- Einbeziehung von Alternativen
- Der Beitrag eines Kundengeschäftes wird an der Alternative gemessen ->Wieviel hätte man im Interbankengeschäft verdient?
- Es wird nur der Mehrertrag bzw. der Minderaufwand zur Alternative betrachtet
- Margeaktiva=Kundenzinseff.-Marktzins
Margepassiva=Marktzins-Kundenzinseff - Marktzins:
- Kundengeschäfte <1 Jahr ->Geldmarktzins
- Geschäfte >1 Jahr ->Kapitalmarktzins
- Z.T. werden auch Pfandbriefsätze genommen
- Wichtig: Renditen repräsentieren endfällige Papiere
- Briefsatz = Refinanzierungssatz für Banken
- Geldsatz = Anlagesatz für Banken
Beispiel:
| Aktivgeschäft | Passivgeschäft | | Volumen | 10000 | 10000 | | Kondition | 7,0% | 3,5% | | Laufzeit | 1 Jahr | 1 Jahr | | Geldsatz f. 1 Jahr ->ACHTUNG: es wird für beide Geschäfte entweder der Geldkurs, der Briefkurs oder der Mittelkurs genommen!!! | 4,05 % | 4,05 % | | Marge | 7%-4,05% =2,95% entspricht 295,- | 4,05%-3,5%=0,55% entspricht 55,- | | Zinsüberschuß | 295+55=350 bzw. (7%-3,5%)*10000=350 | ->nimmt man als Geldsatz Geld- und Briefkurs rechnet man fälschlich die Geld-Brief-Spanne mit in den Zinsüberschuß ein! - Die Marktzinsmethode lebt mit der Abstraktion eines vollständigen Kapitalmarktes (Sollzins=Habenzins) ->deshalb wird beim Geldsatz nur 1 Kurs verwandt
->es gilt unabhängig von der Bilanzseite nur ein Kurs für eine Laufzeit - Bestimmt den Mehrerlös (Aktiva) oder die Minderkosten (Passiva) des Kundengeschäfts ggü. der Alternative am Markt
- Zinskonditionenbeitrag = Marge * Volumen des Finanzgeschäfts
- Beitrag des einzelnen Geschäfts zur Fristentransformation
Beispiel:
| Aktiva | Passiva | | Volumen | 10000 | 10000 | | Kondition | 7,5% | 3,5% | | Laufzeit | 3 Jahre | 1 Jahr | | Marktzins | 3 Jahre: 6% | 1 Jahr: 4,1% | | Marge | 1,5% | 0,6% | | Zinskonditionenbeitrag | 150,- | 60,- | | Zinsüberschuß | (7,5%-3,5%)*10000=400 | - Summe der Zinskonditionenbeiträge (kalkulatorisches Wertergebnis) ist 210,- und der Zinsüberschuß (buchhalterisches Wertergebnis) ist 400 ->Strukturbeitrag = 400-210=190
- Strukturbeitrag = buchhalterisches Wertergebnis (Zinsüberschuß) – kalkulatorisches Wertergebnis (Summe der Zinskonditionenbeiträge
- Problem: es muß immer das Gegengeschäft bekannt sein
- Daher wird bei jeder Kalkulation der Kapitalmarktzins mit dem Tagesgeldsatz verglichen
Fortführung des obigen Beispiels:
| Aktiva | Passiva | | Kapitalmarktsatz | 6% | 4,1% | | Tagessatz | 4% | 4% | | Strukturbeitrag bei 10000 | (6%-4%)*10000=200 | 0,1%*10000=10 | Interpretation: 200 € zahlt uns der Kunde als Prämie, dass die Bank auf die tägliche Verfügbarkeit verzichtet 10 € zahlt die Bank dem Kunden, dafür, dass er bei Einlagen auf tägliche Verfügbarkeit verzichtet ->ergibt saldiert 190,- - Interpretation gilt für eine normale Zinsstrukturkurve
- Bei einer inversen Zinsstrukturkurve ist es umgekehrt
- Bei der Kalkulation werden wieder die Mittelkurse zw. Geld- und Brief genommen
- Problem: Geschäfte mit einer Kündigungsfrist (z.B. Sparbuch mit 10T€)
- Refinanzierungsbeispiel:
- Tagesgeldsatzrefi für 3000, da diese im lfd. Monat vfgbar
- 1 Monatssatz für 3000
- Rest als Bodensatz langfristig
- Bei diesen Produkten muß mit Annahmen berechnet werden, da am Markt kein Opportunitätszins existiert
- Theoretisch sind diese Produkte exotische Optionen, die sehr schwer zu berechnen sind
- Bei der Berechnung arbeitet man mit Abschlussfiktionen, die für jede Bank extra sind
- Diese Geschäfte zeichnen sich durch Kündigungsrechte aus
| Bekannte Kapitalbindung | Unbekannte Kapitalbindung | | Fester Zins | Termingeld Festsatzdarlehen bis 10 Jahre | Bundesschatzbriefe | | Variabler Zins | Floater (short und long) | Sparbuch KK-Kredit | ->Problematisch ist die Spalte unbekannte Kapitalbindung
->für diese Geschäfte existiert kein adäquater Marktzins, weswegen man einen herleiten muß Umfasst folgende Verfahren: - Kapitalbindungsmethode
- Methode der juristischen Verfügbarkeit
- Zinsbindungsmethode
- Methode der Zinsreagibilität
- Barwertmethode
- Grundlage sind Bodensätze
- Ein Bodensatz spiegelt das typische Kundenverhalten wider, d.h. wie viel Kapital nimmt der Kunde aus seiner Anlage in einem bestimmten Zeitraum raus
- Beispiel: Bodensätze für eine Spareinlage
- 20% sind nach 3 Monaten abgehoben
- 20% sind nach 5 Jahren abgehoben
- 60% sind nach 10 Jahren abgehoben
- ->Somit kann ich 20% mit dem 3-Monats-Satz refinanzieren, 20% mit dem 5-Jahres-Satz und 60% mit dem 10 Jahres-Satz
- 3-Monats-Zins = 4,45%; 5-Jahres-Zins= 6,1%; 10-Jahres-Zins=6,895%
- ->Marktzins für diese Anlage = 4,45%*0,2+6,1%*0,2+6,895%*0,6=6,247%
- Bei einem Zins von 4% auf die Einlage ergibt sich eine Marge von 2,247%
- Marktzins =
 - Man geht von der nächstmöglichen Kündigungsfrist aus und sieht dies als Laufzeit an
- Vorsichtsprinzip
- Demzufolge ist der Marktzins für eine Spareinlage mit einer Kündigungsfrist von 3 Monaten der 3-Monats-Zins
- Marktzins =Zinssatz für Zeitraum der Kündigungsfrist
- Grundlage ist die durchschnittliche Anpassungshäufigkeit der Kundenkonditionen an veränderte Marktbedingungen in der Vergangenheit
- In der Zeit zwischen den Anpassungsmöglichkeiten werden die Einlagen als Festzinsgeschäft betrachtet
- Marktzins =Zinssatz für
-Jahre - Beispiel: Im Schnitt werden die Zinsen 2* pro Jahr angepasst
- Zinssatz = Zinssatz für ½-Jahre = 6-Monatssatz
- Banken passen die Kundenzinsen nicht immer zeitgleich mit einer Marktzinsänderung an
- Anpassungsbereitschaft der Banken ist gering, d.h. Zinsänderungen werden nicht im vollen Umfang an den Kunden weitergegeben
- Darstellung dieses Phänomens über die Elastizität
- Gibt an, wie sich der Kundenzins bei einer Marktzinsänderung verhält
- Wird für jede Geschäftsart in der Bank ermittelt
- Basis ist die lineare Regression ->y=mx +n mit n=alte Kundenkondition, m= Elastizität, x=Marktzinsänderung und y= neue Kundenkondition
- Beispiel:
 ->Der Spareinlagenzins ist am engsten mit dem 10-Jahressatz verbunden - Zwischen dem ähnlichsten Zins am Geld- / Kapitalmarkt und dem Sparzins wird das Bestimmtheitsmaß ausgerechnet
- Das Bestimmtheitsmaß gibt den Zusammenhang / die Korrelation zwischen Kundenzins und Marktzins an bzw. die Wahrscheinlichkeit, mit der Marktzinsänderungen 1:1 weitergegeben werden
- Beispiel:
- Spareinlage ist am höchsten mit dem 10-Jahreszins korreliert
- Elastizität = 0,2
- D.h. wenn der 10-Jahreszins um 1% steigt (fällt), steigt (fällt) der Kundenzins um 0,2%
- Somit sind 80% der Einlage mit einer Elastizität mit 0 versehen (fixer Zins) und 20% mit einer Elastizität von 1 (Tagesgeldsatz)
- Marktzins = 20% * Tagesgeldsatz + 80% * 10-Jahressatz
- Marktzins = Elastizität * Tagesgeldsatz + (1-Elastizität)* ermittelter Korrelationszins
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