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Finanzierung = Bereitstellung finanzieller Mittel bzw. Freisetzung von gebundenem Kapital Investition = Bindung von Kapital  Finanzierungszwecke: - Neufinanzierung
- Neue Mittel, direkt für Investitionszwecke
- Umfinanzierung
- Finanzierungseigene Zwecke ->keine Neuinvestition
- Ablauf von Zinsbindungsfristen
- Prolongationen
- Substitution ->Austausch von Kapital infolge von Kapitalentzug
- Transformation ->FK zu EK oder Änderung der Fristigkeit
Finanzierungsanlässe: - Laufende Finanzierung
- Bedarfsfälle täglicher oder periodischer Natur
- Z.B. laufende Produktion
- Besondere Finanzierung
- Besondere Anlässe, einmalige Vorgänge oder nur gelegentlicher Bedarf
- Unternehmensgründung
- Erweiterung / Umwandlung von Vermögen in Geld / Disposition
- Liquidation des Unternehmens
- Kapitalerhöhung / Kapitalherabsetzung
- Änderung der Rechtsform
- Fusion
- Sanierung
Unterteilung in: - Kapitalbedarfsrechnung
- Finanzplan
- Wird bei der Unternehmensgründung bzw. –erweiterung angewandt
- Nicht geeignet für eine Finanzplanung
Schematische Darstellung und Aufbau eines Kapitalbedarfsplan: |  | Investitionsplan 1. Langfristiger Kapitalbedarf - Mittel für Anlagevermögen
- Warenanfangsbestand (eiserner Bestand)
- Gründungskosten
- Kosten für Ingangsetzung
2. kurzfristiger Kapitalbedarf - Fertigungslöhne
- Betriebsstoffe, Rohstoffe, Hilfsstoffe
- Lfd. Posten
- Gemeinkosten
3. Kosten der Lebenshaltung 4. Reserve für Unvorhergesehenes | - Der kurzfristige Kapitalbedarf ist so zu bemessen, dass der laufende Bedarf an Finanzmitteln gedeckt ist, bis die ersten Rückflüsse aus dem Umsatzprozeß kommen, die dann für den Weiterlauf des Produktionsprozesses sorgen ->Finanzierung der weiteren Produktion aus dem Umsatzerlösen
- Somit sind täglicher Kapitalbedarf und Freisetzungszeit / Kapitalbindungsdauer für den Bedarf an kurzfristigen Mitteln entscheidend
->kurzfristiger Kapitalbedarf =  ê Berücksichtigung der unterschiedlichen Kapitalbindungsdauer der verschiedenen UV-Bestandteile | | Durchschn. Rohstofflagerdauer | Fertigungsdauer | Durchschn. Lagerdauer der Fertigerzeugnisse | Durchschn. Kundenzahlungsziel | | Lieferantenziel | | | Rohstoffe, Hilfsstoffe, Betriebsstoffe | | Kapitalbindung | | Fertigungslöhne | | Kapitalbindung | | Gemeinkosten (Verwaltung+Vertrieb) | Kapitalbindung |
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| Beispiel:- Bedarf:
- Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe: 1200€/ Tag
- Fertigungslöhne: 500€/Tag
- Gemeinkosten: 700€/Tag
- Bindungsdauer:
- Rohstofflagerdauer: 8 Tage
- Fertigungsdauer: 3 Tage
- Lagerdauer der Fertigerzeugnisse: 2 Tage
- Kundenzahlungsziel: 5 Tage
- Lieferantenzahlungsziel: 10 Tage
- Finanzierungsbedarf:
- Rohstoffe,.. : 1200€*(8+3+2+5-10) = 9600€
- Fertiglöhne: 500€*(3+2+5) = 5000€
- Gemeinkosten: 700€*(8+3+2+5)=12600€
- Gesamter kurzfristiger Kapitalbedarf: 27200€
| Investitions- / Gründungsplan | | Finanzierungsplan | | 1. Langfristiger Kapitalbedarf ... ... ... | <-!!Fristenkongruenz!!-> | 1. Langfristiges Kapital ê Eigene Mittel (Sachmittel, Barmittel) ê Langfristige Fremdmittel | | 2. Kurzfristiger Kapitalbedarf ... ... ... | <-!!Fristenkongruenz!!-> | 2. Kurzfristiges Kapital | | 3. Kosten der Lebenshaltung 4. Reserve für Unvorhergesehenes | | =Gesamtkapitalbedarf | | =Gesamtfinanzierungsbedarf = Gesamtkapitalbedarf | - Periodenorientierte Betrachtung
- Dynamische Liquiditätsplanung
- Beurteilung von Liquiditätsgraden (z.B. Liquide Mittel / kurzfristige Forderungen):
- Nur statische Betrachtung ->1 Tag Gültigkeit
- Kontokorrentkredite finden keine Berücksichtigung
- Keine konkreten Fälligkeiten erkennbar
| Finanzplan | | Liquiditätsplanung | Kapitalbindungs- / Kapitalbedarfsplanung | - Kurzfristig
- Detaillierte Aufführung von erwarteten Einzahlungen und Auszahlung
- Ausführende Funktion da Zahlungsströme bereits fest stehen
| - Langfristig
- Grobplanung
- Soll-Planung, d.h. die Werte können noch beeinflusst werden
- Über mehrere Jahre, d.h. Planungseinheit sind Jahre
- Keine Aussagen zur Liquidität ->nur Entwicklung von Bilanzpositionen wird aufgezeigt
- Darstellung des Kapitalbedarfs in der Periode (kapitalbindende- und kapitalentziehende Maßnahmen)
- Gegenüberstellung mit dem Finanzierungsplan der Periode (EK-Erhöhung, FK-Zuführung oder aus Umsatzüberschüssen)
| | Tägliche Liquiditätsdisposition | Finanzplanung im engeren Sinne | - Planungseinheit = 1 Tag
- Max. über 7-30 Tage
- Erfassung der täglichen Ein- und Auszahlungen
- Ermittlung der taggenauen Zahlungsfähigkeit
| - Zeitraum bis zu 1 Jahr
- Planungseinheit= Monate
- Statt der Liquidität wird der Liquiditätsstatus ermittelt
| | ->Basis für die Rechnung sind immer Zahlungsströme!!ç | Ziele des Finanzplanes: - Finanzprognose
- Finanzbudgetierung (Zuweisen von Mitteln und Planzahlen an untergeordnete / nachfolgende Einheiten)
Finanzierungsarten / -Formen - Nach Fristigkeit (kurzfristig, mittelfristig, langfristig)
- Woher kommt das Geld? ->Außen- oder Innenfinanzierung
- Rechtsstellung des Kapitalgebers
- Eigenfinanzierung (Kapitalgeber = Miteigentümer)
- Fremdfinanzierung (Kapitalgeber = Gläubiger)
- Benötigte Kapitalhöhe
- In welchem Maße ist eine Eigenfinanzierung möglich?
- In welcher Höhe sind Fremdmittel nötig?
- Kapitalkosten / Einfluß auf die Liquidität
- Einmalige Kosten (Abschlusspreise, Vermittlungsprovisionen, Damnum)
- Laufende Kosten (Zinsen, Kosten der Nutzung / Bereitstellungszins)
- Liquiditätsbeeinflussung (laufende Tilgung)
- Kapitalsicherung (Können Sicherheiten gestellt werden?)
- Kapitaleinfluß ->Welche Informationen müssen offengelegt werden?
- Fremdkapital ->Kreditwürdigkeitsprüfung
- Eigenkapital ->Mitspracherechte, Informationsrechte
- Umwandlung von Rechtsformen (Personengesellschaft -> Kapitalgesellschaft)
- Kapitalrentabilität ->Leverage-Effekt
- Einhaltung von Finanzierungsregeln (in Form von Bilanzkennziffern)
|  | - Vertikale Finanzierungsregeln
- Positionen einer Bilanzseite werden verglichen
- Horizontale Finanzierungsregeln
- Positionen der Passivseite werden Positionen der Aktivseite gegenübergestellt
- Liquiditätsregeln
- Positionen der Aktivseite werden Positionen der Passivseite gegenübergestellt
| - Betrifft die Zusammensetzung des Kapitals ->Kapitalstruktur
- Beispiele für Kennziffern:
- Beispiele für Finanzierungsregeln:
- 1:1-Regel ->
 - 2:1-Regel ->
 - WICHTIG: Die Kennzahl selbst ist wenig aussagekräftig, solange sie nicht im Branchenvergleich oder in der zeitlichen Entwicklung betrachtet wird!!
- Betrifft die „Goldene Bankregel“ -> Fälligkeit der finanziellen Mittel muß mit der Fristigkeit ihrer Verwendung übereinstimmen
- Als Kennzahlen dienen die Anlagedeckungsgrade:
| Anlagedeckungsgrad I | Anlagedeckungsgrad II | Anlagedeckungsgrad III | |  |  |  | - WICHTIG: Die Kennzahl selbst ist wenig aussagekräftig, solange sie nicht im Branchenvergleich oder in der zeitlichen Entwicklung betrachtet wird!!
- Als Kennzahlen dienen die Liquiditätsgrade:
| Liquidität 1. Grades | Liquidität 2. Grades | Liquidität 3. Grades | |  |  |  | | Ca. 5-10% | Ca. 100% | Ca. 180-200% | - Probleme:
- Aussagekraft der Kennzahlen gering, da kurzfristige Verbindlichkeiten eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr haben können!
- Offene Kreditlinien sind nicht in der Bilanz ersichtlich, stehen jedoch als Liquidität zur Verfügung
- Stichtagsbezogen, d.h. u.U. durch bilanzpolitische Maßnahmen verzerrt. Beispiel:
- UV = 50 und kurzfr. Verbindlichkeiten = 100
->Liquidität 3. Grades = 0,5 ->50% - Aufnahme eines 1-Tages-Kredites über 50,- für den Bilanzstichtag
- Folge: UV=100 und kurzfristige Verbindlichkeiten = 150
-> Liquidität 3. Grades = 0,667 ->67% - ->Window-Dressing (Bilanzpolitur / Bilanzpolitik)
- die Statik der Kennzahl ermöglicht eine bilanzpolitische Verzerrung
- Um Verzerrungen bei den Liquiditätskennzahlen vorzubeugen, wird zusätzlich die Kennzahl des Working Capital herangezogen:
->Working Capital (W.C.)= Umlaufvermögen – kurzfristige Verbindlichkeiten - Steigt die Liquidität bei gleichbleibenden W.C., so ist die Liquidität zu hinterfragen
- W.C<0 ->Teile des Anlagevermögens sind kurzfristig finanziert ->negativ
- W.C.>0 ->Teile des Umlaufvermögens sind langfristig finanziert ->u.U. positiv
->Mittelherkunft aus Umsatzprozessen  - Rückstellungsgegenwert und Abschreibungsgegenwert bedeutet, dass die entsprechende Summe als liquide Mittel vorliegt
Verlauf einer Investition und ihrer Abschreibung:  Beispiel: Es werden 4 Maschinen zu je 3000€ angeschafft; Nutzungsdauer 3 Jahre, lineare Abschreibung, Kapazität: 1000Stk. pro Maschine p.a.; Die AfA-Beträge werden sofort wieder in Maschinen reinvestiert | Jahr | Maschinen | Kapazität (Stk) | AfA (€) | Investition in neue Maschinen | Rest-Afa | | 1 | 4 | 4000 | 4000 | 3000€ für 1 Maschine | 1000€ | | 2 | 5 | 5000 | 5000 | 5000€+1000€ für 2 Maschinen | 0€ | | 3 | 7 | 7000 | 7000 | 6000€ für 2 Maschinen | 1000€ | | 4 | 5 (7+2-4, da 4 Stk. abgeschrieben) | 5000 | 5000 | ... | ... | Nach den 4 Jahren sind nicht nur die 4 Maschinen ersetzt, sondern sogar noch zusätzlich 1 Maschine aus den AfA-Beträgen angeschafft worden ->Kapazitätserweiterungseffekt ist eingetreten ->Lohman-Ruchti-Effekt oder auch Marx-Engels-Effekt ->Somit kann durch Reinvestition der erwirtschafteten Abschreibungsgegenwerte die Periodenkapazität erweitert werden Die Höhe in die Berechnung, wie im Beispiel oben setzt jedoch einige Umstände voraus, die in der Realität nicht immer gegeben sind: - Stabile Preise für die Anlagen
- Gleiche Produktionsfähigkeit der Anlagen über die gesamte Nutzungsdauer
- Zusätzliches Absatzpotential am Markt
- Keine zusätzlichen Kosten für Material und Personal,...
Alternativen: - Eigenkapital:
- Einlagen (Umwandlung von Privatvermögen in Betriebsvermögen)
- Beteiligungen
- Fremdkapital:
- Kreditfinanzierung
- Leasing / Factoring,...
| Lieferantenkredit | KK-Kredit | - Festschreibung in Zahlungsbedingungen für den Lieferanten
- Formlose Festlegung / keine Kreditwürdigkeitsprüfung
| - Kreditwürdigkeitsprüfung durch die Bank
- Einräumung einer Linie und Festlegung eines Zins, z.B. 17%
| | Beispiel · Rechnung über 30000€ · Zahlbar innerhalb von 14 Tagen abzgl. 2% Skonto oder · Zahlbar innerhalb von 30 Tagen netto Kasse (=zum Rechnungsbetrag) | - Darstellung des Lieferantenkredites:
o Kreditbetrag=30000-2%=29400 o Laufzeit=14.-30.Tag=16 Tage o Zins= ->Zinsen für 16 Tagen o Zins p.a.= o Zinsen=600,- ->Lieferantenkredit sehr teuer | - Darstellung des KK-Kredites:
o Kreditbetrag=30000-2%=29400 o Laufzeit=14.-30.Tag=16 Tage o Zins=17% p.a. o Zinsen=222,13 - Finanzierungsvorteil durch KK-Kredit =600-222,13= 377,87
->Finanzierungsgewinn = Kapital, dass für andere Investitionen zur Verfügung steht | ->Der anfängliche Effektivzins nach Preisangabeverordnung errechnet sich nach dem internen Zinsfuß Beispiel: Annuitäten-Darlehen: 100000 Nominaler Zins: 10% p.a. Tilgung: 2% zzgl. ersparter Zinsen Disagio: 5% Zinsbindung: 3 Jahre Jährlich nachschüssige Zahlweise. Gesucht ist der Effektivzins! 1. Tilgungsplan der Bank | | Restschuld | Zinsen | Tilgung | Kapitaldienst | | Ende 1. Jahr | 100000 | 10000 | 2000 | 12000 | | Ende 2. Jahr | 98000 | 9800 | 2200 | 12000 | | Ende 3. Jahr | 95800 | 9580 | 2420 | 12000 | | Restschuld am Ende des 3. Jahr | 93380 | | 2. Ermittlung des Effektivzinssatz Auszahlungbetrag = Rückzahlungsbeträge  Mit Hilfe von zwei Versuchszinssätzen für q (z.B. 12% und 13% bzw. 1,12 und 1,13) und der Formel für den Internen Zinsfuß kann die effektive Verzinsung berechnet werden. ->q=1,121268 ->Effektivzins = 12,1268% 3. Tilgungsplan nach Preisangabeverordnung (PAngV) | | Kapitaldienst | Zinsen (12,1268%) | Tilgung | Restschuld | | Auszahlung des Kredit | | | | 95000 | | 1. Rate | 12000 | 11520,46 | 479,54 | 94520,46 | | 2. Rate | 12000 | 11462,31 | 537,69 | 93982,77 | | 3. Rate | 12000 | 11397,10 | 602,90 | 93379,87  | ->Die Restschuld nach der 3. Rate entspricht dem Banktilgungsplan, womit der berechnete Effektivzins richtig ist ->Ein berechneter anfänglicher Effektivzins gilt immer für die Dauer der Zinsbindung ->bei vorschüssiger Zinszahlung ändert sich der Banktilgungsplan nicht, jedoch die Effektivverzinsung, da die Zahlungsreihe sich verändert Beispiel: Zahlungsreihe des obigen Beispiels bei vor- und nachschüssiger Zahlung:  |