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Betriebswirtschaftslehre - Materialwirtschaft
Beitragsinhalt
Materialwirtschaft
Seite 2
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Seite 4
 

1.10Besondere Formen des Kaufvertrages

1.10.1 Einteilung nach dem Geltungsbereich

  1. bürgerlicher Kaufvertrag
    =>keiner der Vertragspartner ist Kaufmann und für keinen stellt der Vertrag ein Handelsgeschäft dar
  2. einseitiger Handelskauf
    =>einer ist Kaufmann bzw. für einen stellt der Vertrag ein Handelsgeschäft dar
  3. zweiseitiger Handelsvertrag
    =>beide sind Kaufleute oder für beide stellt der Vertrag ein Handelsgeschäft dar

1.10.2 Einteilung nach Art und Beschaffenheit der Ware

  1. Kauf zur Probe
    =>Bezug einer kleineren Menge mit Inaussichtstellung einer größeren Bestellung bei Gefallen
  2. Kauf auf Probe
    =>Bei Nichtgefallen kann die gekaufte Ware in angemessener Frist zurückgegeben werden
  3. Kauf nach Probe
    =>Ware wird nach einer Probe / Muster gekauft. Eigenschaften der Probe sind für die Gesamtmenge verbindlich
  4. Ramschkauf / Kauf en block
    =>Kauf einer Warenmenge, deren Einzelstücke nicht der vorausgesetzten Qualität entspricht

1.10.3 Einteilung nach besonderen Liefer- / Zahlungsbedingungen

  1. Ratenkauf
    èKaufpreis wird in gleichen oder verschiedenen Teilbeträgen beglichen
    èLieferantenkredit
  2. Fixkauf
    èFestvereinbarte Liefertermine und Fristen als Vertragsbestandteil
  3. Kauf auf Abruf
    èKauf, jedoch Abruf der Menge erst zu einem späteren Zeitpunkt bei Bedarf
    èVorteil: Rabatte durch hohe Mengen möglich und Einsparung von Lagerkosten
  4. Kommissionskauf
    èKauf einer Menge, die dann weiterverkauft wird
    ènicht verkaufte Waren können zurückgegeben werden

1.11Lagerhaltung

1.11.1 Grundfunktionen der Lagerhaltung

  1. Ausgleichsfunktion / Überbrückungsfunktion
    èzeitliche und mengenmäßige Überbrückung der Zeiträume zwischen Einkauf und Produktion bzw. Produktion und Absatz
    èKoordinierung saisonbedingter Mengenbedürfnisse durch Lagerhaltung
  2. Sicherungsfunktion
    =>Kontinuität des Produktionsprozeß wird abgesichert
  3. Umformungsfunktion / Warenfunktion
    1. Umformungsfunktion
      èWaren durchlaufen während der Lagerung einen Veredlungsprozeß (z.B. Trocknung von Holz, Röstung von Kaffee, Cognac- und Whisky-Lagerung)
    2. Warenfunktion
      èAbsicherung von Kühlung, Reifeprozeß und Haltbarkeit von Waren
  4. Spekulationsfunktion
    1. Einkaufen und Horten der Waren zur Angebotsverknappung, um sie dann bei gestiegenen Preisen zu verkaufen
    2. Einkauf bei niedrigen Preisen, um Preisstabilität bei hohen Preisen zu gewährleisten èz.B. strategische Staatsreserven
      z.B. Ölpreise ètrotz stark gestiegenen Preisen für das Öl stieg der Benzinpreis nur unterproportional

 

Alt

Neu

Barrelpreis

8$

32$ (400%)

Spritspreis

1,80

2,20

Davon Steuer

1,40

1,60

Davon Benzinpreis

0,40

0,60 (150%)

1.11.2 Lagerverwaltung / -steuerung

Lagerkreislauf:

Image

 

Ordnungssystem innerhalb des Lagers:

  1. Lager mit festen Plätzen
    èBestimmtes Gut hat einen fest vordefinierten Platz
    èMaßgeblich für Platz: Volumen, Gewicht, Umschlagshäufigkeit
    1. Vorteil: Übersichtlichkeit und Stabilität
    2. Nachteil: Hoher Aufwand, ineffiziente und kostenintensive Raumnutzung
  2. chaotische Lagerhaltung
    èPrimäre Nutzungsart èPlatzbelegung nach Eingang der Ware
    1. Vorteil: Raumausnutzung optimiert
    2. Nachteile:
      èexaktes Ordnungssystem und Findhilfe (EDV) nötig
      èvollautomatische elektronische Lagersysteme, die bei Ausfall der Elektronik keinen Wert mehr haben

1.11.3 Lagerkennziffern

Image

  • Lagerumschlagshäufigkeit als wichtige Kennziffer zur Unternehmensbewertung
    èist der Wert zu klein, liegen die Waren lange auf Lager und Verhindern die Annahme von neuer, saisonbedingt notwendiger Ware, da die Lager voll sind