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Kostenrechnung in Banken 3 |
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Kosten und Leistungsrechnung -
Kostenrechnung in Banken
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- Amerikanischer Ursprung ->activity based costing
- Ausgangspunkt:
- Änderung der Produktions- und Kostenstrukturen in Industriebetrieben in den 40er Jahren
- Gemeinkosten stiegen immer stärker an, d.h. Hauptteil der Kosten entstehen im indirekten Leistungsbereich ->sie sind nicht direkt mit dem Produkt in Verbindung
- Aufgaben der PKR:
- Verbesserung der Kostentransparenz ->Sichtbarmachen der Kosten für betriebliche Leistungen
- Kostenkontrolle in den verschiedenen indirekten Leistungsbereichen
- Verbesserung der Produktkalkulation durch exakte Ermittlung der Stückkosten ->das Volumen hat bei einem Bankprodukt i.d.R. keinen Einfluß auf die Stückkosten, u.a. da der Kostengroßteil fixe DV-Kosten sind
- Ermittlung von Fixkostensätzen
- Die PKR nimmt damit auch alle Nachteile der Fixkosten- / Vollkostenrechnung mit
- Es ist eine entscheidungsorientierte Kostenrechnung ->Deckungsbeitragsrechnung, jedoch hier auf Basis von 2 Leistungen (Wert- und Betriebsleistung)
- Hauptziel: prozessübergreifende Produktkalkulation in der die Kosten indirekter Leistungsbereiche verursachungsgerecht auf das jeweilige Produkt verteilt werden
| Aufbau der Prozeßkostenrechnung | | 1. Tätigkeitsanalyse zur Identifikation von leistungsabhängigen Prozessen - Was machen die Leute im Betrieb? Was hat jede Tätigkeit mit dem Produkt zu tun?
- Zusammenfassung von Teilprozessen zu einem Gesamtprodukt ->Trend geht dabei zu immer komplexeren Prozessen
 - man unterscheidet dabei folgende Produktarten:
- Produkte mit Wert- und Betriebsleistung
- Konten, Sparkonten, u.s.w.
- Hier werden die Kosten über eine Zinsmarge und nicht über Gebühren gedeckt (Ausnahme: Girokonto)
- Produkte, denen nur eine Betriebsleistung entgegensteht
- Depotkonto
- Weitere Dienstleistungen: EC-Karte, Zahlungsverkehr, Kreditkarte, Bausparverträge, Versicherungen
- Hier werden die Kosten über Gebühren und Provisionen gedeckt
- Tätigkeitsermittlung durch Mitarbeiterbefragung, Zeitbeobachtung, Zeiterfassung (problematisch) oder Stichprobe und Überprüfung von vorher festgelegten Teilprozessen
- Es wird in diesem Schritt die benötigte Zeit für Teilprozesse erfasst
- Man unterscheidet folgende Arten von Teilprozessen:
- Leistungsmengeninduziert (lmi)->diese sollten 80-90% der Leistung darstellen ->sind variable Leistungsmengen
- Leistungsneutral (lmn) ->sollten 10-20% der Leistung darstellen ->z.B. Zeit der Abteilungsleitung, persönliche Verteilzeit (Telefonieren, Ablage) und sachliche Verteilzeit (Offline-Zeiten) ->in Banken ca. 20% der Arbeitszeit je MAK
- Darstellung der lmi-Prozesse am Beispiel eines Allzweckdarlehens:
- Geschäftsstelle
- Verkaufsgespräch, Antragsbearbeitung, Beschlussvorbereitung, Sicherheitenprüfung
- Darlehensbuchhaltung
- Eingabe der Vordrucke
- Überwachung des Rateneingangs
- Konto-Auflösung bei Kreditende
- Aktenführung
- Rückgabe an Geschäftsstelle
- Bestandsverwahrung (->Untergliederung in Untertätigkeiten)
- Kreditrevision
- Prüfung der Ordnungsmäßigkeit
| | 2. Wahl geeigneter Maßgrößen - Für jeden lmi-Prozeß braucht man eine Bezugsgröße
- Z.B. Zahl der Leistungen / Prüfungen / Auflösungen / Konten / Eingaben, u.s.w.
- Für die lmn’s werden keine Maßgrößen definiert
| | 3. Festlegung der Planprozeßmengen - Wie oft wird jeder lmi-Prozeß gebraucht, um das geplante Leistungsvolumen zu erreichen?
- Z.B. für 2002 sind 2000 Darlehen geplant
- Aus Erfahrung ist bekannt, dass 50% der Beratungsgespräche erfolgreich sind
- Aus 1. ist die Zeit prGespräch bekannt
- Aus 2. ist die Zahl der Gespräche bekannt aus der Vergangenheit
- (2.)/(1.) ergibt somit die Zeit prGespräch (z.B. 20 min.)
- für 2000 Darlehen sind 4000 Gespräche nötig ->geplante Zeit= 4000*20min = 80000min für alle Gespräche
- aus der Erfahrung ist die Zeit die beste Vergleichmöglichkeit für Produkte
- Ermittelt wird:
 | | 4. Planung der Prozeßkosten - Planung und Budgetierung der Kosten in einer Abteilung
=Plankosten | | 5. Ermittlung der Prozeßkostensätze =Wirtschaftlichkeitskoeffizient (WK)- Minutenkostensatz gibt den Preis für eine produktive Minute und damit die Wirtschaftlichkeit an
- Prozeßkostensatz für den einzelnen lmi-Prozeß = Minutenkostensatz * Teilprozesszeit
- Stückkostensatz =
 | | Arbeitsschritte der Wirtschaftlichkeitsanalyse | | Arbeitsschritt | Beispiel: | | 1. Istkosten aller Stellen im lfd. Jahr 2. Ermittlung der produktiven Minuten 3. WK-Koeffizienten-Ermittlung | - Istkosten = 40 Mi€
- prod. Minuten = 20 Mimin.
- WK = 2 € pr min
| | 4. geplante produktive Minuten im Folgejahr 5. Ermittlung der Sollkosten mit Hilfe des WK vom aktuellen Jahr 6. Vergleich mit Istkosten 7. Ermittlung des WK des Folgejahres | - prod. Minuten geplant = 22 Mio. min.
- Sollkosten = 22 Mio. min. * 2 € prmin = 44 Mio. €
- Istkosten im Folgejahr = 47 Mio. €
- WKFolgejahr= 47 Mio. / 22 Mio. = 2,14 € prMinute
| - Sollkosten = tatsächlich geplante lmi-Zeiten * WK
- Beschäftigungsbedingte Abweichung = Istkosten (akt. Jahr) – Sollkosten (Folgejahr)
- Diese Abweichung wird durch die Leistungssteigerung erklärt und führt nicht zu einer Verschlechterung der Wirtschaftlichkeit
- Bei einem Leistungszuwachs wird in der Betriebswirtschaftslehre i.d.R. vom Beschäftigungszuwachs gesprochen
- Verbrauchsbedingte Abweichung = Istkosten (Folgejahr) – Sollkosten (Folgejahr)
- Diese Kostenzunahme ist nicht durch eine Leistungssteigerung gedeckt und führt somit zu einer Verschlechterung der Wirtschaftlichkeit
- Reaktionen bei einer hohen verbrauchsbedingten Abweichung:
- Personalabbau
- Versuchen über Qualitätsführerschaft die hohen Kosten zu rechtfertigen
- In den Banken gab es in den 90er Jahren eine stetige Verschlechterung der Wirtschaftlichkeit, was z.T. an nicht ausgenutzten Rationalisierungspotentialen nach DV-Investitionen liegt
- Sinnvoll ist auch immer der Vergleich mit dem Branchen WK-Satz
- Ist der eigene WK-Satz niedriger als der Branchen-Satz:
- Kostenführerstrategie
- Dumpingpreise ->keine Gebühren; hohe Einlagenzinsen, niedrige Kreditzinsen
- Ist der eigene WK-Satz höher als der Branchen-Satz, dann ist über die Qualitätsstrategie (Beraterbank; Bank des Vertrauens) zu argumentieren oder es sind die Kosten zu senken
- Somit sind immer alter WK-Satz, neuer WK-Satz und Branchen-WK-Satz zu vergleichen ->Zeitvergleich und Konkurrenzvergleich
- Bei den Filialbanken sind die WK im Gegensatz zu den Direktbanken sehr hoch
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