|
Aufbauorganisation
->sobald eine Produktion nicht mehr durch eine Person erledigt werden kann, stellt sich die Frage nach der Organisation der Arbeitsteilung - Organisation unterteilt sich in formale Struktur und informale Struktur
- Informale Struktur ->Human Relations Ansatz
- Formale Struktur ->Taylor
- Aufbauorganisation ->Stellenbildung; Abteilungsbildung; Instanzen
- Ablauforganisation (Prozessmanagement) ->Arbeitsinhalt; Arbeitszeit; Arbeitszuordnung
Kriterien: - Aufgabengliederung = „Organisatorische Differenzierung“:
- Für die Hauptgliederungsebene
- Für die Verrichtung
- Für das Objekt / Sparte
- Ausgestaltung des Leitungssystems = Organisatorische Integration / Zusammenführung / Koordination:
- Einliniensystem
- Mehrliniensystem
- Aufteilung des Betriebes nach den betrieblichen Funktionen (F&E, Produktion, Materialwirtschaft, Verkauf, Rechnungswesen, Verwaltung)
- Spezialisierung nach Funktionen ->Nutzung von Zeitvorteilen durch Arbeitsteilung (Taylorismus)
- Ein Betrieb ist funktional gegliedert, wenn die 2. Ebene funktional organisiert ist
- Aufgaben der Leitung: Koordination, Überwachung, Steuerung ->Bezahlung nach Erfolg bei diesen Aufgaben
- Die einzelne Funktion ist vorrangig, nicht das Produkt
- Geeignet, wenn es sich um standardisierte, nicht veränderliche Serienproduktion handelt, da hier nur wenig Koordination zwischen den Funktionen nötig ist
- Bei vielen verschiedenen Produkten ist viel Koordination zwischen den Funktionen nötig, was zur Ineffizienz führt, da jede Funktion für alle Produkte gleichzeitig verantwortlich ist
- Nutzen der funktionalen Organisation:
- Spezialwissen wird genutzt (Taylorismus)
- Nachteile:
- Keine Produkt- / Marktorientierung
- Koordinierungsprobleme
| Möglichkeiten der funktionalen Organisation | |  | - Einteilung des Betriebes in Sparten
- Einteilung kann nach Produktgruppen, Kundengruppen oder Regionen erfolgen
- Sparte = Division = Geschäftsteile = Unternehmensbereiche
- Bildung dezentraler Verantwortungsbereiche (Sparten) mit jeweils einem Spartenleiter
- Spartenleiter ist für alle Funktionen der Sparte von Entwicklung bis zum Verkauf zuständig
- Ideal: es entstehen Unternehmen im Unternehmen, d.h. alle nötigen Funktionen existieren in jeder Sparte
- U.U. ist es jedoch sinnvoll gemeinsame Funktionen, die alle gleichartig sind, wie Rechnungswesen, Personal und Verwaltung außerhalb der Sparten zu zentralisieren (siehe Schaubild) ->gleiches gilt für den Verkauf, wenn z.B. ein einheitlicher Marktauftritt gewünscht ist
| Produktspartenorganisation | |  | - Es entstehen Business Units (Strategische Geschäftseinheiten / SGE’s)
- Spartenorganisation kann auch mehrstufig sein, d.h. Sparten können Untersparten bilden (Bsp einer dreistufigen Gliederung: Leitung ->Unternehmensbereichsparten, Unternehmensbereichsparten ->Geschäftsbereichsparten, Geschäftsbereichsparten ->Erzeugnisbereichsparten)
- Kundenspartenorganisation
- Wenn homogene Produkte für unterschiedliche Abnehmer mit unterschiedlichen Bedürfnissen (Auftrags-, Serienfertigung) produziert werden
- Bsp: Autofelgen werden für Hersteller und Händler hergestellt ->durch das homogene Produkt ist eine Produktspartenorganisation nicht sinnvoll ->nach Kundengruppen macht eine Spartenorganisation Sinn
- Produktion und Materialwirtschaft sind zentralisiert, da einheitliche Produkte
- Regionalsparten
- Homogene Produkte müssen entsprechend regionaler Bedürfnisse verkauft und beworben werden
- Kunden-, Produkt- und Regionalspartenorganisation können durch Untersparten kombiniert werden
- Profitcenter
- Gewinnbringende Funktionen (Marketing, Verkauf) sind in den Sparten integriert
- Spartenleiter hat Gewinnverantwortungsfunktion ->Leistungsorientierte Vergütung
- Profit-Center kann statt einer Sparte auch eine einzelne Filiale sein
- Insgesamt besteht ein Trend zur Spartenverkleinerung um Vorteile der kleinen und mittleren Unternehmen auch für Großunternehmen nutzbar zu machen
- Nur Verwaltung, Personal und Rechnungswesen sind ggf. zentral organisiert
- Eine Weiterführung ist die Verselbständigung von Sparten ->Unternehmensleitung fungiert dann als Holding zur Koordination der Sparten
- Cost-Center
- Die gewinnbringenden Funktionen (Marketing, Verkauf) werden zentral organisiert ->es entstehen somit nur noch Kosten in der Sparte
- Spartenleiter hat Kostenverantwortung
- Lohnt, wenn ein einheitlicher Marktauftritt für alle Produktgruppen gewünscht ist
- Zentrale Verkaufabteilung übernimmt Auftragskoordination für die Sparten
- Verwaltung, Personal und Rechnungswesen sind meist zentral organisiert
| Profit-Center und Cost-Center | |  | - Konzentration aller notwendigen Funktionen auf ein Produkt ->Markt- und Kundenorientierung möglich
- Spartenleiter müssen im Gegensatz zur funktionalen Organisation nur ein Produkt betreuen ->mehr Identifikation
- Größere Überschaubarkeit, da nur ein Produkt
- Größeres Produktverständnis
- Ergebnis- und Kostenbewusstsein, da Produkt komplett in der Sparte entsteht
- Schnellere Entscheidungen durch weniger Koordinationsbedarf
- Erhöhte Mitarbeitermotivation, durch vielfältigere Arbeit, stärkere Einbindung, mehr Einblick
- Gesamtoptimierung statt Funktionsoptimierung
Zusätzlich gilt für Profit-Center: - Schaffung kleiner und schlagkräftiger Einheiten
- Fokussierung auf kleines Marktsegment mit bekannten Kunden und Konkurrenten
- Eigene Ziele, Strategien und Aktionen für jedes Profit-Center mgl.
- Bildung von Verantwortungsbereichen mit Ergebnisverantwortung
- Unternehmer im Unternehmen entstehen
- Überschneidungen zwischen den Sparten z.B. gleiche Kunden im Absatz
->Lsg: Cost-Center - Gemeinsame Ressourcennutzung (z.B. Maschinen)
->Lsg.: Nutzungspläne, oder Maschine wird selbst Cost-Center - Qualifikation der Mitarbeiter für die erweiterten Tätigkeitsbereiche nötig
- Aus vertikaler Spezialisierung wird horizontale Spezialisierung

- räumliche Zusammenführung der Sparten
- Mitarbeitereinbeziehung ->Mitarbeiterwissen nutzen und damit deren Motivation steigern
- Produktmanagementkonzept = funktionale Organisation, die durch produktorientierte Stellen überlagert wird
- Wird angewendet, wenn Aufteilung in Fertigung und Vertrieb nicht sinnvoll ist, jedoch trotzdem produktabhängige Bedürfnisse zu beachten sind ->Marketingorientiert
- D.h., der Betrieb wird in seine Funktionen unterteilt
- Für jedes Produkt gibt es zusätzlich ein Produktmanagement bzw. einen Produktmanager, der die Koordination zwischen den Funktionen übernimmt und produktorientiert für die Erreichung der Produktziele arbeitet
| Produktmanagement | |  | - Aufgaben:
- Koordinierung der Funktionen für sein Produkt
- Zusammenarbeit mit internen und externen Stellen (Marktforschung, Verkauf, PR, Rechnungswesen, Rechtsabteilung)
- Entwicklung von Marketingstrategien
- Produktbudgets
- Marktbeobachtung / Absatzprognose / Umsatzüberwachung
- Produktanalyse
- Problemerkennung
- Zielüberwachung
- Beratung der Unternehmensleitung
- Einordnung von Produktmanagern in den Betrieb:
- Produktmanager wird Geschäftsleitung als Berater zugeordnet (meist, wenn keine Marketingabteilung existiert)
- Produktmanager wird Marketingabteilung zugeordnet ->Berater des Marketingleiters
- Produktmanager wird dem Vertrieb zugeordnet ->hat selbst Kundenkontakt
- Er kann auch der Entwicklung zugeordnet werden
- Hat keine Anweisungskompetenz ->Budgetierungsverfahren
- Budgetierungsverfahren (bottom-up top-down Ansatz)
- Manager macht Jahresplanung und erstellt daraus einen Budgetvorschlag und Maßnahmenkatalog und sendet diese an die Unternehmensleitung (bottom-up)
- Geschäftsleitung stimmt alle Vorschläge der Manager ab und koordiniert sie mit den Leitern der Funktionsbereiche (Durchführbarkeitsprüfung) (top-down)
- Nach Beschlussfassung hat der Produktmanager Deckung für seine Aktivitäten
- ->dieses Verfahren gilt für alle Aktivitäten des Produktmanagers
- Ziel ist es, dass alle Mitarbeiter den Produktmanager als Basis für den Erfolg sehen und ihn in seinem Handeln unterstützen ->Management by persuasion (Management durch Überzeugung)
- Funktionale Organisation kann markt- und kundenbezogen durchgeführt werden
- Entlastung der Geschäftsleitung im Tagesgeschäft
- Mehr Flexibilität und schnellere Reaktion ->Prozessoptimierung
- Verantwortungs- und Kompetenzkonflikte (u.a. da Produktmanager nicht weisungsbefugt ist) ->Wer ist an Misserfolgen schuld - Manager oder Abteilung?
- Durchsetzungsfähigkeit des Managers (auch ggü. der Leitung)
- Effizienz des Berichtswesens
- Organisation nach Funktionen und Objekten
- ->Erweiterung des Produktmanagements durch Weisungsbefugnis des Produktmanagers ->Produktmanager kann auch ein Regionen- oder Kundengruppenmanager sein
- Projekt-Matrix-Organisation ->Basissystem ist funktionale Organisation auf die als Komplementärsystem eine Projekt- bzw. Spartenorganisation gelegt wird
- Sparten-Matrix-Organisation -> Basissystem ist Spartenorganisation auf die als Komplementärsystem eine funktionale Organisation gelegt wird
- Funktionale Organisation wird durch Projektorganisation überlagert
- D.h., dass ein Mitarbeiter immer zwei Weisungsberechtigte hat:
- Den Leiter des Funktionsbereichs und
- Den Projektleiter für das entsprechende Projekt
- Ziel ist die Nutzung von Spezialisierungsvorteilen ->technisch orientierte Produkte
- Nutzung funktionaler Vorteile und durch die Projektorganisationsüberlagerung soll die Koordinierung und Markt- und Kundenorientierung gesichert werden
- Projektverantwortliche teilen Funktionsverantwortlichen mit, was wann getan werden muß
- Funktionsverantwortliche entscheiden, wer die zu erfüllenden Aufgaben wie erledigt
- Kriterien für die Wahl der Projekt-Matrix-Organisation sind Zeit, Qualität und Kosten
- Meist bei High-Tech-Unternehmen
- Positive Unternehmenskultur ohne übermäßiges Konkurrenzdenken erforderlich, um Konflikte zwischen Projekt- und Funktionsleiter zu vermeiden
- Spartenorganisation wird durch funktionale Organisation überlagert
- Sparten sind i.d.R. Profit-Center die wirtschaftlich selbständig sind, jedoch rechtlich abhängig
- In den Sparten sind zusätzlich zu den zentralen Abteilungen Rechnungswesen und Personalwesen noch Unterabteilungen davon integriert ->die Unterabteilung sind sowohl dem Spartenleiter als auch dem zentralen Abteilungsleiter unterstellt
- Wird genutzt, wenn spartenübergreifend Funktionsweisen vereinheitlicht werden sollen, grundsätzlich sich jedoch die Spartenorganisation besser macht
- Wichtig für das Gesamtunternehmen sind einheitliche Bewertungsmaßstäbe und Vorschriften im Rechnungswesen
- Typisch für Großunternehmen (da hier vielfältige Produkte)
- Trend geht dahin, den Einfluß der Zentralbereiche zu minimieren
- Projekt-Matrix-Organisation
- Funktionsorientierte Spezialisierung wird genutzt
- Eindeutige Verantwortungsregelung
- Straffe Koordination
- Sparten-Matrix-Organisation
- Profit-Center-Organisation
- Funktionale Koordination als Ergänzung
- Abgrenzung von Kompetenzen und Verantwortungsbereichen zwischen Funktions- und Projekt- bzw. Spartenleitern teilweise kompliziert
- Doppelunterstellung von Mitarbeitern
- Weitere Nachteile der Sparten-Matrix-Organisation:
- Schwerfälligkeit / wenig Flexibilität durch Abstimmung mit zentralen Abteilungen
- Tendenzielle Gemeinkostenerhöhung
| Einliniensystem | Mehrliniensystem | |  |  | | Es gibt von jeder Stelle nur eine Linie nach oben ->funktionale oder objektbezogene Organisation | Es gibt mehr als eine Linie zu übergeordneten Stellen ->Matrixorganisation | - Meist in den oberen Bereichen angesiedelt
- Stabsstellen:
- Treten auf, wenn die Bereichs- / Spartenleiter zusätzliche Infos brauchen
- Unterstützung im Entscheidungsprozeß
- Vorstrukturierung von Konzepten
- Entscheidungsvorbereitende Arbeiten
- Z.B. berät die Konzernzentrale den Vorstand bei seinen Entscheidungen
- Alternative zu Stabsstellen ist die Delegierung der Arbeiten auf die unteren Ebenen ->Stäbe dienen z.T. auch nur der Machterhaltung
- Zentralbereiche:
- Wenn bestimmte Dinge (Lohnbuchhaltung; Entgeltsysteme, Grundlagen-forschung, Controlling) einheitlich im Unternehmen erfolgen sollen
- Diese Bereiche wurden aus den Sparten ausgegliedert, bzw. ihre Aufgaben in den Sparten eingeschränkt ->z.B. bleibt die Einstellung eines Hilfsarbeiters Sache der Sparte und muß nicht zentral erfolgen
|