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Betriebswirtschaftslehre - Materialwirtschaft
Beitragsinhalt
Materialwirtschaft
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1.4 Vorratsplan

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Grundbegriffe:

  • Sicherheitsbestand/-menge = Tagesverbrauch * Sicherheitszuschlag in Tagen
    Notreserve in Engpasssituationen
  • Meldebestand (1) = Tagesverbrauch * Lieferzeit + Sicherheitsbestand
    Reibungsloser Produktionsablauf muß ohne Anbrechen des Sicherheitsbestandes mgl. sein. èrechtzeitige Bestellung notwendigè bei Erreichen des Meldebestandes Auslösung der Bestellung in einer Höhe (2), wo der Sicherheitsbestand unangetastet bleibt
  • Höchststand
    maximale Einlagerung ist vorgenommen
    Faktoren:
    • Lagerkapazität
    • Lagerkosten / Kapitalbindung
    • Lagerfähigkeit der Waren
    • Gefahr der Überalterung der Produkte

1.5 Just in Time – Konzept

=Rechtzeitig, zum richtigen Zeitpunkt

1.5.1 Enges Verständnis

  • Konzept wurde in den 60er Jahren in Japan entwickelt
  • Reduziert übernommen in den 70ern in die USA und von dort nach Westeuropa
  • Ziel: Lagerbestände minimieren, im Extremfall gegen Null
  • Stoffe und Güter müssen nur zu einem exakten Zeitpunkt an der richtigen Stelle im Betrieb sein èLagerhaltung wird auf die Verkehrswege verlegt
  • Statt Lagerkapazitäten dezentrales, meist vollautomatisches fertigungsintegriertes Puffersystem èkurzfristige Zeitüberbrückung bei hoher Umschlagsdynamik
  • Logistisches Ideal wird angepeilt: Anlieferungseinheit = Transporteinheit = Montageeinheit
  • Voll automatisiert

1.5.2 Probleme in der Praxis und weites Verständnis

  • Betrachtung als Logistikkonzept, statt wie in Japan als Unternehmensphilosophie
  • Transportaufkommen ist zu hoch èStaus èVerzögerung èhohe Handlagerhaltung
  • Abhängigkeit von Zulieferern und Preisen, sowie gesellschaftspolitischen Problemen èStreiks
  • Störung der ökologischen Kreislaufwirtschaft (Abgase) èSteuern und Mautgebühren
  • Lösung: Umstellung der Unternehmensphilosophie weggehend vom engen Verständnis des Just in Time – Konzepts
  • In der Praxis: Logistikcenter außerhalb der Ballungszentren èPufferlager; Lieferung Just on time sowie Lieferung von diesen Lagern in die Zentren Just in time
    èKombination als gesamtunternehmerischer Ansatz

1.6 Eigenfertigung oder Fremdbezug

  • Finalproduzent ó Zulieferer
  • Outsourcing
  • Was stelle ich selbst her und was wird von Zulieferern bezogen?
  • Faktoren:
    • Kosten der Eigen- und Fremdproduktion
    • Qualität der Produktion
    • Technische Möglichkeiten des eigenen und fremden Unternehmens èKnow-How und Patente
    • Kapazitätsauslastung der eigenen Produktion
    • Abhängigkeit von Zulieferern èWer ist von wem mehr abhängig?
    • Kapitalausstattung des Unternehmens èReserven und Möglichkeiten

Aktuell: Konzentration aufs Kerngeschäft èOutsourcing, bedingt u.a. durch Shareholder-Value Konzeption/ Konzentration aufs profitable GeschäftèAnfälliger für Krisen

Davor: Mischkonzerne (z.B.: Daimler) è Risikostreuung, Konjunkturunabhängigkeit