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Bilanzanalyse 5 Drucken
Buchführung / Bilanzierung - Bilanzanalyse

1.1 Kapitalstrukturanalyse

  • Beurteilung der Zusammensetzung des Gesamtkapitals ->Beziehungen auf der Passivseite der Bilanz
  • Wie hoch ist der Anteil der Eigen- bzw. Fremdkapitals
  • Eigenkapital:
    • Garantiefunktion / Haftungsfunktion
    • Bei guten Unternehmen liegt die EK-Quote bei ca. 30%
    • Innenfinanzierungspotential
    • Stabilitätsfunktion, da dauerhaft
    • Daher sollte der EK-Anteil möglichst hoch sein
    • Es gibt jedoch keine optimale EK-Quote, da dies auch von Branchen bzw. Unternehmensstruktur abhängig sein kann
    • ->Leasing-Problem: Firmen, die leasen, brauchen weniger Eigenkapital
    • Eigenkapitalanteil gibt somit auch den Grad der finanziellen Unabhängigkeit an
  • Fremdkapital:
    • Abhängigkeit des Unternehmens von Kreditgebern
    • Ermöglichung der Nutzung des Leverageeffekts ->Erhöhung der EK-Rentabilität durch FK-Einsatz
    • Liquiditätsproblematik, da FK-Geber fristengerecht bedient werden müssen
    • Dauerhafte Kapitalbelastung
    • Unterscheidung zwischen langfristigem und kurzfristigem Fremdkapital
    • Kurzfristiges Fremdkapital ist aufgrund der hohen Zinsen und der Liquiditätsbelastung und der nicht dauerhaften Verwendbarkeit kritisch
  • Pensionsrückstellungen / Sonderposten mit Rücklageanteil
    • Gehen je zu 50% in EK und FK ein
  • Sonstige Rückstellungen: wenn nicht gegliedert ->50% langfr. Verbindlichkeiten und 50% kurzfristige Verbindlichkeiten

 

Vor- und Nachteile einer hohen EK-Quote

Vorteile

Nachteile

  • Kreditwürdigkeit
  • Mehr Unabhängigkeit
  • Weniger Zinsaufwand ->mehr Gewinn
  • Bessere Liquidität durch geringeren Kapitaldienst
  • Keine optimale Anlage, wenn EK nicht hoch genug verzinst wird
  • Persönliches Risiko, da EK= Haftungsgrundlage
  • Zwang zur guten Verzinsung durch Verzinsungsanspruch der EK-Geber

EK = EK + ½ Sonderposten m. Rücklagenanteil + ½ Pensionsrückstellungen

Langfr. FK = langfr. Verbindlichkeiten + ½ Pensionsrückstellungen

Kurzfr. FK = kurzfr. Verb. (aus Lieferung & Leistung) +½ SoPo mit Rücklagenanteil+ Wechsel

  • Problem ist beim Fremdkapital, dass nicht ersichtlich ist, inwiefern noch Kreditlinien zur Verfügung stehen
  • Durch Stichtagsbezogenheit können die Quoten durch Bilanzpolitik verändert werden

Kennzahlen der Kapitalstrukturanalyse

Kennzahl

Berechnung

Eigenkapitalanteil

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Fremdkapitalanteil

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Anteil des langfristigen Fremdkapitals

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Anteil des kurzfristigen Fremdkapitals

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1.2 Liquiditätsanalyse

  • Analyse der Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens
  • Die Liquiditätskennziffern sind jedoch mittlerweile weitgehend durch den Cashflow verdrängt

Kennzahlen der Liquiditätsanalyse

Kennzahl

Berechnung

Liquidität 1. Grades (Barliquidität)
->keine feste Zielgröße (meist 50%)

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Liquidität 2. Grades
->100% als Zielgröße

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Liquidität 3. Grades
->200% als Zielgröße

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  • Die Liquidität 2. Grades ist am bedeutsamsten, da die Verbindlichkeiten nicht immer sofort, sondern mit Zahlungsziel fällig werden und somit ein Barbestand in voller Höhe nicht erforderlich ist
  • Wertpapiere sind erst in der Liquidität 3. Grades enthalten
  • Die Liquidität 3. Grades ist eigentlich nur für Handelsunternehmen mit Vorräten interessant, da diese ja auch zu einem kurzfristig späteren Zeitpunkt zu Rückflüssen führen
  • Kritikpunkte der Liquiditätskennzahlen (hauptsächlich 2. Grad):
    • Wertpapierproblematik ->Wertpapiere sind sehr liquide und tauchen erst im Liquiditätsgrad 3 auf
    • Unsicherheit über Forderungseingänge
    • Stichtagsbetrachtung & durch späte Bilanzerstellung sind die Zahlen veraltet

1.3 Deckungsgrade

  • Ermittlung der strategischen Liquidität
  • Früher galt die Goldene Bilanzregel: EK/AV >1
  • Heute ist es kaum möglich, dass Anlagevermögen komplett mit Eigenkapital zu finanzieren, so dass die Regel dahingehend modifiziert wurde, dass das Anlagevermögen langfristig finanziert sein muß

Kennzahlen der Liquiditätsanalyse

Kennzahl

Berechnung

Anlagendeckungsgrad 1
->keine feste Zielgröße

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Anlagendeckungsgrad 2
->1 als Zielgröße

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  • Ziel ist die Fristenkongruenz, d.h. die Güter werden über die Länge ihrer Nutzungsdauer finanziert
  • Ein Anlagendeckungsgrad, der deutlich über 1 liegt ist nicht unbedingt sehr vorteilhaft
 
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