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Grundlagen Buchführung 2-3 Drucken
Buchführung / Bilanzierung - Grundlagen der Buchführung 2

1.1 Hauptabschlussübersicht

  • Am 31.12. Probeabschluß/ vorläufiger Abschluß
  • Danach Überlegungen über steuerliche Verfahren, u.a. Abschreibungen
  • Bewusste Beeinflussung des zu erstellenden Jahresabschluß durch die Ausnutzung legaler Freiräume ->Bilanzpolitik
  • Aufdeckung von Fehlern

 

Aufbau:

Konten

Eröffnungs-bilanz

Umsatzbilanz

Summenbilanz

Saldenbilanz 1

Umbuchungen

Salden-
bilanz 2

Schlußbilanz

GuV

A

P

S

H

S

H

S

H

S

H

S

H

A

P

S

H

Kto.-

Name

Aktiv Anfangs-

bestände

Passiv Anfangs-

bestände

Soll-
Umsätze im Jahr

Haben-
Umsätze im Jahr

Aktiv-
AB + Soll-
Umsätze

Passiv-
AB + Haben-
Umsätze

Differenz zw. Soll und Haben auf der Seite mit dem größeren Wert

Vorbereitende Abschluss-
buchungen am 31.12.

Salden-
bilanz mit Umbuch-
ungen Saldiert

Aufführung der Aktiv und Passivkonten der Saldenbilanz 2

Aufführung der Aufwands- und Ertragskonten der Saldenbilanz 2

Aktiv- und Passiv- bzw. Soll- und Habensalden summiert unter jeder Spalte











Verlust

Gewinn

Gewinn

Verlust



















1.2 Gewinnverteilung am Jahresende

1.2.1 Einzelunternehmen

  • Gesellschafter haftet unbeschränkt
  • Privatkonto als Unterkonto der Eigenkapitals (Abschluß über EK statt über SBK)
  • Bei Gewinn Buchung am 31.12: GuV an EK
  • Bei Verlust Buchung am 31.12.: EK an Guv

1.2.2 Offene Handelsgesellschaft (OHG)

  • Mehrere Gesellschafter
  • Unbeschränkte Haftung der Gesellschafter
  • Es gibt für jeden Gesellschafter ein Kapital-Konto (EK-Konto)
  • Es gibt für jeden Gesellschafter ein Privatkonto (Unterkonto seines Kapitalkontos)
  • Gewinnverteilung:
    • Vertraglich geregelt oder
    • Gesetzlich:
      • 4% Verzinsung auf die Einlage
      • Restgewinn wird gleichmäßig nach Köpfen verteilt

 

Beispiel: OHG mit 3 Gesellschaftern A,B,C und einem Jahresgewinn von 50000:

Gesellschafter

Kapital 1.1.

4%

Restgewinn

Gewinn-summe

Entnahmen

Einlagen

Kapital 31.12.

A

150000

6000

8000

14000

5000

 

159000

B

200000

8000

8000

16000

 

5000

221000

C

300000

12000

8000

20000

25000

 

295000

Summen

650000

26000

24000

50000

30000

5000

675000

 

Buchungen des Gewinnes am Ende des Jahres:

  1. Buchungen des Gewinns auf die Privatkonten der Gesellschafter
    1. GuV (50000)
      an
      Privatkonto A (14000)
      Privatkonto B (16000)
      Privatkonto C (20000)
  2. Abschluß der Privatkonten (wo auch Einlagen und Entnahmen gebucht sind) über die Kapitalkonten
    1. Privatkonto A an Kapitalkonto A
    2. Privatkonto B an Kapitalkonto B
    3. Privatkonto C an Kapitalkonto C
  3. Abschluß der Kapitalkonten über SBK
    ->In der Bilanz stehen auf der Passivseite statt einem EK-Konto die drei Kapitalkonten der Gesellschafter

1.2.3 Kommanditgesellschaft (KG)

  • Komplementär ->unbeschränkte Haftung ->Vollhaftung
    • Besitzt ein Privatkonto und ein Kapitalkonto
  • Kommanditist ->beschränkte Haftung ->Teilhafter
    • Besitzt kein Privatkonto, da Einlagen und Entnahmen nicht möglich
    • Besitzt jedoch eigenes Kapitalkonto
  • Gewinnverteilung:
    • Vertraglich oder
    • Gesetzlich:
      • Verzinsung der Einlage mit 4%
      • Restgewinn:
        • Im angemessenen Verhältnis zur Einlage verteilt
        • Berücksichtigung der Teil- bzw. Vollhaftung
        • Berücksichtigung der Mitarbeit in der Firma
      • Verteilung des Restgewinnes muß vertraglich geregelt sein

Beispiel:

· KG mit 1 Kommanditist B und einem Komplementär A.

· Jahresgewinn 240000

· Arbeitsleistung von A: 60000 (wird direkt vom Gewinn abgezogen)

· Verzinsung der Einlage mit 4%

· Restgewinn 3:1 zugunsten des Komplementär

Gesellschafter

Kapital am 1.1.

Arbeits-anteil

4%

Restgewinn

Gesamt-gewinn

Privatentnahme

Kapital 31.12.

A

500000

60000

20000

114000

194000

80000

614000

B

200000

0,-

8000

38000

46000

0,-

200000*

Summe:

700000

60000

28000

152000

240000

80000

814000

*Einlage beim Kommanditisten bleibt konstant ->der Gewinn wird an ihn ausgeschüttet im Folgejahr

 

Buchungen:

  1. Buchung am 31.12.
    1. GuV (240000)
      an
      Privatkonto A (194000)
      Verbindlichkeiten ggü Gesellschaftern (46000)
    2. Verbindlichkeiten ggü Gesellschaftern ist ein passives Bestandskonto
    3. Abschluß des Privatkontos von A mit dem Kapitalkonto von A
    4. Abschluß des Kapitalkontos von A mit SBK
    5. In der Bilanz gibt es statt einem EK-Konto die Kapitalkonten von A und B
  2. Buchung im Folgejahr bei der Ausschüttung an den Kommanditisten:
    1. Verbindlichkeiten ggü Gesellschaftern (46000)
      an
      Bank (46000)

1.2.4 Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

  • Die GmbH haftet mit dem Gesamtvermögen
  • Jeder einzelne Gesellschafter haftet mit seiner Einlage
  • Bei Kapitalgesellschaften gibt es das gezeichnete Kapital
    • Bei der GmbH Stammkapital genannt
    • Bei der AG Grundkapital genannt
    • Fasst die Einlagen der Gesellschafter zusammen
    • Ist konstant
    • Zur Änderung der Höhe ist eine Satzungsänderung nötig
    • Teile des Gewinns auf die Einlagen fließen in die Gewinnrücklagen, die dann das EK erhöhen
  • Buchungen zum 31.12.
    • GuV an Jahresüberschuß (passives Bestandskonto)
  • Über die Gewinnverwendung wird erst im Folgejahr entschieden
  • In der Bilanz stehen statt dem EK-Konten folgende Konten
    • Stammkapital (Einlagen der Gesellschafter)
    • Gewinnrücklagen (nicht ausgeschüttete/ thesaurierte Gewinne)
    • Jahresüberschuß (Gewinn am Ende des Jahres, bevor eine Verwendung festgelegt ist)
  • Buchung am 01.01. des Folgejahres
    • Jahresüberschuß an Gewinnverwendung (passives Bestandskonto)
  • Buchung nach Beschluß der Gesellschafterversammlung:
    • Gewinnverwendung an Bank (ausgeschüttete Gewinne) und Gewinnrücklagen (thesaurierte Gewinne)
    • Verwendungsmöglichkeiten:
      • Vollständige Ausschüttung (Buchung an Gewinnrücklagen=0,-)
      • Vollständige Thesaurierung (Buchung an Bank=0,-)
      • Teilweise Ausschüttung und Thesaurierung

1.2.5 Aktiengesellschaft

  • Gezeichnetes Kapital ist hier Grundkapital und ebenfalls konstant
  • Am Ende des Jahres:
    • Verwendung des Gewinns steht schon zum Teil fest ->Jahresüberschuß ist demnach nicht mehr der gesamte Gewinn
    • Ein Teil des Gewinnes wird bereits den Gewinnrücklagen zugeführt
      • Vorgeschriebene gesetzliche Rücklage: 5% des Jahresüberschuß
      • Andere Rücklagen
    • In der Bilanz steht statt dem Jahresüberschuß das Konto Bilanzgewinn
    • Bilanzgewinn= Gewinn der zur Ausschüttung vorgeschlagen wird
  • Buchungen am 31.12.:
    • GuV an Jahresüberschuß ->Gewinn lt. GuV
    • Jahresüberschuß an Ergebnisverwendung ->Gewinn lt. GuV
    • Ergebnisverwendung an gesetzliche Rücklagen (5% des Gewinns) und andere Rücklagen (je nach Unternehmen)
    • Ergebnisverwendung an Bilanzgewinn ->Restgewinn
    • Bilanzgewinn an SBK
  • Buchung nach Beschluß über die Gewinnverwendung auf der Hauptversammlung:
    • Bilanzgewinn an Bank (ausgeschütteter Betrag) und andere Rücklagen (falls so beschlossen)
 
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