aufteilung in Lenkungs- und Entscheidungsgremium · Aufgaben sind: o Planung und Koordinierung o Zielakzeptanz fördern o Moderation bei Konflikten o Optimierung o Coaching | · Wiederkehrende Ist-Analyse des Projektstatus · Vergleich mit Sollstand ->Korrekturmaßnahmen · Permanente Abweichungsanalyse · Aussagen über die Wahrscheinlichkeit und den Grad der Einhaltung der Projektziele | · Koordinierung von Führung / Durchführung und Überwachung · Überwachung von: o Leistungsdifferenzen (Abweichungen von Mengengerüst) o Kostendifferenzen (Abweichungen vom Planbeschaffungswert) o Zeitdifferenzen (Abweichungen vom Zeitplan) | - Ganzheitliche Betrachtungsweise
- Projektplanung unter Berücksichtigung von: Technologien, Ökonomie, Rechtslage, Sozialen Gesichtspunkten, Politik und Verwaltung
- Die dabei möglichen Risiken sollten vorher identifiziert und wenn möglich quantifiziert werden ->Berücksichtigung in der Planung
- Für das Projekt wird eine extra Organisation benötigt, da die lineare Betriebsorganisation nur bedingt geeignet ist ->Aufbau einer Sekundärorganisation
- Straffe, hierarchieunabhängige Besetzung ->Besetzung nach fachlicher Qualifikation
- Verantwortung und Kompetenzen sollten im Einklang stehen
- Sekundärorganisation sollte im Einklang mit der betrieblichen Primärorganisation stehen
- Austausch zwischen den Organisationen ->Informationsfluß ->Konfliktvermeidung durch Steuerungskreis / Lenkungsausschuß
- Kern ist immer das Projektteam mit dem Projektleiter ->Mitarbeiterverflechtung von Primär- und Sekundärorganisation ->dabei können sich auch die Hierarchien umkehren
- Förderung der Kundenorientierung und Teambildung
- Vertrauen
- Zusammenhalt ->gemeinsames Ziel
- Leistungsbereitschaft und Effizienz
- Ausgleich fehlender sozialer Kompetenz bei Projekt- / Teamleitern durch Qualifikation und Coaching
| Phasen der Teambildung | |  | - Ziel ist die Früherkennung von Projektrisiken ->Ermöglichen von rechtzeitigen Gegenmaßnahmen
- Aufgaben: Risikofindung, Risikobewertung, Risikobeherrschung
| Problemfelder des Risikomanagements | |  | - Im Vorfeld des Projektes werden Aufgaben und Abläufe dokumentiert, um Anhaltspunkte für den späteren Ablauf zu haben
->Unterstützt die Zielorientierung - Zusammenstellung von: Richtlinien, Vorschriften, Projektinfos, Rahmenbedingungen, Arbeitsanweisungen, Konzepten
- Die Zusammenfassung kann in einem Projekthandbuch erfolgen
- Inhalte des Projekthandbuches:
| Ziele Projektgegenstand Struktur & Ablauf Organisation | Verträge Kosten- und Terminplan Qualitätsmanagement Berichtswesen | |  | Generalübernehmer | - Ein Unternehmer liefert alles zu Festpreis & Termin
- Er ist i.d.R. nicht Hersteller aller Leistungen
- Hat die Gesamtverantwortung
| | Generalunternehmer | - Generalübernehmer, der auch Hersteller ist
| | Vergabe nach Gruppen | - Bestimmte Leistungsgruppen werden jeweils von einem Lieferanten übernommen
| | Einzelvergabe | - Jede Leistung wird einzeln vereinbart
| ->der Aufwand für das Projektmanagement nimmt von oben nach unten zu und die Herstellungskosten ab - Wichtige Punkte bei Vertragsabschluß:
| · Vollständigkeit der Verträge · Terminvorgabe und Koordination mit anderen Verträgen · Risikoabsicherung / Risikoabschätzung | · Genehmigungen · Gefahrenübergang · Haftung / Garantie · Clearingvereinbarungen | - U.U. müssen Vertragsänderungen vereinbart werden, die dann jedoch auch mit dem Erstvertrag und dem Projekt konform sein müssen
- Prüfung der Leistung vor Vertragsende
- Claim-Management ->Dokumentation von Ansprüchen und Forderungen aus Leistungsstörungen
| Terminplanung & -kontrolle | Abweichungsanalyse | Meilensteintrendanalyse | | · Projektstrukturierung als Basis · Entwicklung der Ablaufstruktur · Planung nach Ressourcenverfügbarkeit, kritischen Punkten, Rahmenbedingungen · Vorwärtsrechnung ->spätere Stufen werden später detailliert àTerminunsicherheit · Rückwärtsrechnung ->Feste Zeitvorgaben, die dann auf die Teilprojekte verteilt werden | · Tatsächliche Leistung im Vergleich zur Sollleistung · Positive oder negative Abweichung möglich · Durch den Netzplan können Abweichungen leicht in den Zeitplan eingearbeitet werden und die Folgen gemessen | · Festlegung von wichtigen Zwischenzielen · Aus den Abweichungen können Trends für die Erreichung abgeleitet werden · Früherkennung von Maßnahmen | | Kostenkontrolle | Zielkostenmanagement | Wirtschaftlichkeitskontrolle | | · Ausgangspunkt = Budget · Beobachtung von Preis-Mengen-Verschiebungen · Aufstellung von Ergebnisprognosen ->Grundlage für Gegenmaßnahmen des Managements · Ist an die Buchhaltung angelegt | · Dynamischer als Kostenkontrolle · Zielkostenvorgabe, die niedriger als der marktübliche Preis ist · Kosten müssen noch Gestaltungsspielraum bieten · Zielkostenerreichung bedeutet einen Kostenvorteil im Wettbewerb | · Wirtschaftlichkeit = (Investitionskosten / Verkaufspreis) · Entwicklung der Gesamtrendite für das Projekt über den gesamten Projektlebenszyklus | - Unterstützungsfunktion
- Umsetzung der Netzplantechnik, Risikoanalyse, Kostencontrolling und Expertensystemen
- Themengebiete: Ablauf & Termine, Ressourcen & Kosten, Projektberichte
- Risiken:
- Software kann nicht das ganze Projekt steuern
- Software muß den Ansprüchen genügen und gleichzeitig ein gutes Kosten-Leistungs-Verhältnis bieten
- Verständnis der Software erforderlich
- Immer mehr Übergang zur Projektorganisation
- Stärkere Forderung nach Interdisziplinarität
- Starke Führungsqualitäten erforderlich
|